St. Sebastian

Hochstift-Freising-Platz , 82205 Gilching, Telefon: 08105-8071, E-Mail: St-Sebastian.Gilching@erzbistum-muenchen.de
Überschrift
Katholischer Kindergarten St. Sebastian
Schergenamtsweg 5, 82205 Gilching
Telefon: 08105-8144, E-Mail: kathkigagilching@web.de

Geschichtliches

Die Gründung des ersten Gilchinger Kindergartens erfolgte 1929, mitten in der großen Wirtschaftskrise.
Das Gebäude steht noch immer gegenüber der Mariensäule. Schwestern von der Heiligen Familie übernahmen die Betreuung von bis zu 60 Kindern, für die ihre Eltern damals teilweise in Naturalien bezahlten.
Leider ist dieser Kindergarten nicht mit der Gemeinde mit gewachsen, deshalb wurde der Bau eines neuen Kindergartens dringend erforderlich. Die katholische Kirchenstiftung stellte das Grundstück zur Verfügung und war Träger des Projekts, das aus Mitteln der Erzbischöflichen Finanzkammer und der Gemeinde Gilching finanziert wurde. Ebenso beteiligten sich die Schwestern der Hl. Familie, die Gemeinde Argelsried und das Bayerische Kultusministerium. Die Baukosten beliefen sich auf 1,2 Mio. DM.
Es wurde sogar ein Kindergarten Förderverein gegründet, der zahlreiche Spenden und Mitgliedsbeiträge Gilchinger Bürger verzeichnen konnte. So wurde am 29. November 1970 der Neubau seiner Bestimmung übergeben werden. Herr Pfarrer Anton Hangl weihte den Kindergarten ein, der weiterhin von den Schwestern der Hl. Familie geführt wurde, unter der Leitung von Schwester Andrea. Der Kindergarten bot in vier Gruppen jeweils dreißig Kindern Platz; der Hort war für 28 Kinder ausgestattet. Jede Gruppe wurde von einer Erzieherin betreut, je zwei Gruppen teilten sich eine Kinderpflegerin. Für das warme Mittagessen war eine Schwester zuständig.

Der pädagogische Auftrag wurde vor 40 Jahren folgendermaßen festgehalten:
- erwecken, aufschließen und Fördern der 5 Sinne;
- Bildung des Gemüts;
- Grunderfahrungen im religiösen Bereich ermöglichen durch Bilder, Geschichten und Feste;
- Förderung der sprachlichen Fähigkeiten.
Was es zu entwickeln und erhalten galt: Soziales Verhalten, Spielfähigkeit, Schöpferische und gestalterische Fähigkeiten, den rhythmisch-musikalischen Bereich, körperliche und geistige Gesundheit, Umwelt- und Naturverständnis, selbstständiges Arbeiten und logisches Denken. (Wenn Sie unsere Konzeption heute lesen, werden Sie viele der Inhalte wieder finden!)
In der Zeit von 1970 bis jetzt wechselten sowohl die Pfarrer der Gemeinde als auch die Leitungen des Kindergartens. Die Schwestern zogen sich 1983 zurück. Als 1972 das Kindergartengesetz in Kraft trat, wurde die Gruppenstärke auf 25 Kinder reduziert, gleichzeitig jedoch Nachmittagsgruppen eingeführt. Die letzte Nachmittagsgruppe endete mit dem Kindergartenjahr 1991/92.
Seit dem 1.1.1990 (Änderung des Kindergartengesetzes) konnte jede Gruppe mit einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin besetzt werden. Die Gartenanlage wurde im Jahre 1992/93 aus den Mitteln des Ordinariats und der Kirchenstiftung unter tatkräftiger Mithilfe der Eltern neu gestaltet.
1993 wurde vom Landratsamt Starnberg ein Umbau gefordert.
Die sechste Durchführungsverordnung des Bayerischen Kindergartengesetz schreibt Nebenräume vor. Nebenbei wurde die Heizung von Öl auf Gas umgerüstet, neue Fenster eingebaut, eine Feuerleiter angebracht, der Kindergartenvorplatz angelegt und einige andere Schönheitskorrekturen an unserem dreißig Jahre altem Gebäude vorgenommen. Das Ganze sollte von August bis November passieren.
Am 27.07.1998 sind wir umgezogen. Wir haben den Inhalt des Hauses und die Schätze im Keller in Kisten verpackt. Für die Dinge zum entsorgen stand ein Container bereit. Aber was kann eine Erzieherin nicht gebrauchen? Bereits die Nonnen haben alles aufgehoben und so musste entschieden werden, wovon „man“ sich trennt. Klopapierrollen, Glühbirnen und Stoffreste von Generationen vor uns wurden entsorgt.
Für unsere hundert Kinder haben wir lange davor eine Unterkunft gesucht. Freundlicherweise bot uns der Kindergarten Geisenbrunn für eine Gruppe seinen Turnraum an. Die Kinder und Kolleginnen fühlten sich dort sehr wohl.
Pater Wieland wandelte das Matthäuszitat um: „lasset die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Pfarrzentrum“ und so waren gleich zwei Gruppen dort untergebracht. Eine Gruppe fand im Keller des TSV Gilching Unterschlupf.
Dort machte man aus der Not eine Tugend und startete das Projekt „Waldkindergarten“. Herr Staude von der Fußballabteilung stand dieser Gruppe mit Rat und Tat beiseite. Er ermöglichte den Kindern die Benutzung sämtlicher Sportanlagen. (Sicher weiß er, dass viele unserer ehemaligen Kindergartenkinder gute Fußballer beim TSV sind; sogar Markus Babbel hat in unserem Garten gekickt) Der Alltag gestaltete sich im Pfarrzentrum nun natürlich ein wenig anders. Zuerst wurde der Pfarrsaal umgerüstet. Statt des großen Raumes gab es verschiedene Funktionsecken, von der Decke hing Dekoration der Jahreszeit entsprechend und die Trennwand war geschmückt mit Gilchinger Picassos, Miro`s etc. Dahinter verbargen sich die Bettchen der „Mittagsschläfer“. Die Schänke wurde zum Büro umfunktioniert, im Kühlschrank stapelten sich die Akten und den Schreibtisch teilten wir uns schwesterlich. Frau Mautz hat die unmittelbare „Beschallung" vermisst, als wir wieder zurückgezogen sind. Das Sitzungszimmer und das Jugendzimmer war ebenfalls von einer Kindergartengruppe belegt. Wenn das Wetter es zuließ, gingen wir auf alle Gilchinger Spielplätze oder in den Wald. Im Pfarrzentrum bestaunten die Kinder das Pissoir in der Herrentoilette. Anfangs haben sie darin noch Spielzeug gewaschen, bevor wir energisch eingeschritten sind. Es war so vieles anders und am Anfang ist das Andere immer besser. Die Seife kam aus dem Spender und roch nach Rosen, das Handtuch wurde nach Gebrauch einfach weggeworfen weil es aus Papier war.
Nach dem Motto: „nichts hält so lange wie ein Provisorium“ wurde eine Verlängerung im Exil bekannt gegeben weil der Umbau nicht rechtzeitig fertig gestellt werden konnte.
Im Dezember 1998 zogen wir zurück – in Knöchelhohen Staub; in Räume, wo das Wasser noch nicht angeschlossen war und der Strom nicht funktionierte.
Aber Kindergärtnerinnen sind Meister im Improvisieren und Kinder lieben das Außergewöhnliche. Jetzt ist unser Kindergarten ein Schmuckstück geworden und wir bedanken uns bei allen, die wegen uns Einschränkungen in Kauf nehmen mussten; auch für alle Hilfeleistungen, die uns angeboten wurden. Besonders danken wir der politischen Gemeinde, dem Bauhof und dem persönlichen Einsatz von Herrn Bürgermeister Reich zu unserem Wohl. Für Ihren unermüdlichen Einsatz im Vorantreiben der Baumaßnahme und im Nachbessern der Baumängel danken wir den verantwortlichen Mitgliedern der Kirchenverwaltung und unserem Träger Pater Wieland Steinmetz.
Kaum waren ein paar Jahre vergangen, schon stand die 30 Jahr- Feier an.
Im Jahre 2001 feierten wir zusammen mit der „Sendung mit der Maus“ unser 30jähriges Bestehen. Herr Bürgermeister Thomas Reich erwähnte unter anderem mit lobenden Worten unsere Begeisterung, die angenehme Atmosphäre und den „guten Geist“ in unserem Haus.
Im März 2003 hatten wir durch den 8. Kindergarten in Gilching und die Werksschließung von Dornier eine kleine Flaute in den Anmeldungen.
Daraufhin haben wir kurzerhand Gilchings erste Kinderkrippe eröffnet, die am 1. Oktober 2003 in Betrieb genommen wurde. (Man beachte: ein halbes Jahr zwischen Idee und Ausführung!) Träger der Kinderkrippe ist die politische Gemeinde Gilching.
2005 trat das BayeKiBiG in Kraft, anstelle des Kindergartengesetzes von 1972.
Jetzt haben die Eltern die Möglichkeit, die Betreuung Ihres Kindes individuell zu buchen und wir bieten für alle, die dies wünschen, warmes Mittagessen an. Die pädagogischen Inhalte entnehmen Sie bitte der Beschreibung unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit.
Trotz aller Reformen ähnelt der Inhalt dem Auftrag an die Schwestern der Heiligen Familie, den sie vor 40 Jahren in liebevoller Arbeit begonnen haben.

von Monika Gensheimer