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Weihbischof Franz Schwarzenböck im Alter von 87 Jahren gestorben

Ein volksnaher Weihbischof, der jungen Generation verbunden
Er wurde zusammen mit Papst Benedikt XVI. zum Priester geweiht
Weihbischof Franz Schwarzenböck
Weihbischof Schwarzenböck
München/Weyarn, Landkreis Miesbach, 11. Oktober 2010. Franz Schwarzenböck, emeritierter Weihbischof der Erzdiözese München und Freising, ist tot. Der am 24. Juli 1923 im oberbayerischen Miesbach geborene Schwarzenböck war von 1972 bis 1999 insgesamt 27 Jahre lang an der Seite dreier Erzbischöfe Weihbischof in der Seelsorgsregion Süd, einer der drei Seelsorgsregionen des Erzbistums. Dem Metropolitankapitel München gehörte er seit 1973 an, von 1986 bis 1998 als Dompropst. Der volksnahe und bis ins hohe Alter der jungen Generation besonders verbundene Weihbischof lebte in Weyarn, Landkreis Miesbach, wo er am Sonntag, 10. Oktober, verstarb.

Schwarzenböck gehörte einer Generation an, aus der sich viele junge Männer angesichts ihrer persönlichen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur für den Beruf des Priesters zur Verfügung stellten. Kardinal Michael Faulhaber weihte ihn 1951 im Freisinger Mariendom zum Priester. Damals traten 42 Seminaristen des Freisinger Priesterseminars an den Weihealtar. Es war dies einer der stärksten Weihejahrgänge in der Geschichte des Erzbistums überhaupt und der so genannte „Drei-Bischofs-Jahrgang“. Zu Priestern geweiht wurden auch der im Jahr 2000 verstorbene Weihbischof Heinrich Graf von Soden-Fraunhofen und der spätere Erzbischof von München und Freising und jetzige Papst Joseph Ratzinger.

Nach Kaplansjahren in München wurde Schwarzenböck 1959 unter Kardinal Josef Wendel Diözesanjugendpfarrer für die „Mannesjugend“, die damals noch streng von der „Frauenjugend“ unterschieden wurde. 1964 holte ihn Kardinal Julius Döpfner in das Seelsorgereferat des Erzbischöflichen Ordinariates, dessen Leitung er 1968 übernahm. 1972 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Weihbischof des Münchner Erzbischofs. Kardinal Döpfner weihte ihn zum Bischof. Von 1974 bis 1990 leitete er das Ökumenereferat des Erzbistums und führte auch den Vorsitz der Bischöflichen Ökumene-Kommission. Viele Jahre lang war er Diözesan-Pilgerleiter, Präsident des Bayerischen Pilgerbüros und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Deutsche Katholische Auslandsseelsorge. Der bayerische Staat ehrte ihn mit dem Bayerischen Verdienstorden, die Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz.

Als Priester, Weihbischof und Bischofsvikar hat Franz Schwarzenböck vielen Menschen geholfen, im katholischen Glauben Orientierung und in der katholischen Kirche eine Heimat zu finden. Dabei galt seine Aufmerksamkeit immer der jungen Generation. In der Freisinger Bischofskonferenz war er Beauftragter für die kirchliche Jugendarbeit. Zehntausende junger Menschen hat er gefirmt. In der Seelsorgsregion Süd hat er den Aufbau und die Entwicklung lebendiger Gemeinden gefördert. Die Priester, Diakone und die hauptamtlich in der Seelsorge wirkenden Frauen und Männer der verschiedenen kirchlichen Berufe schätzten ihn als guten Ratgeber und Gesprächspartner. 1999, in seinem 76. Lebensjahr, war er von seiner Aufgabe entpflichtet worden, übte aber nach wie vor viele bischöfliche Funktionen im Erzbistum aus. (kel)

Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München