Laudato si' – Alles ist miteinander verbunden!

Zum 5. Jubiläum – Einladung zur Laudato si'-Woche, 16. - 24. Mai 2020

Vor fünf Jahren veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika Laudato si‘ (24.05.2015). Das Rundschreiben lehrt uns, wie wir gemeinsam die Schöpfung bewahren und eine gerechtere Welt aufbauen können. Laudato si' ist ein Weckruf, der nichts an Aktualität und Dringlichkeit eingebüßt hat. Die Corona-Pandemie verdeutlicht, wie verwundbar unsere Lebens- und Wirtschaftsweise ist. Die Zeit, mutig voranzuschreiten ist jetzt! (vgl. LS 245)

Schließen Sie sich anderen Katholiken auf der ganzen Welt zum Jubiläum von Laudato Si' an! https://laudatosiweek.org/de/home-de/

Zu diesem Anlass wollen wir in unserer Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing informieren und hoffentlich inspirieren: Was können wir für die Schöpfung und die Umwelt tun? Was tun wir bereits als Gemeinde in Sachen Nachhaltigkeit?

Inhaltsverzeichnis

  1. Aktuelle Auflagen für öffentliche Gottesdienste
  2. Anders besser leben – Fünf Jahre Enzyklika Laudato si’
  3. Nachhaltigkeit in unsere Pfarreiengemeinschaft
  4. Sorge tragen für unser gemeinsames Haus
  5. Der Sonnengesang zum Laudato si'

Aktuelle Auflagen für öffentliche Gottesdienste

Die erste Woche der Öffnung der Gottesdienste nach den Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen ist gut verlaufen! Vielen Dank für die Einsicht und Einhaltung der Auflagen zum Infektionsschutz! Bis auf Weiteres werden wir die Auflagen beibehalten müssen:
  • Zwei Meter Abstand halten
  • Mundschutz tragen (Mund und Nase bedecken)
  • Wer sich krank fühlt oder Kontakt zu Kranken hat, bitte zuhause bleiben.
Für Details sehen Sie bitte unsere Gemeinde-/Pfarrbriefe, das Newsletterarchiv, die Aushänge an den Kirchen sowie unsere Webseite www.pv-allach-untermenzing.de.

Ihre Pfarrgemeinderäte mit dem Seelsorgerteam und Pfarrer Martin Joseph


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Anders besser leben – Fünf Jahre Enzyklika Laudato si’

Text teilweise entnommen aus dem Hirtenbrief zur österlichen Bußzeit 2020 von Kardinal Marx

Im christlichen Engagement in der Verantwortung für das „gemeinsame Haus“ und für die kommenden Generationen haben wir in der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus einen großartigen Text, der diese Anliegen aufgreift und vertieft.
 
„Alles ist miteinander verbunden“, sagt Papst Franziskus (LS 117). Es geht also nicht nur um das Klima. Es geht darum, die eine Menschheit in den Blick zu nehmen und die Verantwortung für diesen Planeten zusammen als eine Menschheitsfamilie zu tragen. Gerade in einer Zeit, in der häufig die Devise gilt „zuerst ich und dann die anderen, erst recht die anderen Nationen oder Völker“, gilt es, in Erinnerung zu rufen, dass wir als Menschen zusammengehören, dass jeder Mensch Kind Gottes ist, nach seinem Ebenbild geschaffen.

In Laudato si' geht es nicht einfach nur um ein politisches Programm, um einen ökologischen Maßnahmenkatalog, sondern um eine ganzheitliche Sicht auf das Leben. Diese Enzyklika ermutigt, unser Leben zu verändern und eine neue Sichtweise einzunehmen, sie kann uns die Kraft geben, den Blick auf alle zu weiten, besonders auf die Schwachen, besonders auf die, die bedroht sind und am Rande leben.

Papst Franziskus erinnert uns daran, wie großartig dieses Geschenk der Erde ist, des Lebens, ja der Schöpfung insgesamt, die alles Leben umfasst, auch die Tiere. Er unterstreicht, dass wir Menschen mit der ganzen Schöpfung verbunden sind, dass wir nicht das Recht haben, diese Schöpfung, diesen Planeten zu zerstören, und dass deshalb alle Bemühungen, den Klimawandel zu stoppen oder zu verlangsamen, nicht nur eine politische Aufgabe sind, sondern aus einem religiösen Impuls kommen, aus einer moralischen Verantwortung.

Jeder und jede Einzelne ist hier gefragt. Die ökologische Frage ist eng verbunden mit der sozialen Frage. Das macht Papst Franziskus deutlich. Denn die Zerstörung der Erde und der Lebensgrundlagen für kommende Generationen trifft in besonderer Weise schon jetzt die Armen. Deshalb möchte der Papst, dass wir eine neue Idee entwickeln, dass wir Fortschritt nicht nur messen am wirtschaftlichen Wachstum und an technischen Errungenschaften, sondern vielmehr daran, dass wir nachhaltige Schritte gehen, um möglichst vielen, ja allen Menschen, ein Leben in Würde zu ermöglichen, damit die Lebensbedingungen aller im Blick bleiben und sich nicht Ungleichheit und Spannungen vermehren und vertiefen. Als Christen dürfen wir nicht die Aufgabe vergessen, die Stimme zu sein, die sich für das Leben aller Menschen, auch der kommenden Generationen einsetzt. Dazu brauchen wir Umkehr, einen Perspektivwechsel, eine neue Sicht. Laudato si’ hilft uns dazu.
 
Doch was sollen wir tun? „Wenn wir fähig sind, den Individualismus zu überwinden, kann sich wirklich ein alternativer Lebensstil entwickeln und eine bedeutende Veränderung in der Gesellschaft wird möglich.“ (LS 208) „Gutes Leben für alle“ sollte das Ziel sein, eine lebenswerte Zukunft für die Menschen aller Kulturen und Generationen, für Pflanzen, Tiere und jedes unserer Mitgeschöpfe, das einmalig und unentbehrlich ist, von Gott gewollt und geschätzt.
 
Hilfen zu konktreter Anwendung im Alltag wie z.B. Energie, Mobilität, Ernährung, Wohnen uvm. finden Sie in der Broschüre Anders-besser-leben unserer Erzdiözese
https://www.erzbistum-muenchen.de/dioezesanrat/themen-und-projekte/oekologie-und-globale-verantwortung/anders-besser-leben

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Nachhaltigkeit in unsere Pfarreiengemeinschaft

In einigen Zeitungen wurde die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus als ein Herzblut-Appell an die Gesellschaft betitelt. Auch uns in Allach-Untermenzing ist die Umwelt eine Herzensangelegenheit.

Zur Umwelt gehören unsere Mitmenschen, die wir in der Gemeinde treffen, aber auch diejenigen, denen wir außerhalb des Gemeindelebens Unterstützung, Hilfe, Gesprächspartner oder Vorbild sein können. Ebenso achten wir auf die Natur: Wir sparen Energie, kommen zu Fuß oder mit dem Rad zur Kirche, kaufen regional ein und versuchen Plastik zu vermeiden. Viele Bauern, Bäcker und Metzger bieten regionale Produkte in recyclebaren oder waschbaren Verpackungen oder beteiligen sich an sozialen Projekten. Auch die Vereine sind aktiv, dass es in unserem Gemeindegebiet sauber und nachhaltig bleibt: Bei Festen wird auf Einwegplastik verzichtet und der Gartenbauverein organisiert regelmäßig das „Ramadama“, dass unser Stadtteil nicht vermüllt. In diesen Bereichen können wir alle unterstützend aktiv sein!  

Und wenn in Zeiten von Corona die „Großen dieser Welt“ die Umwelt scheinbar vergessen und aus Klimaabkommen zurücktreten, so sollten wir uns im Kleinen um so bewusster werden, wie schön Gott die Natur gemacht hat, wie schützenswert sie ist und dass wir uns trotz Kontaktbeschränkungen zu unseren Mitmenschen in der Natur erholen und besinnen können. Da geht ein jedes Herz auf.
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Sorge tragen für unser gemeinsames Haus

Sorge tragen für das gemeinsame Haus
 
Als Papst Franziskus die Enzyklika Laudato si' im Jahre 2015 verkündete,  waren wir inspiriert, dies als Thema in der Pfarrei aufzugreifen. So entstand das  Fastenprojekt 2016 "Sorge tragen für unser gemeinsames Haus", bei dem wir den Sonnengesang des Hl. Franziskus, und auch eigene Fotos aus Besuchen in Südamerika und Zambia für eine Interpretation nutzen.
Wir möchten zum Anlass des 5. Jahrestag der Enzyklika Laudato si' dies wieder mit Ihnen/mit Euch teilen. Die Relevanz und der dringende Aufruf, Gottes Schöpfung zu bewahren bewegt damals wie heute.

Der Sonnengesang zum Laudato si'

Geschöpfe
 
Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen

mit Pflanzen und Tieren, mit den Kleinstlebewesen in der Luft und im Wasser. Die Zerstörung von Biotopen, der Verlust von Brachflächen, die Rodung der Wälder, die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll führen zu einem weltweiten Artensterben. Industrielle Landwirtschaft ist auf dem Vormarsch. Um des Profits willen werden chemische Düngemittel und Pestizide großräumig eingesetzt – Gift für viele Organismen in Boden und Grundwasser, für Insekten und Vögel, für das Vieh und die Menschen. Jedes Geschöpf, jede Art ist doch in sich wertvoll und unersetzlich und preist dich, den Schöpfer aller Dinge!
Wind und Wetter
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und Bruder Sonne

durch Wolken und Regen und jegliches Wetter. Immer haben die Menschen um „gedeihliches Wetter“ gebetet für ihre Ernten. Doch zunehmend stellen Dürren, Überflutungen, Stürme – Begleiterscheinungen des weltweiten Klimawandels – das Überleben vieler Menschen in Frage. Auch durch unsachgemäße Bewirtschaftung und Entwaldung wird der Boden ausgelaugt, abgetragen und oft unwiderruflich zerstört. Betroffen sind besonders die Armen, denn sie haben keine Mittel, um sich den Klimaveränderungen anzupassen oder Katastrophen entgegenzutreten.
Wasser
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester Wasser

Lebenselement und Lebensgut, das allen gehört und doch von Geschäftemachern zur Ware erniedrigt und den Gesetzen des Marktes unterworfen wird. Wir benutzen es im Überfluss, verschmutzen es, rauben es den Fischer- und Kleinbauernfamilien, indem wir das lebenspendende Wasser  auf Plantagen ableiten und große Mengen für die Produktion unserer Konsumgüter einsetzen.
Feuer
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch den Funken, geschlagen aus Feuersteinen

Nichts hat den Menschen so nachhaltig geprägt wie die Entdeckung,
bzw. die Nutzbarmachung des Feuers. Doch inzwischen wird der Nutzen
des Feuers verquert! Kriege und Bürgerkriege verursachen schreckliches Leid, denn Feuerwaffen sind dazu gemacht, Menschen zu töten. Deutsche Waffenexporte tragen dazu bei und feuern den Rüstungswettlauf mit an, der unerträglich die Armen schädigt.
mutter erde
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde

durch das fruchtbare Erdreich, aus dem die Feldfrüchte wachsen, durch ihre Schätze die fossilen und nachwachsenden Rohstoffe, die natürlichen Energiequellen, die Atmosphäre, die Gezeiten. Wir plündern sie aus, als seien wir Eigentümer und nicht vielmehr Sachverwalter der Schöpfung. Der immense Reichtum der Schöpfung weckt die Gier Einzelner und ganzer Staaten. Ganze Länder und Regionen werden ausgeplündert und verseucht, wieder sind es die Ärmsten, der größte Teil der Weltbevölkerung, Milliarden von Menschen, die um ihre Lebensgrundlagen gebracht werden.
Leidende
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch die Leidenden der Erde

durch alle, die Krankheit ertragen und Not. Selig, die keine Gewalt anwenden, selig, die Frieden stiften und um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Du hast jeden Menschen aus Liebe geschaffen, als dein Abbild. Die Erde hast du uns anvertraut als das Haus, das wir gemeinsam bewohnen und behüten sollen. Selig, die die Schwächsten, die Opfer, die Betrogenen als ihre Schwestern und Brüder an- und aufnehmen und mit ihnen für die Heilung der Welt kämpfen.
Tod
 
Gelobt seist du, mein Herr, durch den Tod

Denn durch Jesus Christus, der den Tod überwunden hat und auferstanden ist, gehen wir ein in das ewige Leben, das keinen Tod mehr kennt. Lobt und preist unseren gemeinsamen Herrn und dankt und dient ihm mit großer Demut!
Sonnengesang des Hl. Franziskus

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie
Und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne,
der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.
Gelobt seist du, mein Herr,
für Schwester Mond und die Sterne,
am Himmel hast du sie geformt,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind,
für Luft und Wolken, heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser,
sehr nützlich ist sie
und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer,
durch den du die Nacht erhellst.
Und schön ist er und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt,
mit bunten Blumen und Kräutern.

Gelobt seist du, mein Herr,
für jene, die verzeihen um deiner Liebe willen

und Krankheit ertragen und Not.
Selig, die ausharren in Frieden,
denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.

Gelobt seist du, mein Herr,
für unseren Bruder, den leiblichen Tod;
kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig, die er finden wird in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobet und preiset meinen Herrn
Und dankt und dient ihm mit großer Demut.
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Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing, München
Pfarrei Maria Himmelfahrt, Höcherstr. 14, 80999 München
Pfarrei St. Martin, Pfarrer-Grimm-Str. 2a, 80999 München

Redaktion

Dr. Elizabeth Schroeder-Reiter, Monika Neidhardt, Christian Arzberger

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