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Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums helfen Bergbauern in Südtirol

schülerinnen helfen auf bauernhof im vinschgau
Tamara packt mit der Heugabel kräftig zu. (Foto: privat)
Wie ist das Leben auf dem Bauernhof? Mit welchen Problemen und Aufgaben sieht sich ein Landwirt konfrontiert? Wie sieht der Tagesablauf eines Bauern wirklich aus und wie hart ist seine Arbeit? Diesen Fragen gingen 14 Schülerinnen der elften Klasse des Erzbischöflichen Edith-Stein-Gymnasiums München auf einem Bauernhof in Südtirol nach.

Im Rahmen des Projekt-Seminars „Freiwilliger Arbeitseinsatz auf einem Bergbauernhof“ sollten jeweils zwei Schülerinnen eine Woche während der Ferien auf einem Bergbauernhof mitarbeiten. Die Höfe wurden den Seminarteilnehmerinnen vom Verein „Freiwillige Arbeitseinsätze in Südtirol“ zugeteilt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, freiwillige Helfer an hilfsbedürftige Bergbauern zu vermitteln. Tamara und Paula berichten.

Der Hof, auf dem wir die Woche verbrachten, liegt im Vinschgau auf 1.200 Metern Höhe in der Nähe von Schlanders. Nach einem sehr herzlichen Empfang konnten wir ein gemütlich eingerichtetes Schlafzimmer beziehen und erkundeten kurze Zeit später den Hof. Schnell wurden wir in den Alltag der Familie integriert.

Jeden Morgen standen wir um 6 Uhr auf, um eine halbe Stunde später bereits im Stall helfen zu können. Hier warteten immer viele Aufgaben auf uns, was uns am Anfang auch leicht überforderte. Trotzdem entwickelten wir schnell eine Routine. Eine unserer Aufgaben war es, die Tiere zu füttern. So gaben wir zum Beispiel den Kühen Heu und die Lämmchen fütterten wir mit der Flasche. Außerdem füllten wir die Schubkarren mit Silage, misteten aus und fegten den Stall, während der Bauer die Kühe molk. Danach frühstückten wir – leckere Pfannkuchen mit selbstgemachter Marmelade. Unsere Aufgaben außerhalb des Stalls waren ebenfalls vielseitig: von Fenster putzen über Holz schichten bis hin zu Beton mischen. Mittags und abends war es erneut Zeit, in den Stall zu gehen und die morgendliche Routine zu wiederholen. Um 22.30 Uhr war für uns der Tag beendet und wir fielen müde ins Bett.

Der freiwillige Arbeitseinsatz war für uns eine sehr schöne Erfahrung und wir sind froh, so herzliche und nette Menschen kennengelernt zu haben. Auch wenn die Tage oft sehr anstrengend und lang waren, waren wir am Abend glücklich und zufrieden, dass wir helfen konnten. Auch die Abgeschiedenheit und die wunderschöne Natur waren eine schöne Abwechslung zum Großstadtleben. Das Leben einer Bauersfamilie ist jedoch sehr anstrengend und der Verdienst steht nicht im Verhältnis zur verrichteten Arbeit. Auf dem Hof gibt es immer etwas zu tun und der Tagesablauf ist streng geregelt, da sich alles nach den Bedürfnissen der Tiere richtet. Deshalb hat ein Bauer nie wirklich Freizeit und es ist fast unmöglich für die Familie, in den Urlaub zu fahren.

Was wir durch unseren Aufenthalt gelernt haben: Es kommt nicht auf Besitztümer an, sondern darauf, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen, mit Wenigem auszukommen und dafür dankbar zu sein.
Aufgrund der vielen Arbeit auf den Höfen ist jede Hilfe willkommen und eine echte Entlastung für die Bergbauern. Jeder, wirklich jeder, kann mit anpacken. Wir beide können es jedenfalls kaum erwarten, wieder einmal auf dem Hof mitzuarbeiten.


Text: Tamara und Paula für die Münchner Kirchenzeitung