Leben mit Kindern Die "Elternbriefe" begleiten Eltern durch den Familienalltag

Das Zusammenleben mit Kindern ist oft aufregend, manchmal auch anstrengend – und auf ganz eigene Weise schön! Die "Elternbriefe" informieren, ermutigen und geben Anregungen für einen gelasseneren Familienalltag. Vertrauensvoll und wertschätzend begleiten sie Eltern in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder bis zur Grundschulzeit.
Vater, Mutter und Kind glücklich mit Buch auf Couch
Zusammen glücklich und gelassen leben: Die "Elternbriefe" begleiten Mütter und Väter Schriff für Schritt durch den Erziehungsalltag.
45 Briefe begleiten Eltern von der Geburt bis zum neunten Geburtstag ihrer Kinder. Zu Themen wie Schwangerschaft, Taufe, Kirchenjahr und Missbrauch stehen Sonderausgaben zur Verfügung. Ein Team von Fachleuten, bestehend aus Erziehungsberatern, Ärzten, Theologen und Journalisten, erarbeitet die Beiträge und aktualisiert sie regelmäßig.

Die Elternbriefe gibt es in folgenden Versionen:

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Elternbriefe
Tipps für jedes Alter: Die Elternbriefe gibt's online oder als PDF per E-Mail.
"Elternbriefe du + wir" ist eine Initiative der katholischen Kirche. Herausgeber ist die Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V.
 
Alle Informationen zu den Elternbriefen und Bestellung unter www.elternbriefe.de
 

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Sind wir eigentlich gute Eltern?

Hand von Mutter hält Hand von Kleinkind
Das tut Eltern gut: Ab und zu wohlwollend auf das schauen, was sie an sich als Mutter oder Vater schätzen.
Eigentlich läuft bei uns in der Familie alles rund. Natürlich gibt es manchmal Krach und Streitereien im Alltag. Doch wir haben den Eindruck, dass unsere Kinder Lea (4), Torben (7) und Anna (13) mit uns als Eltern zufrieden sind. Trotzdem fragen wir uns zwischendurch:  Machen wir alles richtig? Sind wir eigentlich gute Eltern? 
Melanie (39 Jahre)  

Diese Frage beschäftigt sicherlich viele Eltern. Und so unterschiedlich wie die Mütter und Väter dieser Welt sind, werden wohl auch die Antworten sein. Zunächst einmal: Für Kinder ist vor allem die Beziehung zu ihren Eltern sehr wichtig. Sie wollen sich  
  • dazugehörig und geliebt fühlen
  • wichtig sein und Bedeutung haben
  • Einfluss nehmen und sich fähig fühlen
  • sich geborgen und sicher fühlen
Diese so genannten sozialen Grundbedürfnisse hat jeder Mensch: Wir als Erwachsene – und auch jedes Kind. Und sicherlich erfüllen Sie die Grundbedürfnisse Ihrer Kinder im Familienalltag bereits auf die unterschiedlichste Art und Weise. Zum Beispiel, indem Sie Ihre Kinder einbeziehen, Mitsprache ermöglichen, sie fair behandeln und ihnen etwas zutrauen.  

Wieso verhält mein Kind sich so?
Dennoch können Kinder immer wieder zu der Überzeugung kommen, dass eines ihrer Grundbedürfnisse nicht erfüllt ist. Sie zeigen dann Verhaltensweisen, die wir Erwachsene als schwierig empfinden, beispielsweise:  
  • reden sie dazwischen
  • brausen auf und stellen Forderungen
  • benutzen verletzende Ausdrücke
  • oder ziehen sich zurück 
Wie kann ich besser verstehen, was mein Kind eigentlich will?
In diesen Situationen brauchen Eltern viel Geduld und Stehvermögen, um ruhig und besonnen zu reagieren. Klar: Das gelingt natürlich nicht immer. Doch wichtig ist, sich bewusst zu machen: Mein Kind verhält sich nicht so, weil es mich als Mutter/Vater ärgern will. Sondern weil eines seiner sozialen Grundbedürfnisse gerade nicht erfüllt ist. Familie ist ein Ort, an dem Kinder lernen können, Frustration auszuhalten und mit schlechten Stimmungen umzugehen. Eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist die Grundlage, um auch mit herausfordernden Situation zurechtzukommen.  

Wie merke ich, ob ich meinen Kindern eine tragfähige Beziehung anbiete?
Das können Eltern im Familienalltag auf vielerlei Weise spüren und erleben. Zum Beispiel an der Gefühlsintensität ihrer Kinder. Das reicht von Liebeserklärungen („Beste Mama/Bester Papa“) und innigen Momenten über Wut- und Trotzanfälle bis hin zu großen Diskussionen. Diese Gefühlsbreite bedeutet, dass Ihre Kinder den Eindruck haben: „Das halten meine Eltern aus. Ich kann mich auf sie verlassen.“ Muten Ihre Kinder Ihnen eine ganze Bandbreite von Gefühlen zu, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Beziehung tragfähig ist.  

Wieso ‚klebt‘ mein Kind plötzlich an mir?
Ein anderer Indikator für eine gute Beziehung ist es, wenn Kinder die Fähigkeit zur Anlehnung haben. Manchmal wundern Sie sich vielleicht, warum Ihr Siebenjähriger den ganzen Tag um sie herum wuselt, wo er doch sonst viel lieber mit seinen Freunden draußen spielt. Oder weshalb Ihre 13-jährige auf einmal ganz wild darauf ist, mit Ihnen die Wäsche aufzuhängen. Dies können Anzeichen dafür sein, dass Ihre Kinder etwas bedrückt. Nicht allen Kindern fällt es leicht, offen über ihre Probleme, Sorgen und Ängste zu sprechen. Manche wollen es gar nicht. Oder sie reden erst Wochen - oder gar Monate – später darüber. Dennoch bedeutet Nähe in einer guten Beziehung Schutz und Sicherheit.  

Wie gestalte ich eine verlässliche Beziehung zu meinen Kindern?

Hilfreich ist es außerdem, wenn Kinder die Beziehung zu ihren Eltern als verlässlich erleben. Das bedeutet einerseits: Wenn Sie Ihren Kindern etwas versprechen oder Absprachen treffen, sollten Sie auch zu Ihrem Wort stehen. Andererseits geht es auch darum, Ihren Kindern Ihre eigenen Gefühle verständlich zu machen. Ein Beispiel: Sie sind traurig. Ihre Vierjährige kommt ins Wohnzimmer und sieht sie weinend auf dem Sofa sitzen. Für Ihre Tochter ist es dann gut zu hören: „Ich bin traurig, aber ich kümmere mich selbst drum und bald wird es mir wieder besser gehen. Dann kann ich mit dir spielen.“  

Wie verhalte ich mich bei Streitereien in der Familie?

Gerade kleine Kinder entwickeln oft ein magisches Denken und fühlen sich verantwortlich, wenn es ihren Eltern nicht so gut geht oder sie Unstimmigkeiten haben. Daher kann es bei Streitereien förderlich sein zu sagen: „Ja, wir streiten uns gerade, aber das hat nichts mit dir zu tun. Wir klären das schon.“ Das heißt: Sowohl angenehme als auch unangenehme Gefühle dürfen sein. Sie gehören zum Familienleben dazu.  

Was ist sonst noch wichtig für eine gute Eltern-Kind-Beziehung?
Es gibt sicherlich noch viele andere bedeutsame Aspekte: So gehören auch klare Grenzen zu einer verlässlichen Beziehung. Und es tut Kindern natürlich gut, wenn sie Fehler machen dürfen und offen drüber sprechen können, ohne verurteilt zu werden. All dies gelingt in einer respektvollen wertschätzenden Atmosphäre, die Kinder ermutigt, die nächsten Schritte auf ihre eigene Art und Weise zu gehen.

Wie geht Ermutigung für Eltern?
Übrigens: Auch für Sie als Eltern ist Ermutigung wichtig. Schauen Sie also immer mal wieder wohlwollend auf das, was Sie an sich als Mutter oder Vater schätzen. Oder überlegen Sie, in welcher Weise Sie die oben geschilderten sozialen Grundbedürfnisse Ihrer Kinder im Familienleben erfüllen: Welche Situationen fallen Ihnen ein, in denen Sie wahrnehmen, dass Ihr Kind sich geliebt, wichtig, fähig oder geborgen fühlt? Übrigens: Das können Sie auch gemeinsam tun: Als Elternpaar oder unter befreundeten Müttern und Vätern. Viel Freude bei der Spurensuche!

Dieser Beitrag unter elternbriefe.de

Ehe- und Familienpastoral
Schrammerstr. 3
80333 München
Telefon: 089 2137-1244
eheundfamilie(at)eomuc.de
http://www.ehe-und-familie.info
Fachbereichsleiterin:
Agnes Passauer, Pastoralreferentin und Eheberaterin

Themen und Angebote:
- Begleitung von Haupt- u. Ehrenamtlichen in der Familienarbeit vor Ort
- Diözesane Projekte (z.B. Ehepaarsegnung, Ehe-Jubiläen)
- Religiöse Begleitung von Familien, z.B. "Kess-erziehen: staunen - fragen - Gott entdecken"
- Unterstützung von Eltern und Kindern in die Pubertät (MFM-Programm)
- Natürliche Familienplanung (NFP nach Sensiplan)
- Arbeitshilfen, Materialien für die Familienarbeit vor Ort (z.B. Rituale in der Familie, Elternbriefe, Segensgottesdienste und Tag für Paare etc.)
- Kooperation mit Verbänden

Ansprechpartner für die Region West:
Johannes Sporrer
Ansprechpartnerin für die Region Nord:
Sylvia Braun-Schmidtner
Ansprechpartnerin für die Region Nord-Ost:
Cornelia Saumweber
Ansprechpartner für die Region Süd-Ost:
Peter Glaser
Ansprechpartner für die Region München-Ost:
Michael Kafka

Referentinnen für Wertorientierte Sexualpädagogik:
MFM-Programm
mfm(at)eomuc.de
Tel. 089 213-3175
Josiane Wies-Flaig, Dipl. Sozialpädagogin
Katja Haberl, Dipl. Sozialpädagogin

NFP/Sensiplan
nfp(at)eomuc.de
Claudia Wiesner, Ärztin
Tel.: 089 2137-2249

Tipps für die Corona-Zeit

Bei Ängsten, Lockdown-Koller oder Beziehungsproblemen wegen Corona: Auf der Website www.elternbriefe.de finden Mütter und Väter hilfreiche Tipps für den Familienalltag in der Pandemie.