Pfarrei St. Margaret

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Die Maria-Hilf-Kapelle am Gerstlacher Weg

Errichtet wurde die Kapelle wohl zur Anrufung in Pest- und Kriegszeiten und zum Schutz vor den Gefahren auf den Wegen. Während der Pestzeit im 30-jährigen Krieg gelobten Kaspar Grueber und seine Mutter Sara, Oberbräubesitzer, den Bau einer Kapelle mit einem kleinen Altar. Erst 1652 können sie ihr Versprechen erfüllen. Das kleine Marienheiligtum ist Ausdruck der damals verbreiteten Maria-Hilf-Verehrung und so ist auch anzunehmen, dass die Kopie des Lukas-Cranach-Bildes (Original in Innsbruck), das den jetzigen Kapellenaltar schmückt, aus dieser Zeit stammt. Nach 70 Jahren war die Kapelle baufällig und so begann einer der nachfolgenden Besitzer Johann Georg Gerstlacher, Oberbräu, sie neu zu bauen. Auf der Grundsteinplatte ist zu lesen: „1720 Gerstlacher Pierprei, Fundator“.
Daraus ist ein Zentralbau geworden, der einzige im Landkreis Ebersberg. Das kunstvolle Bauwerk weist auf einen Münchner Baumeister hin. Das Gewölbe ist mit Wessobrunner Stuck verziert.. In der Mitte des Altares das Bild der Madonna mit dem Kind, zur Seite die schönen Figuren des hl. Sebastian und des hl. Rochus, die als Pestheilige verehrt wurden.
Die wertvollen Votivtafeln, nach dem großen Brand von 1749 gestiftet, sind erst in neuerer Zeit entfernt und im Pfarrhof sicher verwahrt worden. In den Archiven sind keine Unterlagen über den Bau selbst und seine Kosten zu finden. Gerstlacher hat mit eigenen Mitteln gebaut und soll dabei 3085 Gulden ausgegeben haben.
Die letzte große Renovierung im Jahre 1972, bei der die Kapelle u.a. ein neues Schindeldach erhielt, hat 50.000 DM gekostet, die aus Spenden der Bürger stammten. Im aufgesetzten Glockenturm hängt eine 58 kg schwere Glocke aus dem Jahre 1721.

Entnommen aus „Markt Schwabener Ortsgeschichte“ von Irmgard Brenner und Josef Blasi mit freundlicher Genehmigung durch Herrn Josef Blasi