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„Wie Maria Ja sagen zu Gott“

Predigt von Kardinal Marx zum Patrozinium des Münchner Liebfrauendoms
München, 8. Dezember 2018. Kardinal Reinhard Marx hält die Verkündigungsszene für eine der „großen Schlüsselszenen, wenn nicht sogar die Schlüsselszene des Neuen Testaments“. Mehr noch als Weihnachten zeige sie, „die Geschichte des Menschen beginnt ganz neu“, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt zum Patronatsfest des Münchner Liebfrauendoms am Samstag, 8. Dezember. „Mit diesem Augenblick beginnt die Existenz Jesu auf der Erde. Hier ist das Wort Fleisch geworden“. Die Szene aus dem Lukasevangelium, in der der Engel Gabriel Maria die Botschaft überbringt, dass sie den Sohn Gottes gebären werde, sei ein „Wendepunkt der Heilsgeschichte“. Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, welches die Katholiken am 8. Dezember feiern, beschreibe die Voraussetzung für die Begegnung des Engels mit Maria und dadurch auch für die Begegnung Gottes mit den Menschen.
 
In dem Fest werde unterstrichen, dass es „überhaupt eine Möglichkeit gibt, dass Gott und Mensch in dieser radikalen, unaussprechlich intensiven Weise zusammenkommen“, erklärte der Kardinal. Dafür brauche es eine Voraussetzung, die nur von Gott kommen könne. Deshalb müsse Maria, „diese Frau, die für die ganze Schöpfung, für die Kirche steht, in einen Raum hineingeboren werden, der von der Sünde, vom Hass, von der Aggression, von der Falschheit der Menschen“ frei sei. Jeder Einzelne sei aufgerufen, wie Maria „Ja zu sagen zu Gott“. „Es geht in der Heilsgeschichte nie um exklusive Storys über außergewöhnliche Menschen“, sagte Marx, „es geht um uns“. Die Gläubigen müssten sich ihren Aufgaben immer wieder neu stellen und den „Möglichkeiten Gottes“ in ihrem Leben Raum geben. (ct)