Stadtkirche Traunstein

Mariä Verkündigung, Haslach | Heilig Kreuz, Traunstein
St. Oswald, Traunstein | Johannes der Täufer, Kammer

Salinenkapelle in der Au St. Rupert und St. Maximilian

Kirchenführung

Nach dem 1619 die Saline in Traunstein gegründet war, wurde auf Befehl von Kurfürst Maximilian I. in den Jahren 1630/31 auf Kosten der kurfürstlichen Hofkammer die Salinenkapelle errichtet. Ausgeführt wurde der Sakralbau von Stadtmaurermeister Wolf König und Stadtzimmermeister Wolf Hueber nach Plänen von Isaak Bader. Die Weihe der Kirche erfolgte am 14.September 1671 durch den Chiemseer Bischof Johann Franz
Graf von Preysing. Die Salinenkapelle liegt in der „Au“, der früheren selbständigen Hofmark Au, südlich unterhalb der Traunsteiner Altstadt. Umgeben ist die Kirche von vielen historischen Gebäuden des denkmalgeschützten Gesamtensembles aus der Salinenzeit (1619 bis 1912).

Ausstattung

Hochaltar frühbarock aus 1631 von Münchner Meistern, um 1760 im Stile des Rokoko über-
arbeitet und teilweise verändert. Altarblatt „Hl. Rupert und Hl. Maximilian“, signiert von Ulrich Loth, München 1631

Engelsfiguren von 1631

Tabernakel neubarock

Zwei Rokoko-Seitenaltäre 1756, wahrscheinlich von Tischler Johann Georg Pflaumer und Bildhauer Johann Dersch, möglicherweise nach Entwurf eines Münchner Meisters. Nördliches Altarblatt „Hl. Franz Xaver“, signiert von Johann Schöpf, München; Auszugbild „Hl. Amadeus“. Südliches Altarblatt „Verzückung des hl. Johannes Nepomuk“ von Schöpf,
Auszugbild „Hl. Donatus“.

Rokokokanzel um 1756 von Johann Georg Pflaumer und Johann Dietrich, beide Traunstein.
 
Orgel 1907 von Franz Borgias Maerz, München mit dreiteiligem Neurokokoprospekt, 2003 komplett mit großzügiger finanzieller Förderung durch die Ernst-von-Siemens-Kulturstiftung
restauriert.

Gestühl um 1631, das älteste des Chiemgaues neben dem völlig gleich gebildeten und daher von denselben Meistern geschaffenen in der ehem. Pfarrkirche auf Herrenchiemsee, wohl von Martin Trenpacher oder Georg Prandstetter.

Kreuzweg von 1779

Kommuniongitter Ende 18.Jahrhundert. Zwei Zunftstangen der Salinenarbeiter aus der 1.Hälfte des 18.Jahrunderts, sowie zwei Prozessionslaternen und am Chorbogen zwei Votivkerzen von 1766 und 1801.
 
Besonderheit:
Der silbervergoldete Stab der um 1630 geschaffenen Skulptur des hl. Rupert ist der ehem. Abtstab von Kloster Seeon, den der letzte Abt Lambert Neusser nach der Säkularisation hierher zur Aufbewahrung stiftete.
 
Geläut:
Im Turm zwei Glocken, die eine (Ton a) 1723 von J.M. Langenegger in München für Kloster Seeon gegossen, die zweite (Ton c) 1953 von Karl Czudnochowsky, Erding.