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Mit der Taufe das Leben feiern Das Sakrament der Taufe – Tipps und Infos für Eltern, Verwandte und Freunde

Priester gießt bei der Taufe Wasser über den Kopf eines Babys
Mit Gott geheimnisvoll verbunden: Im Sakrament der Taufe stellen die Eltern ihr Kind in besonderer Weise unter den Segen Gottes. (Foto:Pixabay CC0)
Für Eltern ist ihr neu geborenes Kind ein kleines großes Gottesgeschenk. Mit der Taufe vertrauen sie es in besonderer Weise Gott an – und feiern das Leben! Zugleich fragen sich Mutter und Vater vielleicht: Was bedeutet das eigentlich, mein Kind taufen zu lassen? Wie feiert man das? Was hat es mit den Symbolen auf sich? Wie läuft das mit den Taufpaten? Und was bedeutet das überhaupt für uns als Mutter und/oder Vater? Informationen und Tipps rund um das Sakrament der Taufe.

„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“

Vor der Taufe haben Eltern, Verwandte und Freunde viele Fragen. Manche betreffen inhaltliche Aspekte des Geschehens, andere ganz praktische Fragen rund um das Fest. Pastoralreferent Nicolaus Klimek gibt im Gespräch mit Family-Chefredakteur Martin Gundlach fundierte Erklärungen und persönliche Anmerkungen.

Wie läuft eine Taufe ganz praktisch?

Taufkerze steht in einer Kirche
Zeichen für das Licht Christi in der Welt: die Taufkerze. (Foto: Pixabay CC0)
Eltern und Paten versprechen stellvertretend für den Säugling, sich für das Gute und gegen das Böse und seine Versuchungen zu entscheiden und sich zu Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist zu bekennen. Danach findet die eigentliche Taufe statt – in der Regel durch dreimaliges Übergießen oder eben Untertauchen mit Wasser und der Formel: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Danach erfolgt die Salbung mit dem heiligen Öl, dem Chrisam, das Bekleiden mit einem weißen Gewand als Zeichen der Unschuld und Würde. Der Täufling hat gleichsam Christus angezogen. Dann wird die Taufkerze entzündet und übergeben als Zeichen für das Licht Christi in dieser Welt. Unter Umständen kann noch der Effata-Ritus erfolgen, bei dem darum gebetet wird, dass der Herr dem Kind Ohren und Mund öffnen möge, sein Wort zu vernehmen und zu verkünden. Kirchenrechtlich gehört das Kind nun zur katholischen Kirche. Aus der Kirche kann man zwar austreten, aber eine Taufe kann man nicht rückgängig machen oder wiederholen.

Ungetaufte Kinder galten früher als Heidenkinder, man hatte Angst um ihre Seelen.
Diese Sicht und diese Sorge teilen wir heute so nicht mehr. Falls ein Kind früh stirbt, gehen wir davon aus, dass es bei Gott ist.

Wie alt sind denn die Kinder durchschnittlich bei der Taufe?
Das kann man statistisch nicht genau sagen, aber generell gilt, dass die Kinder nicht mehr möglichst rasch nach der Geburt getauft werden. Dass sich das Familienleben erst ein wenig stabilisiert, bevor man die Feier angeht. Aber ungefähr drei von vier Kindern mit getauften Eltern werden im ersten Lebensjahr getauft.

Interview: Martin Gundlach. Das vollständige Gespräch lesen Sie im Magazin „Taufe“ (siehe Kasten unten).

Tipp: Nicht vergleichen!

Feste können schnell in Stress ausufern. Gerade dann, wenn in der eigenen Familie nicht alles glattläuft. Vergleichen Sie sich nicht mit den Bilderbuch-Familien, bei denen es anscheinend noch inniger oder noch edler oder noch harmonischer zugeht. Stehen Sie selbstbewusst zu Ihrem eigenen Stil und Ihren eigenen Möglichkeiten und Grenzen.

Pate (m/w) gesucht!

Zur Taufe gehören Paten. Aber wie findet man die richtigen? Und worauf sollte man achten? Anregungen von David Walbelder, Referent bei der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung.
Vater, Mutter und Taufpatin mit Baby bei Taufe
Was soll die Taufpatin vor allem sein: eine Entlastung für die Eltern? Ansprechpartnerin für das Kind? Vorbild im Glauben? (Foto: imago/imagebroker/begsteiger)
Auf jeden Fall mein Bruder, das ist bei uns so Tradition!“ – „Naja, Familie schön und gut. Aber schon mal überlegt, wie der das aus 500 Kilometern Entfernung machen soll? Der sieht unsere Kleine doch maximal an Weihnachten und zu Geburtstagen. Was ist mit Christina? Die ist nicht nur meine, sondern mittlerweile auch deine Freundin. Und die wohnt nur einen Stadtteil weiter!“ – „Aber ist die nicht evangelisch? Und ich glaube kaum, dass die sich um die Kleine kümmern kann, wenn uns mal was passieren sollte. Die zweifelt ja schon bei ihren Kindern, ob das finanziell passt!“ – „Stimmt …“

Offenbar gar nicht so einfach, sich zu überlegen, wer Pate oder Patin werden soll. Und was braucht es eigentlich zum Taufpaten-Dasein? Hier mischt sich häufig Verunsicherung mit dem, was man so gehört hat.
 
Regeln gehören dazu
Ein paar Unklarheiten können aber schnell beiseitegeschafft werden: Dass die eingangs erwähnte Christina evangelisch ist, ist bei einer katholischen Taufe kein Problem. Lediglich eine oder einer der beiden Taufpaten muss katholisch sein. Der oder die Katholische muss gefirmt und zur Erstkommunion gegangen sein. Christina wäre in diesem Fall einfach eine „Taufzeugin“, wie es im Amtskirchen-Deutsch heißt. So oder so muss sie mindestens 16 Jahre alt sein.

Bei einer evangelischen Taufe gilt dies in der Regel genauso: eine oder einer von beiden muss (in einigen Landeskirchen sollte) evangelisch und auch konfirmiert sein. Die Altersgrenze liegt hier bei 14 Jahren. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann allerdings weder bei einer evangelischen noch bei einer katholischen Taufe Pate oder Patin sein. Dass Paten nach dem Tod der Eltern für das Patenkind sorgen müssen, ist trotz landläufiger Meinung nicht so. Im Gegenteil: Wenn Eltern und Paten das vereinbaren wollen, müssen die Eltern es schriftlich festhalten, am besten in Form einer so genannten Vormundverfügung.
 
Beziehung pflegen
Das sind natürlich rein formale Kriterien. Für viele Eltern sind ganz andere Aspekte wichtig: Taufpaten können eine Entlastung für die Eltern sein und sind neben ihnen Ansprechpartner für das Kind – und ein bisschen auch Vorbild. Deshalb sollten sie an einem Beziehungsaufbau mit dem Kind Interesse haben und die Beziehung auch pflegen wollen. Es geht allerdings nicht darum, dass ein Pate oder eine Patin eine Checkliste durchlaufen muss, bei der dann kein Häkchen fehlen darf. Die hier genannten Aspekte sollen dabei helfen, eine Idee zu bekommen, wer gut passen könnte.

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind hat später einmal eine große Herausforderung zu meistern. Und Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin sind gerade nicht verfügbar. Bei welcher Person aus Ihrem Umfeld hätten Sie das Gefühl, dass Ihr Kind gut nachfragen und Unterstützung bekommen kann? Wer wäre besonders hilfreich?
 
Freunde oder Familie?
Eine Grundsatzfrage ist, ob die Paten aus der eigenen Familie kommen sollen oder nicht. Für Kathi und Sören war die Entscheidung klar: „Wir wollten auf jeden Fall, dass es ein Freund von uns ist. Wer außerhalb des eigenen Familienclans ist, bringt eine andere Perspektive mit rein und hat gerade in schwierigen Situationen nicht dieselben Scheuklappen. Wir wollten jemanden, der uns beide gut kennt und auch kritische Dinge mit uns bespricht.“ Genauso gibt es gute Gründe dafür, Verwandte zu fragen. Jürgen empfindet es zum Beispiel als großen Vorteil, dass er nicht nur Taufpate, sondern auch Onkel seines Patenkindes ist: „Weil wir auch über die Familie miteinander verbunden sind, sehen wir uns viel häufiger, als das bei Freunden ginge.“ In der katholischen Kirche, wo das Patenamt bis zum Lebensende gilt, haben diese Überlegungen vielleicht eine andere Bedeutung als in der evangelischen Kirche, wo das Patenamt mit der Konfirmation des Patenkindes endet.

Bei der Taufe selbst stehen die Paten mit am Taufbecken und können auch in die Liturgie mit einbezogen werden. Sprechen Sie mit der Person, die die Taufe durchführt, wie Sie sich das wünschen und was möglich ist. In jedem Fall versprechen die Paten in der Liturgie, dass sie auch Vorbild im Glauben sein wollen. Für manche macht das die Patensuche schwierig: „Bei mir ist niemand so richtig gläubig“, sagt Annika. Hier ist es wichtig klarzustellen: Es gibt nicht „richtig“ und „falsch“ gläubig. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind hat später einmal eine Frage zu einem religiösen Thema – sei es Vertrauen, Tod oder eine wichtige moralische Entscheidung – und kann Sie gerade nicht fragen: Wer wäre dann ein hilfreicher Ansprechpartner?
 
Und wenn er oder sie Nein sagt?
Je nachdem, wie Sie zum Leben und zum Glauben eingestellt sind, sind Ihnen vermutlich unterschiedliche Dinge an einem Paten wichtig. Was soll der Pate oder die Patin vor allem sein: Vorbild? Ansprechpartner? (Finanzieller) Unterstützer in der Not? Entlastung für Sie? Oder …? Stellen Sie das in den Vordergrund Ihrer Überlegungen. Und vor allem: Sprechen Sie mit den möglichen Paten darüber, was Ihnen wichtig ist. Und geben Sie ihnen auch die Chance, zu sagen, was sie leisten können und wollen – und was nicht.

Doch auch wenn Sie alles gut besprechen und erklären, kann es passieren, dass Menschen, die Sie fragen, keine Paten werden möchten. So auch Jürgen, der eine Anfrage von Freunden abgelehnt hat. „Ich sehe diese Freunde nur einmal im Jahr. Für ein Patenkind will ich aber nicht nur der Geschenke-Onkel für Weihnachten, Ostern und Geburtstag sein. Ich will Lebensbegleiter sein. Zum Patensein gehört für mich eine große Verantwortung. Ich hätte meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden können.“ Das befreundete Paar hat mit Verständnis reagiert und die Absage nicht persönlich genommen: „Warum auch? Die Absage war ja keine an die beiden, sondern an die Verantwortung einer Patenschaft.“

Egal, wie Sie sich entscheiden und wie die möglichen Paten reagieren: Geschmeichelt fühlen sich Menschen immer, wenn man ihnen so etwas zutraut. Und Paten können wirklich toll und hilfreich sein. Freuen Sie sich über diese Chance – für Ihr Kind und für sich selbst.

David Walbelder

Titel Magazin Taufe - Das Leben feiern
Die Texte stammen aus der Zeitschrift "Taufe – Das Leben feiern", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung in Kooperation mit der Zeitschrift Family.

Das Magazin "Taufe" bietet Tipps und Hintergrundwissen von Expertinnen und Experten sowie Erfahrungen und Geschichten von Eltern – fundiert und nah am Leben.

Kostenlose Ansichtsexemplare für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie weitere Multiplikatoren im Bereich des Erzbistums München und Freising gibt es bei Agnes Passauer, Ehe- und Familienpastoral, solange der Vorrat reicht. Kontakt siehe unten.

Das Magazin ist erhältlich im Zeitschriftenhandel zum Preis von 3,90 Euro.
Zudem kann es mit Rabatten bestellt werden auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung  (10 % Nachlass ab 20 Stück und 25 % ab 50 Stück).


Ehe- und Familienpastoral
Schrammerstr. 3
80333 München
Telefon: 089 2137-1244
eheundfamilie(at)eomuc.de
http://www.ehe-und-familie.info
Fachbereichsleiterin:
Agnes Passauer, Pastoralreferentin und Eheberaterin

Themen und Angebote:
- Begleitung von Haupt- u. Ehrenamtlichen in der Familienarbeit vor Ort
- Diözesane Projekte (z.B. Ehepaarsegnung, Ehe-Jubiläen)
- Religiöse Begleitung von Familien, z.B. "Kess-erziehen: staunen - fragen - Gott entdecken"
- Unterstützung von Eltern und Kindern in die Pubertät (MFM-Programm)
- Natürliche Familienplanung (NFP nach Sensiplan)
- Arbeitshilfen, Materialien für die Familienarbeit vor Ort (z.B. Rituale in der Familie, Elternbriefe, Segensgottesdienste und Tag für Paare etc.)
- Kooperation mit Verbänden

Ansprechpartner für die Region West:
Johannes Sporrer
Ansprechpartnerin für die Region Nord:
Sylvia Braun-Schmidtner
Ansprechpartnerin für die Region Nord-Ost:
Cornelia Saumweber
Ansprechpartner für die Region Süd-Ost:
Peter Glaser
Ansprechpartner für die Region München-Ost:
Michael Kafka

Referentinnen für Wertorientierte Sexualpädagogik:
MFM-Programm
mfm(at)eomuc.de
Tel. 089 213-3175
Josiane Wies-Flaig, Dipl. Sozialpädagogin
Katja Haberl, Dipl. Sozialpädagogin

NFP/Sensiplan
nfp(at)eomuc.de
Claudia Wiesner, Ärztin
Tel.: 089 2137-2249