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Pfarrverband Trostberg

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14.04.2018 - Trostberg - 40. Cafe-International

Text und Bilder von Christine Limmer
40 Mal, seit Januar 2015, veranstalten die Kolpingsfamilien St. Andreas, Schwarzau und Heiligkreuz das Café International im Trostberger Pfarrsaal St. Andreas als offene Begegnungsstätte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Seitdem kommen die Verantwortlichen regelmäßig zusammen,  um die Organisation der einzelnen Veranstaltungstage zu besprechen. Mit dem Öffnen der Türen pünktlich um 15 Uhr sei es nicht getan, so Ernst Hartl, der für alle Kolpingsfamilien sprach. Die Tage müssen festgelegt und der Saal reserviert werden, ein Programm erstellt, die Tische aufgebaut und Kuchen gebacken werden um das Café attraktiv zu halten. Er stellte fest, dass in diesen drei Jahren an die 1000 Kuchen, Torten oder Pikantes gebacken wurden um den Nachmittag zu versüßen. 

Nach diesen 40 Öffnungstagen freuen sich die Vorstände der Kolpingsfamilien, dass nach wie vor die Freude und das Interesse an dieser Einrichtung vorhanden ist. Dieses Café International, das ursprünglich dazu diente, Einheimische mit Asylbewerbern und Flüchtlingen aus den Nationen Afghanistan, Syrien, Eritrea, Nigeria, Somalia, Guinea, Kongo, Pakistan, Bangladesch, Vietnam oder Tschetschenien in Kontakt zu kommen initiiert wurde, hat sich längst ausgeweitet. Es kommen inzwischen auch sozial schwache oder alleinstehende Trostberger, die hier Abwechslung und Gemeinschaft suchen. Freundschaften haben sich hier schon entwickelt. Es wurden verschiedene Themen in der Gestaltung behandelt. Den Flüchtlingen wurde Bayrisches Brauchtum wie Volkstänze und Musik, aber auch sportliche Highlights wie der Auftritt der Tanzgarden vermittelt. Die Flüchtlinge ihrerseits haben sich für die gelungene Organisation mit einem landestypischen Essen, Musikaufführungen oder der Feier des muslimischen Neujahrsfestes bedankt. 

Das Café International sei ein Beitrag zur Integration des christlichen Verbandes, der nicht nur auf Nächstenliebe beruht, so Ernst Hartl. „Wir möchten nicht nur leere Worte sprechen, sondern wie unser Vorbild Adolf Kolping handeln.“, so ungebrochene Motivation der Kolpingsfamilien. Hartl richtete den Blick auf Syrien und stellte fest, dass sich die Machthaber derzeit benehmen wie kleine Kinder im Sandkasten. Dagegen sei man weit weg des Geschehens jedoch machtlos und es stelle sich die Frage was etwa die Einrichtung des Cafés bringe. „Es bringt immer das Bestmögliche“, ist er überzeugt und betonte, dass sich alle über den Besuch vieler Trostberger freuen würde. 
Bürgermeister Karl Schleid dankte den Kolpingsfamilien und dem Helferkreis für ihr unermüdliches Engagement. „Oft fehlt die Wahrnehmung der Angebote in der Öffentlichkeit. Das Café International wurde in den Zyklus des Lebens und des Veranstaltungskalenders mit aufgenommen. Es ist auch eine Arbeit die Niemand finanzieren kann. Dafür mein ehrlich gemeintes ‚Vergelt’s Gott‘“. Sehr positiv fand Schleid, dass die verschiedenen Nationalitäten nicht mehr nur in Gruppen beieinandersitzen, sondern sich untereinander mischen. Er drückte die Wertschätzung der Stadt den Verantwortlichen mit 500 Euro aus, die er Hartl stellvertretend überreichte. 
Besonders bewegend war der Dank den die Asylbewerber selbst an die Kolpingsfamilie und Helfer richteten. Ramin Moor (Afghanistan) bedankte sich: „40 Mal Cafe International heißt reden können und zuhören.“ Nasiri Rehmatulla (Afghanistan) besucht das Café seit Anfang an und stellte fest, dass es viele Gemeinden gibt, in denen eine solche Veranstaltung nicht angeboten werde. „Hier können Kinder und Erwachsene, Personen mit verschiedenen Religionen zusammenkommen. Hier gibt es Betreuer die sich um uns und unsere Probleme kümmern.“ Ershad Rezaie (Afghanistan) freut sich mit bayrischem Dialekt: „I g’frei mi, dass i so viel Leut seh. Man nicht nur einfach ‚Danke‘ sagen. Es ist eine großartige Arbeit die ihr leistet.“ Huruy Gebrezgabher (Eritrea), dankte für die Hilfsbereitschaft, die er in Trostberg erfahren hat. Tsegazki Berhe (Eritrea) findet es keine Selbstverständlichkeit im Café International kostenlos Kaffee und Kuchen zu erhalten. „Uns geht es hier gut.“ betont er. Hussain Ali Zada (Afghanistan) sagte. „Ich freue mich hier bei euch zu sein.“ Mohammed Al Hossan (Syrien) forderte einen großen Applaus von den Anwesenden für die „tolle Arbeit in Trostberg“, der auch gerne gegeben wurde. 

Auch die Vertreter der katholischen Kirche mit Pfarrer Florian Schomers und Diakon Gregor Herth und Pfarrer Josef Höglauer aus der evangelischen Kirche sprachen sich loben über das Engagement aus, bevor der Jubiläumskuchen von Ernst Hartl und Karl Schleid angeschnitten wurde. Zum Schluß wurde wieder bayrisches Brauchtum nähergebracht. „Oachkatzln“, ein Schnelligkeitsspiel und das „Oascheibn“, der österliche Brauch mit Ostereiern kam dabei bestens an.
Text und Bilder von Christine Limmer