St. Peter

Petersplatz 1, 80331 München, Telefon: 089-21 02 37 76-0, E-Mail: St-Peter.Muenchen@ebmuc.de
Fastentuch Vorentwurf Manninger

Liebe Pfarrangehörige und Freunde der Münchner Peterskirche,


seit Jahrhunderten stehen zwei Bruderschaften in allem Auf und Ab der Geschichte geradezu exemplarisch für die geistliche Prägung kirchlichen Lebens an der Stadtpfarrkirche St. Peter: Die Corporis-Christi-Erzbruderschaft und die Maria-Hilf-Bruderschaft.

Beide haben bleibend ihre Spuren hinterlassen und kennzeichnen bis heute die inhaltliche Aus-richtung und Prägung von Kirche und Pfarrei. Im Inneren der Pfarrkirche haben sie dement-sprechend je eigene Orte, die ihre Anliegen zum Ausdruck bringen und ikonographisch darstellen: 
Den Corporis-Christi-Altar mit dem Abendmahlsgemälde und den Maria-Hilf-Altar mit dem Gnadenbild der Gottesmutter. Mit diesen beiden Orten ist untrennbar die zweifache spirituelle Ausrichtung verbunden, die bis heute als Erbe fortbesteht und für Gegenwart und Zukunft einen Auftrag beinhaltet: St. Peter war und ist – und soll bleiben und immer mehr werden – eine besondere Stätte eucharistischer und marianischer Frömmigkeit hier im Zentrum Münchens, gerade heute in einer Zeit, in der die Kirche und die Gläubigen in und mit der Kirche nach Wegen in eine gute Zukunft suchen, ja oftmals geradezu darum ringen. Hier an diesen beiden Orten fokussiert sich sozusagen die Überzeugung und das durch die Jahrhunderte gewachsene gläubige Bewußtsein:

Eine wahre und echte Erneuerung kirchlichen Lebens entspringt immer dem Geheimnis der Eucharistie und wird von ihr genährt. Und zugleich bedarf unser Tun und Streben in diesem Zusammenhang immer des Beistandes Mariens, der Mutter der Kirche, die sie durch ihr fürbittendes Gebet ebenfalls immer wieder an den Herrn rückbindet und von Ihm her wachsen läßt.

Mit anderen Worten:
Das geistliche Tun und Leben, das im Sinne der Corporis-Christi-Erzbruderschaft und im Sinne der Maria-Hilf-Bruderschaft zuerst einmal Traditionspflege und damit sozusagen rückwärtsgewandt“ zu sein scheint, ist in seiner eigentlichen Bedeutung und Wirksamkeit ganz und gar auf die Zukunft kirchlichen Lebens ausgerichtet und eröffnet geradezu stets neu Wege in die Zukunft. 

Die würdige und ehrfürchtige Feier des eucharistischen Opfers und der andächtige und frucht-bringende Empfang der eucharistischen Speise sowie die gläubig-vertrauensvolle Anbetung des eucharistischen Herrn sind hier in St. Peter in ganz besonderer Weise Auftrag und Aufgabe – und dies nicht nur bezogen auf die äußere Gestalt und die äußeren (gestalterischen) Formen, sondern vor allem bezogen auf den inneren und innerlichen geistlichen Mitvollzug des liturgischen Geschehens. Eine wahrlich anspruchsvolle Aufgabe für alle und für jeden von uns…

Die innige Verehrung und die Liebe zur Gottesmutter, der Mutter der Kirche, zu deren Ehren wir im Jahr 2017 zur Hundertjahrfeier ihrer Erscheinung in Fatima und zur Hundertjahrfeier der Einführung des Hochfestes Patrona Bavariae ein eigenes Maria-nisches Jahr begehen, ist neben der Eucharistie eine unablässig fließende Quelle des Segens für eine authentische Erneuerung kirchlichen Lebens, aus der bleibend und nachhaltig geistliche Fruchtbarkeit hervorgeht. Auch die Einladung, sich immer wieder voll Liebe und Hingabe an die Gottesmutter zu wenden und sich ihr anzuvertrauen, gilt allen und jedem Einzelnen von uns…

Wenn heute um Reform der Kirche und um Reformen in der Kirche und deren Aus-richtung innerkirchlich auf unterschiedlichen Ebenen geradezu gerungen wird, bleibt es eine aus der Glaubenserfahrung vieler Generationen hervorgegangene Erkenntnis, die sich immer wieder im Laufe der Kirchengeschichte bewahrheitet hat und die eben auch heute und morgen ihre Aktualität unter Beweis stellen wird:

Eine gelebte eucharistische und eine gelebte marianische Spiritualität eröffnen und er-schließen immer wieder und stets neu Wege in die Zukunft – im Leben der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden ebenso wie im Leben des Einzelnen auf dem Weg der Nachfolge Christi. Diese lebendige Glaubens-überzeugung soll stets auch im pfarr-lichen Leben von St. Peter in Erscheinung treten und sich hier widerspiegeln…
 
Verbunden mit dem Wunsch um Wachstum im geistlichen Leben durch die in St. Peter seit alters her beheimatete und stets neu angestrebte eucharistische und marianische Frömmigkeit grüßt Sie von Herzen

Ihr

Hans-Georg Platschek
Domkapitular
Stadtpfarrer von St. Peter
Herzlich Willkommen in unserer Pfarrei St. Peter.