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Kardinal Marx ruft zum Zuhören auf

Drei Männer zu Ständigen Diakonen geweiht / Feierlicher Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom
Diakonenweihe 2018
(v. l.): Jozef Golian, Kardinal Reinhard Marx, Christian Marcon, Ioan Maniur. © Kiderle
München, 6. Oktober 2018. Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, hat dazu aufgerufen „hinzuhören und zuzuhören“. Bei seiner Predigt im Rahmen des Weihegottesdienstes dreier Ständiger Diakone am Samstag, 6. Oktober, berichtete Marx von seinem Anliegen bei der Jugendsynode, dass die Kirche genau hinsehe und darauf höre, wie junge Menschen heute leben. Die Herangehensweise „sehen – urteilen – handeln“ könne auch übersetzt werden mit „hören – verstehen – umsetzen“. Marx hatte seine Teilnahme an der Jugendsynode eigens für die Diakonenweihe im Münchner Liebfrauendom unterbrochen.
 
Ausgehend von der Lesung aus dem Ersten Buch Samuel, in der von Samuels Berufung erzählt wird, sprach Marx darüber, wie wichtig es sei, auf Gottes Ruf, aber auch auf den Rat anderer zu hören und zu prüfen, wessen Wort Gewicht habe. Auch die Geschichte der Kirche habe die Phase des Zuhörens nie abgeschlossen. „Wir müssen vorangehen, aber wir müssen auch hören“, so Marx. Es gelte beispielsweise die Wissenschaft zu hören und Stimmen außerhalb der Kirche. Marx warnte davor, sich auf „Blasen“ zu beschränken, innerhalb derer lediglich die eigene Meinung bestätigt werde. Die Kirche habe den Auftrag, in alle Welt hinauszugehen. Dies solle mit der Haltung geschehen: „Wir wissen nicht alles besser, sondern wir lernen auch“, so Kardinal Marx.
 
Den neu geweihten Diakonen, die ihren Weihegottesdienst unter das Leitwort „Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört.“ (1 Sam 3,9) gestellt hatten, gab Marx den Rat mit auf den Weg, in Stille und Gebet zu hören und immer wieder daran zu arbeiten, wie sie verstehen könnten. Im Wissen darum, Jesus an der eigenen Seite zu haben, könnten Entscheidungen gut getroffen werden. Die Weihe sei ein Geschenk, ein Zuspruch und eine Gabe Gottes, so Marx.
 
Die Diakonenweihe empfingen Jozef Golian, Ioan Maniur und Christian Marcon. Jozef Golian (43), verheiratet und Vater eines Kindes, lebt in Schäftlarn, Landkreis München, und ist von Beruf Mesner und Hausmeister. Er ist als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Aufkirchen, Landkreis Starnberg, vorgesehen. Ioan Maniur (42) ist verheiratet und lebt in München. Der technische Angestellte wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Puchheim, Landkreis Fürstenfeldbruck, arbeiten. Christian Marcon (44), verheirateter Vater von fünf Kindern, lebt in Vilsheim, Landkreis Landshut. Er ist Industrieelektroniker und Einrichtungsberater und wird künftig als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Steinzell eingesetzt.
 
Im Erzbistum München und Freising werden mit den drei Neugeweihten insgesamt 289 Ständige Diakone tätig sein. 132 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 53 als Diakone mit Zivilberuf, 104 sind im Ruhestand. 37 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. 1970 hatte Kardinal Julius Döpfner die ersten vier Männer für die Erzdiözese München und Freising geweiht. „Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. Weihekandidaten haben sich durch kirchliches Engagement, im Beruf sowie in Ehe und Familie oder in eheloser Lebensform bewährt und bringen diese Erfahrungen in ihre neue Aufgabe ein. Sie haben zudem eine mindestens vierjährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert, die sowohl ein Theologiestudium als auch Praxisinhalte umfasst. Zu Diakonen werden neben Männern, die nach der Weihe als Ständige Diakone wirken, auch Männer geweiht, die die Priesterweihe anstreben. (glx)