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Kardinal Marx: „Christen sind Universalisten“

Absage an Nationalismus – „Nicht militärische Gewalt entscheidet über Erfolg des Reiches Gottes“
München, 5. Dezember 2017. Partikularismus und Nationalismus stehen nach Worten von Kardinal Reinhard Marx im Widerspruch zur Botschaft der Heiligen Schrift. „Das Volk Israel entdeckt, Gott ist nicht sein Privatgott, sondern er ist Gott und Vater aller Menschen. Alle Völker kommen auf dem Berg Zion zusammen, Israel ist wie ein Lockvogel, damit sich alle Kulturen versammeln“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Dienstag, 5. Dezember, in seiner Predigt im Münchner Liebfrauendom bei einem Gottesdienst zum Fest seines Namenspatrons, des Heiligen Reinhard von Lüttich. „Christen sind Universalisten, sie schauen immer auf alle Menschen.“
 
Wie ein roter Faden ziehe sich die Botschaft von der Überwindung der Gewalt durch die Bibel, von den Schriften des Alten Testaments aus auf Christus hin. „Nicht militärische Macht entscheidet über den Erfolg des Reiches Gottes, sondern das Bild des Friedens ist die große Orientierung der prophetischen Verkündigung.“ Jesus stehe als Zeichen für alle Nationen. „Blinde sehen, Lahme gehen, Tote stehen auf, Aussätzige werden neu in die Gesellschaft geholt und den Armen wird eine frohe Botschaft verkündigt. Wo das geschieht, ist das Reich Gottes unter uns“, sagte der Kardinal. Gerade der Advent lade dazu ein, die Augen aufzumachen und neu auf Christus zu sehen. (kel)