Eine gute Mutter sein – trotz psychischer Erkrankung Wie eine junge Frau trotz Depressionen ein Kind bekam und ihren Weg fand

Susanne Berger war nach ihrem zweiten Suizidversuch ins Krankenhaus gekommen und dort haben die Ärzte festgestellt, dass sie schwanger war. Außerdem sah die Nackenfalte des Kindes im Ultraschall irgendwie verdächtig aus. Doch Susanne Berger wollte ihr Kind bekommen. Hilfe bekam sie im Haus Lucia des Sozialdienstes katholischer Frauen.
Schwangere Frau
Hife durch den SkF in scheinbar ausweglosen Situationen
 
Plötzlich schwanger – das hat schon so manche Frau vor unvorhergesehene Herausforderungen gestellt. Noch komplizierter wird es, wenn die werdende Mama psychisch krank ist, aber trotzdem eine gute Mutter sein möchte. Hilfe bietet da das Haus Lucia des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Einrichtungsleiterin Julia Barber arbeitet hier schon seit der Gründung vor 21 Jahren. Damals war es als erste Einrichtung für psychisch kranke Mütter in Bayern ein Modellprojekt.
Elf Mütter mit je einem Kind kann das Haus aufnehmen. Eine Sozialarbeiterin und eine Erzieherin begleiten Mutter und Kind im Alltag und schauen, ob die beiden ihr Leben zusammen meistern können. Denn natürlich wissen alle, dass es auch sein kann, dass Mutter und Kind nicht zusammen ausziehen, erklärt Barber: „Das heißt, dieses Damoklesschwert hängt über allen. Das ist dann natürlich für uns immer die Schwierigkeit, zwischen Vertrauen und Kontrolle eine gute Arbeit zu machen.“ Wenn sich abzeichnet, dass es nicht klappt, wird nach einer Pflegefamilie gesucht, aber der Kontakt zwischen Mutter und Kind bleibt in der Regel erhalten. Und oft entwickelt sich sogar eine Beziehung zwischen Mutter und Pflegefamilie.
Rund die Hälfte der Frauen zieht jedoch nach einiger Zeit mit dem Kind in eine eigene Wohnung – mit oder auch ganz ohne Unterstützung. Wie Susanne Berger (Name geändert). Sie war depressiv und hatte zwei Suizidversuche hinter sich, als sie vor vor knapp 20 Jahren erfuhr, dass sie schwanger war. Damals war sie eine der ersten Hilfesuchenden im Haus Lucia. Heute blickt sie voller Dankbarkeit zurück: „Wir haben die Zeit so gut für uns nutzen können, dass wir einfach ein Sprungbrett bekommen haben in die ,normale‘ Welt. Ich bin berufstätig, meine Tochter macht gerade das Abitur, mein Mann und ich sind seit drei Jahren verheiratet und ich habe im Leben Fuß gefasst.“

Text: Brigitte Strauß-Richters, Radioredakteurin.Beitrag entnommen der Podcast-Reihe "Total Sozial" des Münchner Kirchenradios vom 14. Mai 2021.
Hören Sie hier das Interview des Münchner Kirchenradios mit Susanne Berger:

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Der Verein ist Träger von Einrichtungen und Diensten für Frauen, Kinder in Familien in sozialen Notlagen in München.