St. Jakob

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Unsere Pfarrkirche – Geschichtliches
Eingebettet in die Ländereien der Klöster Benediktbeuern und Tegernsee lag die Grafschaft Tölz.
Ende des 11. Jahrhunderts bauten die Grafen von Tölz auf einem Vorsprung des Geiersteins die Festung Hohenburg, mit der die Geschichte der Pfarrei Lenggries eng verknüpft war.
Zunächst gehörte der gesamte Isarwinkel zur Pfarrei Chümsdorf, dem heutigen Königsdorf. Von Lenggries hören wir erstmals im Jahre 1257. Vermutlich gab es neben der Schlosskapelle von Hohenburg – 1315 als Filiale von Chümsdorf angeführt – eine kleine Marienkirche in Lenggries. Davon zeugt eine Mutter-Gottes-Statue in der Maria-Hilf-Kapelle, die die Jahreszahl 1327 trägt. Taufstein und Friedhof lagen in Gaißach – das zeigt, wie weit die Pfarrei verstreut war.
Im 15. Jahrhundert wurden die Filialen Lenggries und Gaißach eine Zeitlang von Tölzer Vikaren geführt. Mit der Zeit wurden dies unhaltbare Zustände, so dass die Gaißacher und Lenggrieser ihren Pfarrherrn, Kaspar Schmidhauser, Domkapitular zu Freising und Pfarrer von Chümsdorf, um einen eigenen Kaplan baten, der bei Ihnen wohnen sollte. Dies geschah im Jahre 1479.
In Lenggries stand zunächst eine gotische Jakobuskirche, die noch etwas östlicher lag, als unsere heutige Kirche. Von dem Flügelaltar jener Kirche stammen wahrscheinlich die beiden herrlich bemalten Holzblätter, die das Martyrium des hl. Jakobus darstellen und jetzt in der Mariahilfkapelle links und rechts vom Altar hängen.

Altar in der Maria-Hilf-Kapelle


1653 wurde die Kirche restauriert und erweitert.
1691 erhielt die Kirche die Reliquien des hl. Märtyrers Innozenz, die Hans Georg von Herwarth, Regierungsrat zu Innsbruck am 1.5.1677 in Rom erhalten hatte.
Am 21. Oktober 1691 wurden sie feierlich auf dem Hochaltar beigesetzt.
Mit einem goldenen Priesterjubiläum endete die Geschichte der alten Kirche: Pfarrvikar Elias Khaiser feierte es am 12. Februar 1721.
Nachdem Graf Ferdinand Joseph von Herwarth zwischen 1712 und 1718 das neue Schloss Hohenburg gebaut hatte, wollte er dem hl. Jakobus eine neue Kirche bauen.
Im Herbst 1719 wurden die Pfarrangehörigen von der Kanzel aus aufgefordert, Baumaterial für die neue Kirche zu liefern. Zu diesem Zweck baute man auch eine Isarbrücke. Das neue Gotteshaus sollte größer werden als das alte. Um Raum für Kirche und Friedhof zu schaffen, wurden Bauernhöfe aufgekauft und abgerissen. Die Bauern erhielten dafür neue Höfe. Den größten Teil der Kosten trug der Graf Herwarth.
Die Planung des Baus unterlag dem berühmten Unter-Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer, der dem Münchner Effner-Kreis angehörte. 1721 wurde über dem Volksraum ein gewaltiges Deckengewölbe aus Holz eingezogen, nachdem der Dachstuhl fertig gestellt war. Das Gewölbe über dem Altarraum wurde aus Stein aufgeführt.
Am 15. September 1722 weihte schließlich der Fürstbischof von Freising, Johannes Franziskus Eckherr die Kirche mit einer großen Feier ein, in der 195 Personen gefirmt wurden. Tags darauf wurde die Hohenburger Schlosskapelle eingeweiht, wobei wiederum 60mal die hl. Firmung gespendet wurde.
Der 56 m hohe Turm wurde erst 1724 vollendet, wozu zwei Klafter Tuffstein aus der Ruine der alten Hohenburg verwendet wurden.
Das Innere der Kirche umfasst eine Länge von 45 m, eine Breite von 15,50 m und eine Höhe von 15,70 m. Anhand der Baurechnungen ist zu ersehen, dass der Ausbau des Gotteshauses bis in das Jahr 1728 reichte.
Als Gesamtsumme für den Bau werden 19.677 Gulden und 508,8 Kronen angegeben – nach heutiger Währung etwa 500.000 Euro.
Von 1980 bis 1994 wurden umfassende Außen- und Innenrenovierungen durchgeführt.