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„Ostern ist eine Irritation, die nicht vorübergeht“

Kardinal Marx: Tod und Auferstehung Jesu verändern Lebenshorizont aller Menschen
München, 8. April 2018. Laut Kardinal Reinhard Marx verändern der Tod und die Auferstehung Jesu „den Lebenshorizont aller Menschen“: Mit dem österlichen Geschehen habe der Tod „nicht mehr das letzte Wort. Nicht der Tod ist entscheidend, sondern das Leben“, sagt der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Sendereihe „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, der am Samstag, 7. April, gesendet wurde. Es sei „wirklich eine Herausforderung, sich darauf einzulassen mit Glaube und Zweifel“.
 
Ostern sei eine „große Irritation“, so der Kardinal: „Und diese Irritation, diese Verstörung geht nicht vorüber.“ An Ostern feiern Christen, „dass der Tod dem Leben nichts mehr anhaben kann“. Dies stifte eine „heilsame Verwirrung“, insofern „das, was wir gemeinhin für gesetzt halten“, nicht mehr gelte. Tod und Auferstehung Jesu Christi seien „kein Ereignis der Vergangenheit, sondern der Weg in eine neue unzerstörbare Möglichkeit und Wirklichkeit des Lebens“.
 
Dies bedeute freilich nicht, dass nicht auch „Sorgen, Angst, Not und Traurigkeit zum Leben“ gehörten, räumt Marx ein. Der österliche Glaube leugne auch nicht die Existenz von Ungerechtigkeit, Hass, Gewalt und Krieg in der Welt: „Ostern ist kein Freibrief für Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben! Im Gegenteil: Der österliche Glaube verpflichtet dazu, sich für das Gute, für das Leben einzusetzen.“  So gelte es, sich in Politik und Wirtschaft für Gerechtigkeit stark zu machen, in Forschung und Wissenschaft alles zu tun, um Krankheiten und Leiden zu heilen, das Leben zu schützen, zur Versöhnung und zum Frieden bereit zu sein. „Jeder Tag, an dem Menschen in diesem Sinn aufbrechen und aufstehen gegen die Mächte des Todes, hat eine österliche Qualität“, betont der Erzbischof. (ck)