Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

Pfarrverband Trostberg

Pfarrbüro Trostberg - Tel. 08621 / 64 600-0 - Pfarrbüro Schwarzau - Tel. 08621 / 98 37-0

24.10.2018 - Pfarrverband - Dekanatsvollversammlung

Dekanatsratssitzung in Trostberg – Bericht von Tine Limmer
Dekanatsratssitzung
Zum ersten Mal fand die Dekanatsratssitzung des Dekanats Baumburg im Pfarrsaal St. Andreas statt. Die Herbstvollversammlung stand dabei unter dem Motto „50 Jahre Pfarrgemeinderäte – miteinander auf den Weg in die Zukunft“
Viele Engagierte aus den Pfarreien Asten, Baumburg, Engelsberg, Freutsmoos, Garching, Kay, Kienberg, Lindach, Palling, Peterskirchen, Pittenhart, Obing, Oberfeldkirchen, Seeon, Seebruck, St. Georgen, Taching, Tacherting, Tittmoning, Trostberg, Traunreut und Traunwalchen zeigten großes Interesse an der Veranstaltung.
Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas trafen sich alle im Pfarrsaal. Gabi Graf, Mitglied im Diözesanrat, informierte, dass die Beteiligung an der Pfarrgemeinderatswahl im Frühjahr durch Briefwahl um 24 Prozent gesteigert werden konnte. In den vergangenen Jahren habe man mit den thematisch orientierten Versammlungen gezeigt, dass man nahe am Puls der Zeit sei und nicht nur kirchlich, sondern auch politisch den Kern der Zeit treffe. Noch sei die Diözese München-Freising im Vergleich zu anderen Bistümern personell gut ausgestattet. Doch Generalvikar Peter Beer habe verlauten lassen, dass große Veränderungen auf die Diözese und Pfarreien zukommen, denn in den nächsten Jahren stehen etwa 30 Prozent der aktiven Priester vor der Verrentung. Er kündigte beim Dekanatsrat an, dass Strukturen verändert werden müssen. Das derzeitige System sei nicht mehr zu halten, vermutet er. Er zeigte auch Bedauern, dass die Bindung zur Jugend verloren zu gehen scheint.
Dekanatsratsvorsitzender Johann Mayer, ergänzte, dass man sich schon mitten in den Veränderungen befinde. Die Pfarreien seien ständiger Veränderungen unterworfen, Rettungsinseln sind derzeit nicht sichtbar, so seine Informationen. Doch solle man nicht mutlos werden, denn Veränderungen habe es zu jeder Zeit in der Kirchengeschichte gegeben.
Elisabeth Simon, Leiterin des Fachbereichs Landpastoral der Diözese und Michael Bayer, Regionalgeschäftsleiter des Diözesanrates Region Süd zeigten die Veränderungen auf, die es seit dem zweiten vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) gegeben habe. Mit eine der größten Veränderungen sei es, dass ein Laiengremium, der Pfarrgemeinderat, vor allem mit beratender Funktion und Bindeglied zwischen Pfarrangehörigen und Priester, eingerichtet wurde. Weitere Veränderungen, auch mithilfe der Räte seien im Gottesdienstablauf, wie etwa der Gottesdienst in deutscher statt lateinischer Sprache, Einführung von Bußgottesdiensten, die Einbeziehungen von Frauen und weitere Schritte in Richtung Ökumene erzielt worden.
Dies sei oft schwierig gewesen und noch heute stellen sich genügend Hindernisse in den Weg so Baier. Doch waren sich die anwesenden Räte einig, dass die Arbeit im Gremium durchaus auch Spaß mache. In Gruppenarbeiten wurden sich ausgetauscht und die Ergebnisse für alle sichtbar gemacht. Sich miteinander, dem Seelsorgeteam, der Pfarrei und der Kirche auseinanderzusetzen, für andere da sein und dabei Gemeinsamkeit und Verlässlichkeit zu spüren sei ein besonderes Gefühl. Gelernt habe man den Mund aufzumachen, ambitioniertes zuhören, der Kirche ein Gesicht zu geben oder dass ein Neuanfang auch Chancen bringen kann. Auf die Frage wie man enkeltauglich leben und den Glauben weitergeben kann, kamen die Antworten, dass man Vorbild sein müsse und die Bibel alltagsgerecht übersetzt werden müsse. Es sei auch wichtig aus dem Muster „Ich muss in die Kirche gehen“ auszubrechen und den Glauben wiederzuentdecken, damit eine neue Form von Freiwilligkeit entstehen könne. Um dies umsetzen zu können, seien eine große Portion Optimismus, ein großes Herz, Bildung, Mut, weniger Egoismus, Begeisterung, Offenheit, Information und Wissen, sowie Ruheorte und Ruhepunkte, der Rückhalt durch Familie und Gesellschaft und die eigene Überzeugung wichtig.
Nach soviel positiver Stimmung stellten Elisabeth Simon und Michael Bayer aber auch klar: „Wir müssen die Kirche nicht retten.“