Konzertreihe „Paradisi gloria“ zum Reformationsgedenken

Moderne geistliche Musik in der Herz-Jesu-Kirche / Auftakt mit Rundfunkorchester und via-nova-Chor
München, 14. November 2016. Die Konzertreihe „Paradisi gloria“ mit moderner geistlicher Musik in der Münchner Herz-Jesu-Kirche thematisiert in ihrer neuen Saison das Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Unter dem Motto „Ecclesia semper reformanda“, „Die Kirche bedarf der ständigen Erneuerung“, greifen die vier Konzerte des Münchner Rundfunkorchesters musikalische Werke auf, die auf verschiedene Weise den Ideen „jener epochalen Umwälzung“ verpflichtet sind, wie es im Programmheft der Reihe heißt.
   
Am Programm von „Paradisi gloria“ zeige sich, dass die „in sich immer lebendige Kirche und die sich immer wieder wandelnde Musik“ seit jeher „in einer tiefen Beziehung“ seien, so Peter Beer, Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, im Programmheft. „Hier werden Entwicklungsstränge von der Transformation des Individuums und der Reformation des Ganzen hörbar und erfahrbar.“ Musik spiegele nicht nur, was der Einzelne erlebe, sondern verleihe auch Ereignissen und Stimmungen, die viele beträfen, eine Stimme: „So können aus ihr Impulse für unser Zusammenleben erwachsen“, betont Beer.
 
Beim ersten Konzert am Freitag, 11. November, um 20 Uhr erklang unter anderem das vokalsymphonische Werk „Von menschlichen Schwächen“ von Günter Neubert, für das Tischreden von Martin Luther als Textgrundlage dienten. Zudem erklangen „Musica adventus“ von Peteris Vasks, die Psalmvertonung „Die Erde ist des Herrn“ von Hans Krása und ein Ausschnitt aus den „Préludes religieux et profanes“ von Jaromír Weinberger. Gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester musizierten der via-nova-Chor München und Solisten. Bereits um 19 Uhr begann ein Einführungsgespräch mit Ulf Schirmer, dem künstlerischen Leiter des Rundfunkorchesters.

Beim zweiten Konzert am Freitag, 13. Januar, spielt das Rundfunkorchester unter der Leitung von Anu Tali Werke der beiden Esten Arvo Pärt und Lepo Sumera. Der gregorianische Choral bildet den Ausgangspunkt für das Programm des dritten Konzerts am Freitag, 17. März: Das Requiem von Maurice Duruflé basiert auf Themen der gregorianischen Totenmesse, Ottorino Respighi ließ sich bei seinem „Concerto gregoriano“ von den gregorianischen Klangwelten inspirieren. Beim Abschlusskonzert am Freitag, 2. Juni, wird das Werk „Manifest“ des aus Barcelona stammenden Komponisten Oriol Cruixent uraufgeführt, eine musikalische Reflexion zum 500. Jahrestag der Reformation.
 
Mit der Konzertreihe „Paradisi gloria“ fördern das Erzbistum München und Freising und der Bayerische Rundfunk seit dem Jahr 2000 die Auseinandersetzung mit moderner geistlicher Musik. Die Konzerte finden jeweils in der im Jahr 2000 geweihten Herz-Jesu-Kirche in München-Neuhausen statt. (gob)
 
 
Hinweis:
Karten für die einzelnen Konzerte sind zu 25 und 34 Euro über BRticket sowie München Ticket erhältlich.