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Eine Oase franziskanischer Spiritualität Wie das Kloster Maria Eck 800 Jahre alten Weisheiten zu neuer Aktualität verhilft

Es gibt Orte, von denen geht ganz offenkundig eine besondere Kraft aus. Einer davon gehört zu den beliebtesten Pilgerzielen der Erzdiözese München und Freising: das Kloster Maria Eck. Idyllisch auf einem Bergrücken in 828 Meter Seehöhe gelegen, gibt es den Blick gleichermaßen auf den Chiemsee und die umliegende Region sowie den nahegelegenen Hochfellngipfel frei. Herausgehoben aus der Hektik des Alltags, aber nicht abgehoben.
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Kloster Maria Eck - Sonnengesangweg (Foto: Axel Effner)
Weit über 50.000 Pilger im Jahr suchen an dem seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Marien-Wallfahrtsort ihr Heil und stapfen oder fahren die zum Teil steil ansteigenden Zufahrtswege hinauf. Übermannsgroße, schwere Holzkreuze hinter der barocken Klosterkirche und die über 1.300 Einträge im Mirakelbuch künden von der Wirkkraft des Ortes.

Weg in Natur, Achtsamkeit und Stille – Weg zu sich selbst

Neben Maria machen seit einigen Jahren aber auch die Spuren eines anderen Heiligen das Kloster zu einem Zentrum spiritueller Erfahrungen: Franz von Assisi. Abseits der großen Wallfahrten mit bis zu 3.000 Teilnehmern führt sein Weg in die Natur, in Achtsamkeit und Stille, mithin: zu sich selbst. Zahlreiche Plätze am oder im Umfeld des Klosters regen zu neuen Erfahrungen, Einsichten und Begegnungen an. Nicht nur überzeugte Christen fühlen sich davon angesprochen.

Zum Ensemble gehören die Waldkapelle mit Mariengrotte, die Einsiedelei in Blockhausform auf einer Waldlichtung mit Zen-Steingarten oder das große Steinlabyrinth mit einer Franziskus-Statue aus Marmor an der Antoniuskapelle. Ebenso der Mittereggstadl mit Fischteich und Rastplätzen oder das neue Friedenskreuz mit Panoramablick. Höhepunkt ist der Sonnengesang-Weg mit mehreren Stationen.

Verbundensein zwischen Mensch und Natur

Der verschlungene Pfad macht die Leitgedanken des geschwisterlichen Verbundenseins mit „Bruder Mond“, „Schwester Sonne“ und den Sternen, mit den vier Elementen und „Mutter Erde“ sinnlich erfahrbar:  Ponys weiden hier friedlich, Bienen summen inmitten üppiger Kräuterwiesen und lange Gräser wiegen sich im Wind. Aus einem Felsblock sprudelt kühles Wasser und macht die Sonnenhitze erträglich. Kunstvoll geschmiedete Metallbänder geben den passenden Bibelstellen Gestalt.

Pünktlich zum 125. Jubiläum der Klosterübernahme durch die Franziskaner-Minoriten weihte Kardinal Reinhard Marx 2016 in Maria Eck den symbolreichen Sonnengesang-Weg ein. In ihm preist der Ordensgründer an seinem Lebensende die Schönheit und Verbundenheit mit der Schöpfung und dankt Gott dafür.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um Klimaveränderung, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit scheint die Botschaft des Heiligen von vor 800 Jahren hochaktuell: Der Mensch steht als Teil der Schöpfung sowie als ihr Hüter und Bewahrer in der Verantwortung. Papst Franziskus nimmt in seiner 2015 verfassten Umwelt- und Sozialenzylika „Laudato Sí“ darauf Bezug.

Sinnorientierung mithilfe vielfältiger spiritueller Angebote

„Gerade vor dem Übergewicht der Technik heute kann das tiefgehende Erfahren des Verbundenseins mit einer als lebendig erlebten Natur den Menschen wieder in Kontakt mit sich selbst, mit seiner Mitte und seinem eigentlichen Lebensziel bringen“, sagt Christian Schmidberger. Als Hausoberer hat „Bruder Christian“ das Kloster von 2008 bis 2012 geführt und seitdem bei zahlreichen Um- und Neubaumaßnahmen tatkräftig mitangepackt.

„Wie ein kleines Wunder“ war es für ihn, wie sich ohne große Vorausplanung allein aus vielfältigen Begegnungen und Impulsen heraus in Maria Eck neben der Marienwallfahrt ein kraftvolles Zentrum franziskanischer Spiritualität entwickelt hat. Als hätte ein „genius loci“ im rechten Moment die richtigen Menschen und Unterstützer zusammengeführt. Handwerker halfen unentgeltlich bei Umbauten mit, kommunale Bauhöfe stellten Maschinen zur Verfügung, Unternehmer stifteten Bauwerke und Vereine veranstalteten Benefiz-Konzerte, so dass das Kloster als Begegnungsstätte neu aufblühen konnte. „Die Verbundenheit der Menschen in der Region mit dem Kloster und umgekehrt hat eine besondere Qualität“, sagt Bruder Christian.

Unter den vielfältigen spirituellen Angeboten der Franziskaner-Minoriten in Kloster Maria Eck finden besonders die bis zu dreiwöchigen Aufenthalte in der Einsiedelei große Resonanz. Bis aus Großbritannien, der Schweiz oder den USA kommen die Interessenten. „In Einfachheit und Stille, die wir als Brüder mit täglichen Impulsgesprächen begleiten, kommt das Gedankenkarussell zur Ruhe. Im Lauschen auf die Natur und dem Leben ganz in der Gegenwart entdecken viele auf einer tieferen inneren Ebene neue Sinnorientierung.“

Text: Axel Effner

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Ein großes Klosterfest der Begegnung feiern die Franziskaner-Minoriten am Sonntag, 28. Juli in Maria Eck bei Siegsdorf. Beginn ist um 14 Uhr mit einem Konzert in der Wallfahrtskirche, danach gibt es Kaffee und Kuchen im Innenhof des Klosters. Um 16.30 Uhr folgt eine Führung durch die Räumlichkeiten. Ein Abschlussgebet am Heimatkreuz beschließt um 18 Uhr den Tag.

Unter dem Motto „Maria Ecker Stadlgespräche“ finden zudem am 25. August und 22. September jeweils um 17 Uhr im Mittereggstadl oberhalb des Klosters Diskussionsrunden über aktuelle Themen statt. Im Anschluss wird gegrillt.