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Begleiter für die Advents- und Weihnachtszeit in München
25. November 2022 bis 6. Januar 2023

Grußwort

Weihbischof_Stolberg-158Presse

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt wohl kein weihnachtlicheres Symbol als das Christkind in der Krippe, Maria und Josef zu beiden Seiten. Vom Petersplatz in Rom bis zu den Kripperlverkäufern auf den Christkindlmärkten in München weckt diese Darstellung weltweit weihnachtliche Gefühle. Gerade bei uns in Bayern hat sich um die Krippen-Szene ein reiches Brauchtum entwickelt, mit eigenem Liedgut, dem „Frauentragen“ oder der nachgespielten Herbergssuche.

Der biblische Hintergrund ist dabei eigentlich recht dürftig: „Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“, heißt es schlicht beim Evangelisten Lukas. Das Brauchtum hat das natürlich ausgeschmückt und die Szenerie an die hiesigen Verhältnisse minimal angepasst. Da müssen Maria und Josef in Ludwig Thomas Heiliger Nacht dann durch ein tief verschneites Judäa nach Bethlehem wandern, wo sie von geizigen Wirten und missgünstigen Verwandten von der Tür gewiesen werden.

Die Herbergssuche der Heiligen Familie berührt die Menschen seit jeher von Herzen. Und sie ist heute aktueller denn je. Über 100 Millionen Menschen sind auf der Flucht, mehr noch suchen als Migranten eine neue Zukunft. Sie alle müssen heute Herberge finden, in fremden Ländern und Kulturen. Manchen gelingt das gut und es wird aus der Herberge so etwas wie neue Heimat; andere fühlen sich dauerhaft als Fremde.

Alte und neue Heimat werden oft durch weitergelebte Traditionen verbunden. Wir haben im Adventskalender Beispiele von Menschen gesammelt, die aus den verschiedensten Gründen zu uns nach München gekommen sind. Sie erzählen uns von ihren (vor)weihnachtlichen kulinarischen Traditionen, die sie sich auch in der neuen Münchner Heimat bewahrt haben.

Liebe Leserin, lieber Leser: Die Heimat zu verlassen und anderswo neu anzufangen, ist nicht leicht. Diejenigen von uns, die das Glück einer sicheren Heimat haben, können das kaum nachvollziehen. Aber wir können unseren Teil zum Gelingen beitragen: Etliche haben sogar ihre privaten Wohnungen und Häuser für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine geöffnet, doch es hilft auch schon ein Lächeln, ein nettes Wort oder eine gute Tat. So helfen wir mit, dass in unserer Zeit Herberge und Heimat gefunden werden.

Ich sage Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott und wünsche Ihnen, Ihren Familien, Freunden und Nächsten eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit 2022!
 
Weihbischof

Ihr
Rupert Graf zu Stolberg
Weihbischof