Vier Fragen an Pfarrer Klaus Hofstetter Leiter der Berufungspastoral der Erzdiözese München und Freising

Warum sind Sie Priester geworden?
Als Kind wollte ich Pfarrer und Clown werden – beides gleichzeitig. Ich wollte Menschen froh machen. Als Jugendlicher habe ich zusammen mit Gleichaltrigen begonnen, das Wort Gottes zu leben, und das erste Wort war: „Für Gott ist alles möglich.“ Da habe ich gemerkt: Ich kann wirklich Priester werden, das ist mein Weg.
Pfarrer Klaus Hofstetter
Pfarrer Klaus Hofstetter
Wie arbeiten Sie mit jungen Menschen?
Jeder Mensch ist berufen, in jedem Menschen ist der Ruf Gottes da. Ich möchte dabei helfen, diesen Ruf zu hören, und dann zu klären, wie man auf ihn antworten kann. Das Wichtigste in der Berufungspastoral ist der persönliche Kontakt, das Gespräch, die Begleitung.

Wie wichtig ist das Gebet?
Meine Oma hat dafür gebetet, dass einer ihrer drei Enkelsöhne Priester wird. Da war kein Druck, ich habe das immer als positive Unterstützung empfunden. Als ich dann ins Priesterseminar eingetreten bin, hat sie mir eine Bibel mit einem Segenswunsch geschenkt, kurz danach ist sie gestorben. Ich bin mir sicher, dass meine Berufung auch auf meine Oma zurückgeht. Das Gebet für Berufungen ist wichtig und wertvoll.

Was empfehlen Sie in Krisen?

Krisen gehören dazu. Manchmal ist man sich nicht mehr sicher, ob man auf dem richtigen Weg ist - das kenne ich auch persönlich. In Krisen sollte man sich die Zeit nehmen, die man braucht, und Menschen für Austausch und Begleitung suchen. Am Ende wird man neue Erfahrungen mitnehmen und eine neue Sicherheit, in welche Richtung es weitergeht.

Interview: Bettina Scharnhorst, Stabsstelle Kommunikation