Ferienregelung bei Trennungs- und Scheidungsfamilien

Trennung und Scheidung sind nicht nur ein schmerzlicher Schritt für Mann und Frau, sondern besonders auch für die Kinder. Dabei ist es den meisten Eltern ein Anliegen, die Trennung für ihre Kinder so wenig belastend wie möglich zu gestalten – auch in den Ferien.
vater und sohn spielen mit lego im wohnzimmer
(Bild: imago / Westend61)
Trotzdem: Für ein Kind, das die Trennung der Eltern erlebt, zerbricht eine vertraute Welt. Kinder verstehen nicht, warum ihre Eltern sich nicht mehr vertragen oder einander nicht mehr lieben. Sie sind verunsichert, wissen nicht, was das jetzt für sie bedeutet und was sich ändern wird. Ihnen wird der Boden unter den Füßen weggezogen.

Eltern können ihre Kinder unterstützen, die Krise der Trennung zu bewältigen. Sie können viel dazu beitragen, dass seelische Beeinträchtigungen ihrer Kinder geringgehalten werden oder sich gar nicht entwickeln.

Ein wichtiger Aspekt im Rahmen von Trennungs- und Scheidungsvereinbarungen sind faire und kindgerechte Absprachen bezüglich der Ferien.
rückansicht mutter und tochter laufen einen holzpfad entlang
  • Respektvoller Umgang: Es ist wichtig auf die Wünsche und Bedürfnisse aller zu schauen. Dabei spielt das Alter der Kinder eine wichtige Rolle: Bei kleinen Kindern müssen die Eltern eine umsichtige Entscheidung miteinander aushandeln. Je größer die Kinder, umso mehr sollten diese ein Mitspracherecht bekommen.

  • Planungssicherheit: Damit sich alle darauf einstellen und planen können, sollten die Vereinbarungen möglichst frühzeitig getroffen werden. Das kann durchaus heißen bereits zu Anfang eines Kindergarten- oder Schuljahres. Für alle Kinder steht in den Ferien der Wunsch im Vordergrund mit beiden Elternteilen Zeit zu verbringen, um wieder Sicherheit, Halt und Orientierung zu entwickeln. Streits zwischen den Eltern oder Neid sind da fehl am Platz.
  • Zeit vor Geld: Trennung und Scheidung gehen in der Regel mit materiellen Einbußen einher, sodass auch die Urlaubsziele oft bescheidener ausfallen müssen. Aber hierin liegt auch die Chance sich darauf zu besinnen, was alle Betroffene in dieser Zeit am meisten brauchen: nämlich Zeit füreinander, eine gute Selbstfürsorge und die Freude an den einfachen Dingen im Leben. Kinder kann man die finanzielle Situation bereits in einem recht jungen Alter offen erklären. Meist ist das für sie ein geringeres Problem als viele Eltern vermuten.
Fachlicher Rat und psychologische Unterstützung für Eltern
Trotz aller guten Vorsätze kann es passieren, dass in dieser schwierigen Zeit Elterngespräche nicht immer konfliktfrei gelingen. In diesem Fall kann fachlicher Rat und psychologische Unterstützung an den Beratungsstellen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in der Erzdiözese eingeholt werden.