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Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nicht allein lassen

Kardinal Reinhard Marx eröffnet Ausstellung in der ehemaligen Karmeliterkirche
Ausstellung Demenz 01/2019
Postkarte zu der Ausstellung in der Münchner Karmeliterkirche. © Karolin Bräg
München, 8. Februar 2019. Kardinal Reinhard Marx hat dazu aufgerufen, die steigende Zahl von Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen nicht allein zu lassen. „Eine Gesellschaft, in der Menschen ausgeschlossen sind, nicht mehr dabei sind, wenn sie dement sind, krank, behindert, nicht mehr arbeitsfähig – das ist nicht die Gesellschaft, die wir haben wollen“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei der Eröffnung der Ausstellung „… weil du mich berührst“ in der ehemaligen Karmeliterkirche in München am Freitag, 8. Februar. Gesellschaft wie Kirche müssten sich fragen, was getan werden könne, um die Herausforderung Demenz menschlich zu bewältigen. Dabei könne nicht alles „durch Rechtsansprüche und Geld gelöst werden“, so Kardinal Marx: „Eine Berührung, Liebe, Zeit, die verschenkt wird – all das ist ein Überschuss, von dem eine Gesellschaft aber auch lebt, und das liegt im Wesentlichen in der Familie. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Familien, den Angehörigen, in besonderer Weise zur Seite stehen.“
 
Für die Ausstellung entwickelte die Münchener Künstlerin Karolin Bräg aus Gesprächen mit betroffenen Angehörigen eine fünfseitige Stele mit Fotos und Zitaten. Das Kunstwerk könne „ein Anstoß sein, der deutlich macht, was es heißt, mit dieser Krankheit umzugehen“, und „ein Ausgangspunkt, Demenz besonders in den Pfarreien und Gemeinschaften zu diskutieren“, sagte der Erzbischof. Das christliche Netzwerk der Kirche solle „Zeichen dafür setzen, dass gerade Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen Nähe geschenkt wird“.
 
Die Künstlerin Karolin Bräg sagte bei der Eröffnung, Kunst könne „das Ungesagte, Verborgene erreichen“, sie könne „wahrhaftig sein“. Die Erarbeitung der Ausstellung sei ein Prozess gewesen, „der beginnt mit einer Begegnung zweier Menschen“. Die Gespräche mit den Angehörigen seien schöne Begegnungen gewesen, „trotz der Schwere des Themas“.
 
Entstanden ist das als Wanderausstellung konzipierte Projekt auf Initiative der Fachstelle Demenz in der Abteilung Seniorenpastoral des Erzbischöflichen Ordinariats München. Die Ausstellung in der ehemaligen Karmeliterkirche (Karmeliterstraße 1) ist von 9. bis 14. Februar täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheinen eine Broschüre und ein Kartenset. Zudem wird ein Leporello „Demenz für Anfänger“ angeboten, das in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband München und Freising entstanden ist. Die Materialien sind kostenlos erhältlich. Führungen können unter Telefon 089/2137-4306 oder per Mail an mkotulek@eomuc.de vereinbart werden. Ab März können Interessierte die zerlegbare, lackierte Holz-Stele für eigene Ausstellungen ausleihen. (gob)