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„Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes an die ganze Welt“

Kardinal Marx besucht Kindergarten in Garmisch-Partenkirchen und betont Bedeutung integrativer Einrichtungen
Vorweihnachtsbesuch Kardinal Marx 2017
Kardinal Marx zu Besuch im Integrationskindergarten in Garmisch-Partenkirchen. (Foto: Kiderle)
Garmisch-Partenkirchen, 4. Dezember 2017. Sein traditioneller vorweihnachtlicher Besuch führte den Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, am Montag, 4. Dezember in den Integrationskindergarten des Vereins Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe in Garmisch-Partenkirchen. Kardinal Marx machte bei dem Besuch die Wichtigkeit integrativer Einrichtungen deutlich: „Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes an die ganze Welt. Pädagogik bedeutet, zu entdecken: Welche Möglichkeiten sind in diesem Menschen angelegt? Welche Botschaft geht von ihm aus?“ Gerade in der Weihnachtszeit werde daran erinnert, dass im Mittelpunkt des christlichen Glaubens ein Kind stehe und dass sich Gott in Jesus den Menschen zeigen wolle. „Jeder Mensch ist wichtig, jeder verdient das Leben. Keiner darf über den anderen ein Todesurteil fällen!“
 
Es sei eine wichtige Aufgabe, behinderte und nichtbehinderte Menschen in eine Gemeinschaft zu führen, betonte der Erzbischof. „Unterschiede trennen nicht, sie bereichern.“ Was die integrative Einrichtung in Garmisch-Partenkirchen im Kleinen mache, gelte für eine gesamte Gesellschaft, auch in Bezug auf Menschen unterschiedlicher Hautfarbe oder Religion. „Das ist ein zentraler Punkt für die Zukunft: Werden wir mit Unterschieden leben können und sie als Bereicherung empfinden, oder werden neue Grenzen hochgezogen?“ Kardinal Marx erinnerte daran, dass die Beschäftigten in Kindertagesstätten, aber auch etwa in Pflegeeinrichtungen einen wertvollen Dienst für die gesamte Gesellschaft leisteten. Deswegen verdienten sie eine besondere Wertschätzung, die sich auch in einer angemessenen Bezahlung zeigen müsse. Dies sei angesichts der hohen Kosten für Miete und Lebensunterhalt insbesondere in der Stadt München wie in angrenzenden Regionen ein Problem, auf das die Kirche weiter verweisen werde.
 
In sechs Gruppen werden in dem Integrationskindergarten 102 Kinder mit und ohne Behinderung betreut. Alfred Heinle, Vorsitzender des Trägervereins, und Leiterin Petra Röger stellten bei dem Besuch die Arbeit der Einrichtung vor. Kardinal Marx segnete neue Kreuze für die Gruppenräume und Engelfiguren für die Kinder und sprach mit Eltern und Mitarbeitern. Anlässlich seines Besuches überbrachte der Erzbischof auch eine Spende von 10.000 Euro. Mit dem Geld soll die Matschstelle im Garten mit einem Anbau so hergerichtet werden, dass auch Kinder im Rollstuhl dort spielen können. Außerdem werden Terrassenmöbel für die Kindergartengruppen angeschafft.
 
Der Verein Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe betreut und fördert Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder mehrfachen Behinderungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Er unterhält soziale Dienste, Einrichtungen und Arbeitsmöglichkeiten, zum Beispiel ambulante Dienste, Integrationskindergärten, heilpädagogische Tagesstätten, Wohnheime, Pflegeeinrichtungen und Werkstätten sowie eine Praxis für Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie. Der Verein ist korporatives Mitglied des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising. (kel)

(Fotos: Kiderle)