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„Jesus ist auch meine Rettung in all meiner Armseligkeit“

Kardinal Marx feiert Gottesdienst zu Mariä Lichtmess am zehnten Jahrestag seiner Amtseinführung
Gottesdienst zu Lichtmess 2018
Kardinal Marx zelebrierte den Gottesdienst zu Mariä Lichtmess im Liebfrauendom. (Foto: Kiderle)
München, 2. Februar 2018. Anlässlich des Festes Darstellung des Herrn, auch Mariä Lichtmess genannt, hat Kardinal Reinhard Marx betont, dass es die Aufgabe der Kirche sei, Jesus Christus der Welt zu präsentieren – und nicht etwa sich selbst. „Die Berufung der Kirche ist, ihn der Welt zu zeigen, allen Völkern zu offenbaren: Wir sind geheilt“, sagte der Erzbischof bei einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom am Freitag, 2. Februar. Ordensleute unterstrichen diese besondere Berufung durch ihre Lebensform. „Auch meine Aufgabe ist, den Menschen immer wieder Jesus zu zeigen, er ist auch meine Rettung in all meiner Armseligkeit, wenn ich vor Gott trete.“ Marx erinnerte daran, dass er vor genau zehn Jahren am Fest Darstellung des Herrn sein Amt als Erzbischof von München und Freising angetreten hatte.

Das Fest Darstellung des Herrn erinnert an die Darbringung Jesu im Tempel: Der jüdischen Tradition folgend, bringen Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel, um ihn Gott zu weihen. Durch ein Geldopfer lösen sie ihn wieder aus. Der greise Simeon erkennt Jesus als Sohn Gottes und nennt ihn „Messias des Herrn“ und „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“. Sein Lobgesang beginnt mit den Worten „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden“. Er wird nach den lateinischen Anfangsworten „Nunc dimittis“ genannt und täglich in der Komplet gebetet, dem Nachtgebet, das zum Stundengebet der Kirche gehört.

Die Tradition der Lichterprozessionen entstand bereits im ersten Jahrtausend nach Christus, vermutlich auch in Anlehnung an Prozessionen in vorchristlicher Zeit. Aus der Lichtsymbolik erwuchs der Brauch, an diesem Tag die für das kommende Jahr benötigten Kerzen zu weihen. Seit 1997 wird Darstellung des Herrn auch als „Tag des geweihten Lebens“ begangen, bezugnehmend auf die Darbringung Jesu im Tempel. So haben an diesem Tag das Gebet für Ordensfrauen und Ordensmänner und der Dank für ihren Dienst eine besondere Rolle.

Traditionell dauerte die liturgische Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess, erst die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er Jahren verschob ihr Ende auf das Fest Taufe des Herrn am Sonntag nach dem Dreikönigstag. In manchen Kirchen und Familien wird der Weihnachtsschmuck dennoch erst an Mariä Lichtmess abgenommen. Das Fest war lange Zeit auch im bäuerlichen Kalender ein wichtiger Termin, an dem die winterliche Arbeitspause endete. Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn und konnten den Arbeitgeber wechseln, ganz im Sinne des Nunc dimittis: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden“. (kel/gob)