St. Peter

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Die Corporis-Christi-Erzbruderschaft bei St. Peter in München



Die Münchner Corporis-Christi-Erzbruderschaft, eine Vereinigung von Priestern und Laien mit Sitz in St. Peter, wurde im Jahr 1609 auf Betreiben von Herzog Wilhelm V. von Papst Paul V. errichtet. Aufgabe der Erzbruderschaft sollte es sein, den katholischen Glauben an die wirkliche Gegenwart des Herrn im Geheimnis des Altares zu bekennen und dieses Glaubensgeheimnis gemäß der Lehre des Konzils von Trient (1545-1563) zu bezeugen und zu verbreiten, etwa durch die Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes in der Öffentlichkeit in möglichst würdiger und festlicher Art und Weise. So oblag der Erzbruderschaft neben der Durchführung weiterer öffentlicher Sakramentsprozessionen insbesondere auch die pracht- und glanzvolle Gestaltung der großen Münchner Fronleichnamsprozession.
 
Der Erzbruderschaft bei St. Peter wurden im Laufe der Zeit über 50 weitere Bruderschaften aus Altbayern und Schwaben inkorporiert, die sich derselben Zielsetzung widmeten. Sie vereinten das gläubige Bekenntnis von Adeligen ebenso wie von einfachen Bürgern und Bauern aus Stadt und Land zur realen Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein im Geheimnis der Eucharistie. Über längere Zeit hinweg kam der Bruderschaftspräfekt sogar aus dem Haus Wittelsbach selbst, das bis heute der Bruderschaft verbunden ist.
 
In altehrwürdiger und bis heute ungebrochener und lebendiger Tradition sieht sich die Bruderschaft auch heute der Aufgabe verpflichtet, die Verehrung des Altarsakramentes, des Heiligsten Leibes und Blutes Christi, auf vielfältige Weise zu pflegen und zu fördern.
 
Der sonntäglichen Pfarrgottesdienst in St. Peter um 9.30 Uhr wird (mit Ausnahme des Passions- und des Palmsonntags) jeweils mit dem eucharistischen Segen abgeschlossen und bei vielen anderen Anlässen im Jahreslauf wird in St. Peter in traditionellen und neueren Formen die Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes besonders gepflegt.    
 
Am Hochfest der Erscheinung des Herrn, am 6. Januar, dem Dreikönigstag, feiern die Mitglieder der Erzbruderschaft in der Stadtpfarrkirche St. Peter das Bruderschafts-Hauptfest. Mit dem festlichen Amt am Vormittag und der nachmittäglichen Pontifikal-Vesper mit Sakramentsprozession ist der Epiphanie-Tag stets eines der herausragenden Ereignisse während des ganzen Kirchenjahres in der Peterskirche. Traditionell leitet diese liturgisch und kirchenmusikalisch sehr festlich gestaltete Vesper der jeweilige Erzbischof von München und Freising, der zugleich das Protektorat über die Erzbruderschaft ausübt.
 
Jeden Donnerstag, zur wöchentlichen Erinnerung an die Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakraments am Gründonnerstag, feiert die Erzbruderschaft um 9.30 Uhr in der Peterskirche das Corporis-Christi-Amt mit anschließender Sakramentsprozession und eucharistischem Segen.
 
An jedem ersten Donnerstag im Monat findet im Rahmen des Donnerstagsamts die „Große Sakramentsprozession“ zu vier Altären statt, an denen – wie an Fronleichnam - nach vier Evangelienlesungen jedesmal der eucharistische Segen gespendet wird.
 
An den Donnerstagen der Fastenzeit wird um 18.30 Uhr die traditionelle Ölbergandacht mit Fastenpredigt, Gedenken der Todesangst Christi, eucharistischem Segen und abschließender Prozession zum Ölberg begangen.
 
Von alters her können die Mitglieder der Erzbruderschaft unter den üblichen Bedingungen am Tag der Aufnahme in die Bruderschaft und am Hauptfest der Bruderschaft einen vollkommenen Ablass gewinnen. Zu diesen Anlässen legen die Mitglieder ihr Bruderschaftsversprechen mit einem besonderen Weihegebet ab bzw. erneuern dieses.
 
Die Mitglieder der Bruderschaft bemühen sich so durch die Jahrhunderte bis heute um die würdige und andächtige (Mit-)Feier des heiligen Messopfers, den ehrfürchtige Kommunionempfang und die treue Anbetung des Herrn im Allerheiligsten Sakrament des Altares.
 
Mitglieder der Bruderschaft machen auch Gläubige aus ihrem Bekanntenkreis auf diese für die Erneuerung kirchlichen Lebens so zentralen Anliegen aufmerksam und laden diese zur eucharistischen Anbetung und zu den wöchentlichen Donnerstag-Ämtern ein.
 
Für jedes verstorbene Bruderschaftsmitglied wird nach dessen Ableben eine Seelenmesse gefeiert, sobald das Pfarramt von einem Sterbefall Kenntnis erhält.
 
Wenn Sie selbst aus gläubiger Gesinnung der Corporis-Christi-Erzbruderschaft beitreten möchten, melden Sie sich bitte in der Sakristei oder im Pfarramt von St. Peter. Von da aus wird dann Ihr Wunsch dem amtierenden Bruderschaftskaplan, zur Zeit Domkapitular Hans-Georg Platschek, zugleich Stadtpfarrer von St. Peter, übermittelt, der dann die weiteren Schritte veranlasst.
 
Als Bruderschaftsbeitrag („Jahresopfer“) werden jährlich 5,00 € erbeten (höhere Spenden sind natürlich willkommen). Die Beiträge und Spenden werden ausschließlich für die Aufgaben der Bruderschaft verwandt, z. B. für die musikalische Gestaltung der Donnerstag-Ämter und für die Pflege und Förderung der eucharistischen Frömmigkeitsformen.
Corporis-Christi-Erzbruderschaft