St. Jakob

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Geschichtliches über den
Kalvarienberg Lenggries


Stefan Glonner schreibt in seiner Chronik der Hofmark Hohenburg über die Errichtung des Kalvarienberges:
„Es soll nämlich ein Graf Herwarth, willens einen Kalvarienberg zu errichten, auf dem Berge ein Sacktuch dem Winde preisgegeben haben, um an der Stelle, wo es liegen oder hängen bleibe, ein Kreuz zu errichten. Ein Bauernknabe holte es von den Zweigen eines Baumes an der nämlichen Stelle herab, wo jetzt das Kreuz Christi steht.“
Weiter heißt es:
1694 wurde vom Grafen Ferdinand Josef von Herwarth der Bau der fünf Leidensstationen am Kalvarienberge bei Hohenburg sowie gleichzeitig die Errichtung der großen Stiegen (aus Holz) auf den selben in Angriff genommen.“

Die Grabkapelle:
In der südlichen Kapelle des Kalvarienberges befindet sich eine Darstellung des Grabes Christi, daher der Name Grabkapelle. Am 12.6.1698 war die Grundsteinlegung zu diesem Gebäude, das ursprünglich nur aus dem Altarraum und dem damaligen Eingang, der jetzigen Grotte, bestanden hat. Der Beetsaal im Osten wurde vermutlich erst später dazugebaut. Zuerst aus Holz, im Jahre 1864 dann aus Stein, bezahlt aus Mitteln, die Benefiziat Glonner beim Neubau des Benefiziatenhauses einsparen konnte.
1893 wurde laut einer Inschrift die Allerseelengrotte von einem Münchner Grottenbauer modelliert.

Die Kreuzkapelle:
An der Stelle, wo bei der Errichtung der Anlage das Kreuz stand, errichtete man 1726 eine Kapelle und weihte sie dem Heiligen Kreuz. Das Patrozinium wird heute am 14. September gefeiert, dem Fest Kreuzerhöhung. Sie bestand anfangs nur aus dem Teil um den Hochaltar, in dem sich das verehrte Bildnis des gefesselten Heilands befindet.
Die Stufen der Heiligen Stiege sind eine Nachbildung der Scala Santa im Lateran in Rom, der Stufen, die der Legende nach zum Richthaus des Pilatus führten. Dieser Teil wurde 1829 mit einem Dach überbaut. Auch heute noch wird die Stiege nur knieend emporgebetet, mit einem Vater unser und einem Ave Maria auf jeder Stufe.
Die Sakristei wurde 1856 vom Benefiziaten Laurent errichtet. Erst seit dieser Zeit hat die Kapelle die heutige Form.

Das Benefiziatenhaus:
Votivtafeln von 1699 und 1701 zeigen bereits ein Gebäude an der Stelle, wo sich heute das Benefiziatenhaus befindet. Es handelt sich hierbei um die Klausnerwohnung, in welcher ab 1699 ein Frater Jakob wohnte.
Als der letzte Klausner Josef Funk im Jahre 1825 starb, begann eine Verwahrlosung des Kalvarienberges. Nach provisorischen Umbauten wurde die hölzerne Klause unter Stefan Glonner abgerissen und das heutige Benefiziatenhaus 1864 neu errichtet. Bis zum Tode des H.H. Erdtelt war das Haus von den Schlossbenefiziaten bewohnt. Seit 1985 wohnt unter anderem die Mesnerfamilie in diesem Gebäude.

Die Kreuzwegstationen:
Wann die ersten Kreuzwegstationen errichtet wurden, ist nicht ganz sicher. In der Hofmarkschronik findet man eine Notiz, in der es heißt (1856):
„auch die gemalten Kreuzwegstationen wurden renoviert…“
1856 wurden diese durch neue aus der Mayerschen Kunstanstalt in München ersetzt, wobei vermutlich auch die Stationen gemauert wurden.

Die große Stiege mit den Leidensstationen:
1694 wurde die erste Stiege aus Holz angelegt. 1774 wurden sie durch eine steinerne ersetzt. Die Steine hierzu stammen von der alten Gartenmauer des heutigen Schlosses Hohenburg. Die 5 Leidensstationen zeigen: Abschied Jesu von Maria, Christus am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung und Kreuztragung. Sie stammen aus der Entstehungszeit. Die Innenwände sind mit der Geschichte des ägyptischen Josef ausgemalt.

Die Votivtafeln:
Schon seit seiner Entstehung wurde der Kalvarienberg von der Bevölkerung als Gnadenort besucht. Als Dank für Gebetserhöhrungen wurden Votivtafeln und andere Votivgaben wie zum Beispiel die Gliedmaßennachbildungen in der Grabkapelle dargebracht. Sie sollen Zeugnis geben von der Kraft des Glaubens und sind auch für Volkstumsforscher wahre Fundgruben, da sie anschaulich das Zeitgeschehen widerspiegeln.


Öffnungszeiten:
Regelmäßig sonntags zwischen 14 und 16 Uhr.
Ansonsten auf gut Glück, oder nach Vereinbarung mit dem
Pfarramt (Tel. 08042/8789) oder der Familie Janßen (Tel. 08042/3696).
? Führungen auf Anfrage bei Familie Janßen.