Begleiter für die Kar- und Ostertage in München
17. Februar - 11. April 2021

Kreuzweg 1. Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich

Jesus nimmt das Kreuz
Nach der Verurteilung beginnt der Kreuzweg Jesu damit, dass er das Kreuz auf seine Schultern nimmt. Er muss es selbst zum Berg Golgatha tragen. Die christliche Tradition hat in der Kreuzaufnahme mehr gesehen als den mechanischen Vorgang. Hier beginnt symbolisch, was wenig später tödlicher Ernst wird: Christus nimmt das Leid der Welt auf sich. Das Kreuz ist letztlich unser Kreuz, er trägt es für uns und mit uns.

Unter der Corona-Pandemie leiden natürlich zunächst die Menschen, die unmittelbar betroffen sind. Die Erkrankten, die Hinterbliebenen, aber auch die Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen, die oft allein sind mit der Situation und der Angst. Doch es gibt Menschen, die nehmen selbst Last und Leid auf sich, um den Betroffenen beizustehen. Alois Bierl, Chefreporter des Münchner Kirchenradios,  hat einen von ihnen getroffen:
Günter Ebert
Günter Ebert (© Ivo Markota)
Günther Ebert (68) aus München-Harlaching besucht auch während der Coronapandemie alte Menschen, die früher im Pfarrsprengel gewohnt haben und jetzt in Pflegeheimen untergebracht sind, oder wochenlang in Kliniken oder auf Reha-Stationen liegen.
„Es tut mir weh, dass diese Frauen und Männer meistens 22 Stunden am Tag völlig allein sind. Das Personal kann ja immer nur kurz vorbeischauen. Das waren schließlich Menschen, denen ich jeden Sonntag in der Kirche begegnet bin, die sich oft für die Pfarrei eingesetzt haben und jetzt niemanden mehr haben.  Die dürfen wir nicht vergessen. Es ist natürlich nicht ganz einfach, sie zu besuchen. Einer alten Dame habe ich einmal in voller Schutzkleidung viele Minuten lang nur die Hand gehalten. Ich glaube, es hat ihr gut getan, obwohl sie nicht sprechen konnte. Manchmal fahre ich zu drei verschiedenen Pflegeheimen am Tag und muss mich jedes Mal neu testen lassen und mich natürlich auch mit den Heimleitungen und den gesetzlich bestellten Betreuern abstimmen. Aber das ist mir die Sache in jedem Fall wert.“