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Wissenswertes rund um Christi Himmelfahrt

Sonnenaufgang hinter Wolken
"Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters." Foto: imago/blickwinkel
Ehrenplatz bei Gott
Das Fest „Christi Himmelfahrt“ ist ein christologisches Fest: Es sagt etwas über Jesus, den Christus, aus. „Christus“ ist dabei nicht etwa eine Art Familienname. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „der (von Gott her erwartete) Gesalbte“‘.

Im Glaubensbekenntnis heißt es: Er ist „hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Der Platz zur Rechten des Herrschers war in der griechischen Kultur ein Ehrenplatz. Der dort Sitzende hatte Anteil an den Rechten und der Würde des Herrschers.
Name des Festes
Liest man die zum Fest gehörenden biblischen Texte des Neuen Testaments, ist der Festname eigentlich irreführend. Von einer Himmelfahrt, also einem aktiven Tun ähnlich eines Raketenstarts heutiger Zeit, ist in den biblischen Texten nicht die Rede. Dort heißt es „emporgehoben“ oder „in Wolken aufgenommen und den Blicken entzogen“.

Die biblischen Autoren drückten so ihre Erfahrung aus, dass Jesus nicht einfach tot ist, sondern anders, eben als Christus, im Himmel den Menschen nahe ist. Himmel meint dabei nicht einen Ort, sondern eine Daseinsweise: Der Himmel ist nicht irgendwo, weit entfernt, sondern irgendwie, den Menschen überall auf der Erde nahe.
Der Termin 40 Tage nach Ostern
Die „Emporhebung Jesu in den Himmel“ als eigenes Fest zu feiern, kam im vierten Jahrhundert auf. Es wurde auf den 40. „Ostertag“ gelegt. Seit den 1930er Jahren ist das Fest Christi Himmelfahrt in den meisten europäischen Ländern ein gesetzlicher Feiertag, an dem die Menschen zur Ausübung ihrer Religion einen freien Arbeitstag haben.
Kirschblütenzweig vor blauem Himmel
Bei Prozessionen stellen die Menschen die Natur unter den Schutz Gottes. Foto: Pixabay CC0
Flurumgänge und Bittprozessionen
Ein erster schriftlich festgehaltener Bericht über eine Bittprozession stammt aus dem Jahr 399 und beschreibt, dass der Erzbischof von Konstantinopel anlässlich einer langen bedrohlichen Regenperiode eine Bittprozession für seine Gemeinden anordnete.

Im frühen Mittelalter begannen die Menschen, an den drei Tagen vor dem Fest Flurumgänge und Bittprozessionen zu veranstalten, um das Jahr 800 ordnete Papst Leo III. die Bittgänge für den Bereich der ganzen römisch-katholischen Kirche an. Die Prozessionswege führten dabei in verschiedenen Richtungen um das Gemeindegebiet. Die Menschen stellten sich und ihre Umwelt unter den Schutz Gottes.

Andere Quellen leiten die Bittprozessionen von einer alten römisch-germanischen Rechtsvorschrift her, nach der ein Grundherr einmal jährlich sein Land umschreiten musste, um seinen Besitzanspruch aufrecht zu erhalten.

In manchen Gegenden Deutschlands ist es noch heute Brauch, an drei Tagen vor dem Fest in den frühen Morgenstunden Bittprozessionen durchzuführen.
Christi Himmelfahrt als Vatertag
Dass der Himmelfahrtstag in vielen Ländern als Vatertag begangen wird, hat seine Wurzeln in zwei Gedanken: Zum einen liegt der Feiertag oft in zeitlicher Nähe zum Muttertag und bietet sich so als dessen Gegenstück an. Zum anderen mag eine Rolle spielen, dass auch Jesus zu seinem Vater (= Gott) „heimgekehrt“ ist.

Die Vätertouren oder „Herrenpartien“ haben ihren Anfang in den Bittprozessionen, die im Laufe der Zeit immer stärker räumlich und zeitlich ausgeweitet wurden. Dabei verloren sie nach und nach ihren religiösen Charakter und wurden zu reinen Ausflugstouren.

Heute versucht man in vielen Bistümern, den Vatertagen einen neuen Sinn zu geben: in der Gemeinschaft von Vätern und Kindern den Glauben intensiv zu erleben und zu feiern.

Übrigens: Die Geschichte von der Himmelfahrt Jesu findet man in der Bibel an zwei verschiedenen Stellen: Apostelgeschichte 1,6-11 und Evangelium nach Lukas 24,50-53.


Die Texte stammen von Efi Goebel und sind entnommen der Broschüre "Christi Himmelfahrt - Verbunden sein und loslassen", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft katholische Familienbildung.