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Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

Diözesanrat warnt vor steigendem Flächenverbrauch

Impulspapier betont Bedeutung des Bodenschutzes und erläutert Handlungsmöglichkeiten
München, 27. Juli 2018. In seinem Impulspapier „Unser Boden – Fundament des Lebens“ kritisiert der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising den steigenden Flächenverbrauch in Bayern und ruft zu politischem und gesellschaftlichem Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden auf. „Für die Überlebensfähigkeit der Menschheit ist die Erhaltung des Bodens ein entscheidender Faktor“, heißt es in dem Text, der vom Sachbereich Ökologie und Globale Verantwortung des Diözesanrats erarbeitet wurde: „Beim Schutz des Bodens handelt es sich daher um eine ökologische Herausforderung, die mit der Bekämpfung des Klimawandels durchaus vergleichbar ist.“
 
Bayern weise aufgrund des Bevölkerungswachstums durch Zuwanderung, der hohen wirtschaftlichen Dynamik sowie der gestiegenen Mobilitätsanforderungen im Bundesvergleich den höchsten Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen auf, stellt der Diözesanrat fest. Negative Auswirkungen seien unter anderem eine Bedrohung der Artenvielfalt, steigende Hochwassergefahr, eine Einschränkung der Landwirtschaft sowie eine Veränderung des Landschaftsbildes durch Zersiedelung und Gewerbeansiedlungen außerhalb von Orten.
 
Das Impulspapier erläutert biblische und theologische Grundlagen und betont, der Boden sei nach dem christlichen Glauben eine „Leihgabe, die der Mensch als Verwalter und Hüter der Schöpfung zwar bearbeiten, bewohnen und verwalten darf, die er jedoch unversehrt an die jeweils nächste Generation weitergeben soll“. Daraus ergebe sich „eine spezifische Verantwortung der Menschen für den Erhalt des Bodens“, die in langfristiger und globaler Perspektive wahrgenommen werden müsse.
 
Der Vorsitzende des Diözesanrats, Hans Tremmel, sagt, dem Impulspapier gelinge es, die päpstliche Enzyklika „Laudato Si‘“ auf das konkrete Problem des Flächenverbrauchs anzuwenden: „Die Experten in unseren eigenen Reihen haben die Thesen von Papst Franziskus quasi geerdet und in ganz praktische Handlungsoptionen überführt.“ Um Bodennutzung nachhaltig zu gestalten, müssten viele Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam ihrer Verantwortung nachkommen. „Dafür wollen wir mit unserem Impulspapier Interesse wecken und Anregungen geben.“
 
Der Diözesanrat ruft Christen auf, sich beispielsweise für eine nachhaltigere Bodennutzung durch Staat und Kommunen zu engagieren: Statt neue Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen auszuweisen, sollten die bereits genutzten Flächen nachverdichtet und weiterentwickelt werden, nach Möglichkeit auch renaturiert. Nachhaltige Landwirtschaft solle ausgebaut, intensive Landwirtschaft bodenschonend betrieben werden. Das Impulspaper betont aber auch die „wesentliche Mitverantwortung“ der Verbraucher. Zentrale Handlungsmöglichkeiten seien ein verminderter Anspruch an die Wohnfläche pro Person, die Verringerung des Individualverkehrs, ein verringerter Fleischkonsum sowie der Kauf von fair gehandelten, biologisch und regional erzeugten Nahrungsmitteln und die Bevorzugung saisonaler Produkte. Die Kirchen könnten als gesellschaftliche Vorbilder wirken bei der Bewirtschaftung eigener Flächen, bei der Auswahl von Pächtern und Gestaltung von Pachtverträgen, durch die gezielte Förderung der ökologischen Landwirtschaft sowie die Offenheit für Innenraumverdichtung auf kirchlichem Grund innerhalb von Siedlungsgebieten. Die Kirche könne zudem in ihrer Verkündigung die Schöpfungsverantwortung stärker thematisieren. Ansatzpunkte könnten der Weltgebetstag der Schöpfung am 1. September oder das Erntedankfest Anfang Oktober sein. (gob)

Die Broschüre "Unser Boden - Fundament des Lebens" finden Sie hier zum Download.