Meine Fastenzeit Abschied - nach dem Kampf für das Leben: eine persönliche Geschichte

Mit Aschermittwoch begann auch heuer die Fastenzeit. Eine Zeit, die für Ingrid Kettering nicht mit neuen Schlankheitskuren verbunden ist, sondern mit einer sehr persönlichen Geschichte. Diese wird sie uns in den nächsten sieben Wochen erzählen - in einem kleinen Fasten-Tagebuch. Begleiten Sie Ingrid Kettering auf ihrem Weg durch die Fastenzeit mit tiefen Einblicken in ihre persönliche Geschichte und Impulsen für Ihren eigenen (Fasten-) Alltag.
Sonja in Südafrika vor Tafelbergkulisse
Sonja in Südafrika - trotz schöner Kulisse deuten sich in Sonjas Innerem bereits Schatten an. (Bild: privat)

Teil 2 - Erste Anzeichen

Meine Tochter Sonja studierte damals im 4. Semester Psychologie und war nach einem achtwöchigen Praktikum in Kapstadt (Südafrika) krank zurückgekommen. Sonja, die bis zu diesem Zeitpunkt alle ihre Hürden bodenständig und gesund gemeistert hatte, war nicht mehr die Gleiche!

Hatte sie sich doch zu viel zugemutet, mit ihrer herausfordernden Aufgabe in einem Heim mit autistischen Kindern zu arbeiten? 

Mama: „Ich kann nicht mehr denken“ kam aus ihrem Mund. „Ich kann mich nicht mehr konzentrieren!“ Und: „Wie soll ich denn die Uni schaffen?“

Der Hausarzt fand keine organische Erkrankung. Mein nächster Gedanke war: „Ist ihr etwas zugestoßen, über das sie sich nicht sprechen traut?“ Ich begann sehr vorsichtig mit diesem Thema. Ich genoss ja bisher ihr blindes Vertrauen! Aber nein, sie versicherte mir, es war nichts Beängstigendes zu der Zeit.

Sonja probierte es trotz ihrer Sorgen aus. Setzte sich in die Vorlesung und verzagte. Es ging nicht. „Ich verstehe nur Bahnhof“, hörte ich sie am Telefon sagen. Sie kam nach Hause, fuhr wieder hin. So vergingen drei Wochen. Endlose Gespräche folgten. Schließlich hatte ich die Idee, dass vielleicht Hypnose den Grund ihrer Hilflosigkeit, in der sie sich befand, ans Tageslicht bringen könnte.
Leider ohne Erfolg!
 
Ihre Hoffnung, noch den Anschluss in der Uni zu bekommen, schwand somit dahin.
Sie befand sich in einer ausweglosen Situation. Sie war nicht mehr „Herr ihrer Gedanken.“ Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie keinen Plan B!

Ingrid Kettering

In der kommenden Woche lesen Sie an dieser Stelle, wie die Geschichte weitergeht.