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Gipfelstürmerinnen - Bergwanderung für junge Frauen

Der Weg ist das Ziel – unter diesem Motto hat sich Katharina Zöpfl an einem Samstag Mitte Juli mit fünf weiteren „Gipfelstürmerinnen“ zu einer Wanderung auf den Breitenstein aufgemacht. Der Ausflug wurde von der Katholischen Jugendstelle Rosenheim zusammen mit der Frauenseelsorge des Erzbistums München und Freising organisiert und richtete sich speziell an junge Frauen.
junge Frauen am Gipel des Breitensteins
Die Gipfelstürmerinnen am Gipfel des Breitensteins (Foto: SMB / Katharina Zöpfl)

Impulse für den Weg

Treffpunkt ist um 8.45 Uhr an der Wallfahrtskirche Maria Birkenstein. Nach und nach trudeln alle Teilnehmerinnen ein und machen sich miteinander bekannt. Bevor wir unsere ersten Schritte in Richtung Breitenstein gehen, gibt uns Stephanie Meier von der Jugendstelle Rosenheim noch einen kleinen Impuls mit auf den Weg: „Im Berggehen wird manchmal das ein oder andere durchsichtig. Die Zeit, das Ziel, dein Leben und das Miteinander der Gefährtinnen und Gefährten werden durchsichtig, lassen durchsehen bis an die Anfänge, bis hin zum Ziel.“

Nun marschieren wir also los. Die Sonne versteckt sich hinter einer dicken Wolkendecke und es beginnt leicht zu tröpfeln. Ich nutze die ersten Meter, um meine Weggefährtinnen etwas besser kennenzulernen. Maria wohnt erst seit drei Wochen in Bayern. Sie hat in Heidelberg Medizin studiert und gerade mit ihrer Facharztausbildung in München begonnen. Stefanie macht gerade ein Praktikum an der Jugendstelle Rosenheim.

Wir wandern einen steilen Waldweg entlang und ich merke bald, dass mich heute keineswegs ein lockerer Spaziergang erwartet. Die Gruppe legt ein sportliches Tempo an den Tag, und ich beginne, mich auf meine Atmung zu konzentrieren. „Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen“, japst Gipfelstürmerin Bianca. Anscheinend strengt nicht nur mich die morgendliche Tour an.

Den Alltag hinter sich lassen

Die anfänglichen Unterhaltungen verstummen allmählich. Ich achte bewusst auf meine Schritte und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Ich denke an die Ereignisse der letzten Wochen, Dinge und Begegnungen die mich beschäftigen, gehen mir durch den Kopf. Und immer wieder kommen mir Termine und Aufgaben in den Sinn, die in der nächsten Zeit anstehen. Doch unter der körperlichen Anstrengung, im monotonen Rhythmus meiner Schritte treten Alltagssorgen und Gedanken immer mehr in den Hintergrund. In diesem Moment geht es nur noch um das Hier und Jetzt und um den Weg, den ich beschreite. Ich nehme die Natur um mich herum wahr, lausche dem sanften Rauschen des kleinen Bächleins, an dem wir entlanglaufen und beobachte die Schmetterlinge und Käfer am Wegesrand. „Man sieht, dass langsam Ruhe einkehrt, und jeder mit sich selbst und dem Weg beschäftigt ist“, beschreibt Stephanie Meier die Stimmung. Die 31-jährige ist begeisterte Bergsportlerin und macht momentan eine Zusatzausbildung zur Erlebnispädagogin.

Als wir den Wald verlassen, werden wir von einem strahlend blauen Himmel begrüßt. Vorbei an Kuhherden und saftig grünen Wiesen nehmen wir die letzte Etappe zum Gipfel. Am Wegesrand entdecken wir die unterschiedlichsten Beeren und Kräuter. Stephanie Meier erklärt fachkundig, wie sich Brennnessel, Minze und Frauenmantel in der Küche oder zu medizinischen Zwecken verwenden lassen.

Als wir schließlich nach einem Zwischenstopp auf dem Bockstein den Gipfel des Breitensteins erreichen, bietet sich uns ein herrlicher Ausblick über das Mangfallgebirge, das Stephanie Meier mit einem weiteren Kurzimpuls untermalt. Bevor wir den Abstieg antreten, kehren wir unterhalb des Breitensteins in der Hubertushütte ein, wo wir uns mit Holunderlimonade und Kaffee stärken. Stephanie Meier hat unterschiedliche Impulse mitgebracht, die wir uns in aller Ruhe durchlesen. „Höhe sorgt dafür, dass einem der vertrauteste Anblick völlig fremd erscheint“, heißt es beispielsweise.
junge Frauen nach einer Wanderung eingekehrt bei einer Hütte

Herzliche Einladung zu neuen Wanderungen

Gegen 15 Uhr gelangen wir nach sechs Stunden Wanderung und 800 zurückgelegten Höhenmetern erschöpft wieder nach Maria Birkenstein. „Als ich von unten den Gipfel gesehen habe, dachte ich mir, ach du Grüne Neune, da soll ich hoch? Jetzt bin ich schon stolz, dass ich es so gut geschafft habe“, erzählt Geographiestudentin Bianca lachend. Auch Ärztin Maria blickt zufrieden auf die letzten Stunden zurück: „Ich fand es besonders schön, dass Stephanie so viel über die Umgebung zu berichten wusste.“ Praktikantin Stefanie fand insbesondere die Gruppenerfahrung interessant: „Ich bin oft alleine oder zu zweit unterwegs. Gemeinsam in der Gruppe so einen Weg zu gehen, ist schon noch einmal etwas ganz anderes.“

Ein abschließender Besuch in der Kapelle rundet den Tagesausflug ab. Stephanie Meier freut sich über die gelungene Aktion: „Das war ein voller Erfolg! Einer ähnlichen Bergtour im nächsten Jahr steht nichts im Wege!“

Text und Fotos: Katharina Zöpfl