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„Mit klarem Kopf und großem Herzen“

Kardinal Reinhard Marx dankt seinem Vorgänger, Kardinal Friedrich Wetter, für seinen Dienst
Empfang anlässlich des 50. Jahrestags der Bischofsweihe von Kardinal Wetter
Bischofsjubiläum Kardinal Wetter
Kardinal Reinhard Marx bei seiner Rede im Kardinal-Wendel-Haus in München. © EOM/Klinger
München, 1. Juli 2018. Kardinal Reinhard Marx hat seinem Vorgänger als Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, für seinen Dienst „für unser Bistum, für die Deutsche und die Freisinger Bischofskonferenz“ gedankt. Bei einem Empfang, bei dem zugleich der 50. Jahrestag der Bischofsweihe Wetters, sein 65. Priesterjubiläum und sein 90. Geburtstag gefeiert wurden, sagte Marx: „40 Jahre als Diözesanbischof, das ist eine großartige Leistung. Dass du das so lange getan hat, mit einem klaren Kopf und einem großen Herzen, das ist wunderbar.“

Der Bischofsspruch Wetters, „Der Friede sei mit euch“, sage etwas aus über „das Wesen dieses Mannes“, so Marx: „Es drückt etwas von deinem Wunsch nach Frieden und Versöhnung miteinander aus, dem Wunsch, nach Konflikten einen Weg nach vorne hin zu finden, Brücken zu bauen, sich zu verstehen.“ Marx erinnerte daran, dass der frühere Oberbürgermeister Münchens, Christian Ude, ihm bei seiner Amtseinführung bei strömendem Regen auf dem Münchner Marienplatz scherzhaft gesagt habe: „Mit dem Wetter ist diese Stadt bisher gut gefahren!“ Marx sagte, daran könne er sich anschließen: „Mit Kardinal Wetter ist diese Stadt, das Bistum, Oberbayern gut gefahren.“ Er sei dankbar für seine beiden Vorgänger im Amt des Erzbischofs, Kardinal Wetter und den emeritierten Papst Benedikt XVI., die beide „geistig frisch und loyal den Weg des Bistums begleiten“. Marx räumte ein, es sei „nicht immer ganz einfach, in solchen Fußstapfen zu gehen“. Kardinal Wetter sei in München immer wieder präsent, „und wir freuen uns darüber, und die Menschen freuen sich darüber“.

Kardinal Wetter habe „ein großes Lebens- und Glaubenszeugnis“ eingebracht, sagte Marx. Er nannte Wetters Überzeugung, dass die Kirche ihren Weg gehen müsse „in der Kontinuität zur Vergangenheit, aber in der Bereitschaft zur Erneuerung“. Benedikt XVI. habe dies als „Hermeneutik der Reform“ bezeichnet. Deswegen bedeute Kardinal Wetter das Zweite Vatikanische Konzil so viel. „Wir brauchen Rückbesinnung auf das Konzil, die zum Ausblick auf die Zukunft wird.“ Wichtig sei der Generation Wetters zudem der gesellschaftliche Auftrag der Kirche: „Wir stehen mitten in der Welt. Wir scheinen schwächer, aber wir müssen präsent sein.“ Es gehe um den Kampf gegen Ideologien, den Nationalismus und für Europa: „Wer wie Kardinal Wetter aus Speyer kommt, der nimmt das mit der Kindheit auf.“ Die europäische Idee dürfe nicht in neuen Nationalismus zerfleddern, warnte Marx: „Das gibt uns die Generation Kardinal Wetters mit auf den Weg. Sie war mutiger, globaler, ausgerichteter auf das Ganze.“ Als Drittes nannte Marx die zentrale Bedeutung der Orientierung an Christus: „In allem geht es ja um Christus. Nicht wir machen den Frieden, er ist unser Friede.“ Jeder, der mit Kardinal Wetter die Messe feiere, könne diese „Zentrierung auf Christus hin“ erleben. (kel/gob)