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Soziale Leistungen

Grundleistungen für Asylbewerber
 
Asylbewerber erhalten materielle Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Asylbewerber, die sich noch in einer Erstaufnahme-Einrichtung befinden, erhalten diese vorwiegend als Sachleistung. Sie bekommen dort vorbereitetes Essen, das in der Regel auf religiöse oder kulturelle Bedürfnisse abgestimmt ist. Dazu erhalten sie einen so genannten monatlichen Aufstockungsbeitrag (Taschengeld) in Höhe von 143 Euro für einen alleinstehenden Erwachsenen.

Die Beträge für Familienangehörige sind nach Alter gestaffelt. Asylbewerber außerhalb einer Erstaufnahme-Einrichtung erhalten ihre Unterstützung in der Regel als Bargeld, für einen alleinstehenden Erwachsenen zum Beispiel 344 Euro im Monat plus die Kosten des Wohnraums.

Befindet sich der Asylbewerber in einer Unterkunft, wird ihm wegen der mit der Unterkunft bereitgestellten Ausstattung und Verbrauchsgüter wie Hausrat oder Strom ein entsprechender Beitrag abgezogen. Gleiches gilt, wenn Fahrkarten für den öffentlichen Personennahverkehr ausgegeben werden. Dann wird der Barbetrag ebenfalls reduziert.  Der maßgebliche Basisregelsatz beträgt für einen Erwachsenen 334,-- Euro und verringert sich um die als Sachleistung gewährten Hilfen. Für Familienangehörige gelten entsprechende altersbezogene Sätze. Sind nach der Stellung des Asylantrags 18 Monate vergangen, können Asylbewerber in der Regel Leistungen analog zum Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten. Anerkannte Flüchtlinge haben grundsätzlich Anspruch auf ALG II, wenn der Lebensunterhalt nicht durch eigenes Einkommen oder Vermögen gesichert werden kann.


Deutschkurse
 
Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive (derzeit nurmehr Asylbewerber aus Syrien und Eritrea) können sofort an einem öffentlich geförderten Integrationskurs teilnehmen. Asylbewerber aus anderen Ländern haben kaum Zugang zu offiziellen Deutschkursen.

Ehrenamtliche bieten häufig in Unterkünften Kurse an und unterstützen Familien und Einzelpersonen beim Erlernen der deutschen Sprache.


Beschäftigung und Einkommen
 
Die Ausübung einer Beschäftigung ist dem Landratsamt - Sozialamt - unverzüglich mitzuteilen, auch die aktuellen Gehaltsnachweise sind monatlich vorzulegen. Hat ein Asylbewerber ein Arbeitseinkommen, muss er dies für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie einsetzen.

Nur wenn damit der Bedarf nicht gedeckt ist, erhält er ergänzende Leistungen vom Sozialamt. Reicht das erzielte Einkommen nicht für den kompletten Lebensunterhalt gibt es aufstockende Leistungen. Das Einkommen, abgesehen von einem Freibetrag in Höhe von 200,-- Euro ist für den Lebensunterhalt einzusetzen.
 

Eröffnung eines Bankkontos
 
Asylbewerber dürfen grundsätzlich ein Bankkonto eröffnen. Dort werden generell eine individuelle Prüfung der Legitimation sowie die Einhaltung der Vorschriften des Geldwäschegesetzes vorgenommen.

Flüchtlinge und Asylbewerber genügen der Ausweispflicht, wenn sie eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung („Aussetzung der Abschiebung“) vorlegen können, die mit den Angaben zur Person und einem Lichtbild versehen sind und als Ausweisersatz bezeichnet werden.