Ist die Kirche relevant fu¨r meinen Glauben?


In Krisenzeiten – so wie jetzt in der Corona Krise – spricht man von Systemrelevanz, d.h. die Bedeutsamkeit für die Aufrechterhaltung eines Systems oder Infrastruktur. Das Wort steckt in aller Munde. Es ist ein nüchternes, gnadenloses Wort, wenn es als Kriterium für Unterstützung oder Arbeitseinstufung dient. Aber es zwingt uns zu erkennen, auf was für unterschiedlichen Pfeilern das Fundament unseres gesellschaftlichen Systems steht. Hier sind nicht nur die Politik und Geldgeber relevant, sondern auch die Busfahrer*innen, die Krankenpfleger*innen, die Lehrer*innen, Supermarktangestellte, ...
 
Wir stecken noch in der Krise, aber wir dürfen uns fragen:  Wie hat die Kirche auf diese Krise reagiert? Spielt sie eine Rolle? Erreicht die Kirche die Menschen adäquat?

Ist die katholische Kirche noch relevant für die Gesellschaft, für die kath. Gemeinde, für unseren Glauben? Wenn nicht in einer Krise, wenn die Menschen es dringend nötig haben, wann dann?
 
Auf der Ebene der Römisch-Katholischen Amtskirche gehen die Überzeugungen bereits weit auseinander: wer darf mitmachen, und wer darf das entscheiden? Was würde Jesus Christus heute zu Fragen der Gleichberechtigung oder Machterhaltung/-missbrauch des Klerus sagen? Wer spricht zu einer neuen Generation Gläubigen, die sich bereits von der Kirche losgesagt hat? Wo bleibt das Kirchenschiff der reichen deutschen Diözesen, das die Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken rettet, oder das Haus, das sie schützt? Wo ist das gecharterte Kreuzfahrtschiff, das den obdachlosen Flüchtlingen auf Lesbos ein Dach über dem Kopf gibt?
 
„Es gibt zu viele Flüchtlinge sagen die Menschen; es gibt zu wenig Menschen sagen die Flüchtlinge!“
 
Mit Konferenzen wie die Amazonassynode oder der deutsche Synodale Weg, werden viele neue Hoffnungen für längst fällige Veränderungen geweckt, aber wer Öffnungen oder Taten sehen möchte, hoffte bisher vergebens.

Fühlen wir uns noch mit dieser Kirche verbunden?
Das sind provozierende Fragen. Wir dürfen aber keine Angst haben vor der Suche nach Antworten und Veränderungen. Auf der Ebene der lokalen Kirchengemeinden, der Pfarreien, ist die Verbundenheit spürbarer. Aber durch die Corona-Sicherheitsmaßnahmen fehlt die Gemeinschaft in weiten Teilen und auf unbestimmte Zeit. Gottesdienste sind (gemessen an der begrenzten Kapazität) gut besucht, aber es fehlen viele bekannte Gesichter, insbesondere die Familien. Haben wir sie verloren? Reicht hierfür die Verbundenheit, um als Gemeinschaft durch die Corona-Krise zu kommen?
 
Und wie wichtig ist unsere Kirche vor Ort, für welche Werte und Normen steht sie noch glaubwürdig? Was für eine Rolle spielt sie im Gemeinwesen, in Wirtschaft, Kultur und Tradition, in den Familien, für unseren Glauben?
 
Wir wollen in den nächsten Monaten in verschiedenen Formaten, Angeboten und Veranstaltungen mit Ihnen diesen kritischen Fragen nachgehen.
 
Elizabeth Schroeder-Reiter und Peter Hillebrand
PGR Mitglieder in der Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing

 

Inhaltsverzeichnis

  1. „Völker hört die Signale, ...“
  2. Sie leben mitten unter uns
  3. „Wir sind doch nicht bei der Caritas!“
  4. Kirchweih oder Kirta, wie man in Bayern sagt.
  5. Orgelkonzert zu Kirchweih mit Paolo Oreni
  6. „Miteinander leben lernen“
  7. Der Winter steht vor der Tür ...
  8. Erntedank, Gott sei Dank

„Völker hört die Signale, ...“

Der Papst fordert die Politik zu mehr Solidarität auf!
Fratelli Tutti:  Über die Geschwisterlichkeit und die Soziale Freundschaft

Während der Redaktion dieses Newsletters wurde die neue Enzyklika von Papst Franziskus veröffentlicht, in der er seine Vision von einer besseren Politik und einer solidarischen Gesellschaft nach der Corona-Pandemie vorlegt. Der Papst wendet sich darin gegen „wütende und aggressive Nationalismen“. Er fordert mehr Gerechtigkeit und Ethik in der Politik und unter den Menschen. Ausdrücklich nannte er Migranten und Ältere als Gruppen, die nicht benachteiligt werden dürften. Zwischen den Religionen müsse mehr Dialog herrschen.

Auf der Webseite des Vatikans
steht die neue Enzyklika Fratelli Tutti als Download in mehreren Sprachen zur Verfügung.
(Mehr von der neuen Enzylika im nächsten Newsletter)
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Sie leben mitten unter uns

Notizen aus dem Ökumenischen Arbeitskreis-Asyl
Helfende Hände
 
„Wahrgenommen haben wir, was wir längst wussten, so richtig erst, als vietnamesische Flüchtlinge regelmäßig in unseren Kirchen auftauchten: dass es eine Asylbewerberunterkunft in unserem Stadtteil gab, damals 1985.... Wir  hörten ihre Leidensgeschichten, sahen die schlimmen Lebensbedingungen im Heim ... und wussten, dass da eine Aufgabe auf uns zukommen wird.“
 
Diese Worte der damaligen Pfarrer unserer evangelischen und katholischen Gemeinden in Allach, Pfarrer Schönhuber und Pfarrer Kräenbringk, anlässlich des 10jährigen Bestehens des Ökumenischen Arbeitskreises Asyl beschreiben den Anfang des Arbeitskreises. Das war 1986, als die sogenannten „Boat people“ zu uns kamen. Seit damals gibt es die Gemeinschaftsunterkunft an der Hintermeierstraße und seit damals auch uns, den AK Asyl, gegründet von meiner Vorgängerin, Frau Ute-B. Götte.
 
Unsere Pfarrer hatten recht: Auch heute noch – 35 Jahre später – gibt es diese Aufgabe, den Menschen, die inzwischen nicht mehr aus Vietnam, sondern aus vielen Ländern der Erde zu uns kommen zu helfen, hier Fuß zu fassen. Und diese Aufgabe wird immer dringlicher.

Und deshalb gibt es den Arbeitskreis immer noch. Zu Beginn waren es 30-40 Ehrenamtliche aus den beiden Pfarreien, die mit Begeisterung und viel Engagement im Heim arbeiteten: Behördengänge,  Hausaufgabenbetreuung, Kleiderausgabe, Frauenfrühstück usw. Und das zu einer Zeit, als das Thema Asylbewerber kaum einen Stellenwert in unserer Gesellschaft hatte!!

Doch mit der Zeit wurden es immer weniger. Viele schieden aus den unterschiedlichsten Gründen aus und sie zu ersetzen wurde immer schwieriger. Das Thema Asyl war für die Medien und für die Gesellschaft nicht wichtig, es wurde kaum oder gar nicht darüber berichtet und somit verschwand auch „unser“ Asylbewerberheim aus dem Bewusstsein der Gemeinden. Leider!
 
Erst die Flüchtlingswelle von 2015 und die wohl am meisten zitierten Worte von Angela Merkel „Wir schaffen das!“ rückten das Thema Asyl und damit auch die Existenz des Asylbewerberheimes in der Hintermeierstraße ganz plötzlich wieder in den Vordergrund. Ich war - ehrlich gesagt - überrascht über die große Welle der Hilfsbereitschaft, die da plötzlich auf mich zukam, denn ich hatte bis dahin das Gefühl, dass viele dieses Heim und die darin lebenden Menschen nicht wirklich interessierte. Ich wurde eines Besseren belehrt! Nach vielen Jahren mühevoller Suche konnten wir endlich wieder Ehrenamtliche für die unterschiedlichsten Aufgaben gewinnen!

Ich selbst bin seit ca. 25 Jahren in der Unterkunft aktiv. Ich habe viele Asylsuchende kennengelernt (einige Kontakte bestehen bis heute) und gute, aber auch schlechte Erfahrungen gemacht  Die Arbeit dort ist nicht immer einfach, sie macht auch nicht immer Spaß, die Wohnsituation – und auch die Arbeitssituation - sind eine Zumutung, aber ich möchte sie nicht missen. Was ich manchmal vermisse, ist die Akzeptanz vieler, dass diese Menschen unter uns wohnen, manchmal schon jahrelang, und ein Teil unserer Gesellschaft/Gemeinde sind bzw. werden wollen. Wir können ihnen dabei helfen!

Denn, wie die beiden oben erwähnten Pfarrer es in ihrem Grußwort formulierten: „Die Menschlichkeit erfordert es!“

Ilona Böhm, Verantwortliche
Ökumenischer Arbeitskreis Asyl
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„Wir sind doch nicht bei der Caritas!“

CARITAS
 
So oder so ähnlich sprechen wir, wenn jemand etwas von uns möchte und wir eine Gegenleistung dazu vermissen. Wir kennen die Caritas als eine gemeinnützige Organisation. Aber wissen wir wirklich, für was die Caritas steht und was sie macht? Der folgende Beitrag soll ein bisschen Licht ins Dunkle bringen.
 
Das Zeichen des Caritasverbands
Das „Flammenkreuz“ ist das Zeichen des Deutschen Caritasverbandes und steht für die „Marke Caritas“.
 
Die Caritas ist eine der wichtigen Säulen der Kirche, des christlichen Lebens. Dieses verdichtet sich auf ein Zeichen, nämlich auf das Kreuz hin – die Senkrechte Ausdruck der Beziehung Gott und Mensch, die Waagrechte Ausdruck der Verantwortung der Menschen untereinander und füreinander. Jesus Christus, für den dieses Kreuz steht, lebte immer in tiefer Beziehung zu Gott und hatte zugleich ein waches Gespür für die Menschen, besonders für die in Not und Bedrängnis. Er lebte ein Leben, das andere begeisterte und entflammte. Das Signet der Caritas ist ein Kreuz, das Flammen schlägt. Wer dieses Flammenkreuz sieht, dem sollte es warm werden ums Herz: Er sollte wissen dürfen, dass er hier Beistand und Hilfe erwarten kann; er sollte erfahren, dass ihm unter diesem Zeichen Menschenfreundlichkeit und Liebe begegnet. 1962 wurde dieses Caritassignet von dem Grafiker Bert Jäger entworfen. Es ist als Markenzeichen und Logo des Caritasverbandes rechtlich geschützt und dient der Wahrung der verbandlichen Identität. 1987 wurde dieses Zeichen in die Satzung des Deutschen Caritasverbandes aufgenommen.
 
Caritas als Selbstverständnis und Lebenseinstellung
Caritas ist Nächstenliebe, und damit eine Grundhaltung gegenüber Menschen – vor allem Menschen in Not. Die Caritas versteht sich als Anwalt und Partner von Benachteiligten, sozialer Dienstleister, Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung im Sozial- und Gesundheitswesen sowie Mitgestalter der Sozial- und Gesellschaftspolitik. Die Caritas gestaltet sich in zahlreichen Ebenen und Verbänden. Was zunächst unübersichtlich aussieht hat jedoch den Zweck, möglichst effektiv vor Ort helfen zu können.
 
Caritas als Verband
Der Deutsche Caritasverband ist der katholische Verband der Freien Wohlfahrtspflege und Deutschlands größter Wohlfahrtsverband. In ihren etwa 25.000 Einrichtungen und Diensten bietet die Caritas wirksame Hilfen für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie gestaltet zudem die sozial- und gesellschaftspolitische Entwicklung mit. Die Mitglieder des Deutschen Caritasverbandes sind die Diözesancaritasverbände, die anerkannten zentralen Fachverbände und Vereinigungen, deren Gliederungen und Mitglieder sowie die überdiözesan tätigen caritativen Orden, beispielsweise die Malteser. Der Deutsche Caritasverband hat satzungsgemäß vier Verbandsorgane: eine große, einmal jährlich tagende Delegiertenversammlung, ein kleinerer Caritasrat, ein Vorstand, der die Geschäfte des Verbandes führt und ein Präsident als Vorstandsvorsitzender, der den Verband in Kirche, Staat und Gesellschaft repräsentiert.
 
Die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg, mit zwei Hauptvertretungen in Berlin und Brüssel, ist zuständig für die Interessenvertretung der Caritas auf bundespolitischer und europäischer Ebene. Sie trägt auch Verantwortung für die fachliche Entwicklung des Verbandes und die jährlichen Caritas-Kampagnen. Die Verbandszentrale ist jedoch nicht als eine Art "Konzernzentrale" zu verstehen, sondern die Arbeit der vielen Einrichtungen und Dienste vor Ort organisieren und koordinieren.
 
Caritas als Kirche und Verkündigung und Akt der Nächstenliebe
Es gibt 27 rechtlich eigenständige Diözesancaritasverbände. Deren Zuständigkeitsgebiete entsprechen den 27 katholischen Diözesen in Deutschland. In den meisten Diözesen gibt es auch auf Ebene der Kommunen und/oder Kreise eigenständige Caritasverbände.
 
Seit seiner Gründung im Jahr 1922 hat sich so der Caritasverband in der Erzdiözese München und Freising beispielsweise zum größten Wohlfahrtsverband in Oberbayern entwickelt. Er ist Spitzenverband mit elf Fachverbänden und zahlreichen Mitgliedern. Gleichzeitig ist er Trägerverband für über 350 eigene Einrichtungen und Dienste. Der Caritasverband deckt das gesamte Spektrum von Hilfeleistungen für Menschen aller Altersklassen, gesellschaftlichen Schichten und Konfessionen ab. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass die Bahnhofsmission eine Einrichtung der Caritas ist?
 
Finanzierung
Die Caritas finanziert sich aus drei Säulen. Zum einen gibt es natürlich die Spenden, ohne die vieles nicht möglich wäre. Zu bestimmten kirchlichen Anlässen gibt es jeweils ein Motto, das ein bestimmtes Thema in den Fokus rückt. Zum anderen gibt es auch Einnahmen. Die Caritas mit ihren Verbänden ist Arbeitgeber und auch ein Wirtschaftsfaktor. Die Einnahmen werden aber nicht zur Gewinnmaximierung verwendet, sondern kommen den Einrichtungen der Caritas zu Gute, die sich nicht selbst tragen können. Und es gibt eine Finanzierung aus Steuermitteln, auch aus der Kirchensteuer.
 
Die Finanzierung aus Steuermitteln ermöglicht auch eine Teilhabe auf Ebene der Pfarrei. So entsendet jede Pfarrei einen Caritasbeauftragten, der sich auf der lokalen Ebene konkret einbringt.
 
Dr. Konrad Maria Weber
Caritasbeauftrager des Pfarrgemeinderats Maria Himmelfahrt
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Kirchweih oder Kirta, wie man in Bayern sagt.

Kirtahutschn
 
Schon seit dem Mittelalter ist der Weihetag der Kirche ein großes Fest und auch heute noch wird das am Patroziniums-Tag meist mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Für die ländliche Bevölkerung hatte die oder der Kirta jedoch noch eine andere Bedeutung, es war der „Bauern-Feiertag“ schlechthin. Besonders die Mägde und Knechte nutzten diesen Feiertag zum ausgelassenen Feiern, so heißt es in einem alten Spruch: „A richtiga Kirta dauert vom Freida bis zum Iarta“, sprich, es ist von Freitag bis Dienstag gefeiert worden. Natürlich ist man auch zum Kirta in die Nachbarortschaften gegangen und es ist sogar überliefert, dass in einem Weiler, der keine Kirche hatte, am Namenstag vom Wirt zur Dorfkirta geladen wurde.

Es wurde mancherorts so oft gefeiert, dass die Bauern und die Obrigkeit Angst um die Ernte hatten. So hat der Prinzregent Luitpold anno 1866 den „Allerwelts-Kirta“ eingeführt und auf den 3. Sonntag im Oktober festgelegt. Somit war in allen Orten am selben Tag Kirta und auch die Ernte war zu dieser Zeit schon eingebracht.

An Kirchweih wurde auch schon immer besonders gut und üppig aufgekocht, so laden auch heute noch viele Wirte zum Gans- oder Entenessen ein. Auch das traditionelle Schmalzgebäck, die „Kirta-Nudln“ bzw. „Auszogne“ gehören zu diesem Festmahl. Wie beliebt dieses Gebäck seit jeher ist, hört man in einem Volkslied, in dem es heißt: „I hobs für meiner Lebm so gern, wenn Kirta-Nudl bacha wern“. Getrunken wird natürlich Bier, was für die Mägde und Knechte in früherer Zeit auch etwas Besonderes war, denn Kirta war einer der wenigen Anlässe an dem es auch für sie größere Mengen Bier gab.

Zur Unterhaltung und vielleicht auch um sich etwas näher zu kommen, wurde getanzt und meist gab es auch eine „Kirtahutschn“. Meist wurde ein langes, dickes Brett oder eine Leiter an Stangen oder Ketten unter dem Vordach im Hof aufgehängt und von 2 Burschen in Bewegung gesetzt, eine Gaudi für Alt und Jung.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt an Kirta-Traditionen, eben so, wie sie bei uns in Allach am alljährlichen „Dorf-Kirta“ immer noch lebendig sind. Heuer können wir den „Allacher Dorf-Kirta“ wegen Corona leider nicht durchführen, doch wir hoffen, dass wir diesen schönen Feiertag bald wieder mit Euch allen feiern können.

Wolfgang Sedlmair
Vorstandsvorsitzender des Trachtenvereins „Alpenrösl“ München-Allach
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Orgelkonzert zu Kirchweih mit Paolo Oreni

Orelkonzert Paolo Oreni 2020
 
Am Kirchweih Sonntag, den 18. Oktober 2020 um 19.00 Uhr gibt es ein Orgelkonzert mit dem international renommierten Organist Paolo Oreni.
In der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Höcherstr. 14, 80999 München. Eintritt frei – Spenden erbeten. Herzliche Einladung!
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„Miteinander leben lernen“

Erfahrungen aus dem Kindergarten St. Martin
Logo Kindergarten St. Martin
 
„Miteinander leben lernen“ – so der Leitspruch unseres Konzeptes, nach dem wir im Kindergarten St. Martin arbeiten.

Gerade jetzt merken wir mehr denn je,  dass das „Miteinander leben lernen“  uns das ganze Leben begleitet und ein lebenslanges Lernen  ist. Von heute auf morgen wurde die Verbindung zur Gemeinde abgeschnitten. Es gab kein Vorsingen am Seniorennachmittag, kein Pfarrfest, an dem wir unsere Lieder vortragen konnten und auch die letzten beiden Flohmärkte mussten abgesagt werden.

Regeln, wie uns täglich mit Handschlag zu begrüßen und zu verabschieden, waren auf einmal tabu. Die Kinder schauen nun in Gesichter, die halb bedeckt sind und sollen unser Lächeln an den Augen erkennen. Im Kindergarten finden immer noch keine gemeinsamen Morgenkreise statt, der Garten ist in der Mitte durch Fähnchen getrennt, die Gruppen sind fest zugeordnet und wie unser diesjähriges St. Martins-Fest stattfindet – das wird gerade unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln geplant.

Die Kinder haben inzwischen sehr gut gelernt, mit den neuen „Regeln“ zu leben. Und das machen alle Kinder bei uns hervorragend! Die Frage, auf welcher Gartenseite wir heute spielen, können die Kinder schneller beantworten als wir, und  wenn wir die Kinder im Spiel beobachten, hört man schon mal  „Mach mal die Fenster auf, sonst bekommst du Corona“ aus der Spielecke.

Als KIGA-Team  sammeln wir täglich neue Erfahrungen, verändern Abläufe und oft ist es für uns ungewiss, was in ein paar Tagen sein wird.

Unsere wichtigste Erfahrung, ob das „System Kindergarten“ gut läuft, hängt sehr viel vom Miteinander ab, von der Offenheit und vom gegenseitigen Verständnis zwischen Eltern, Team und Träger. Nur so begleiten wir unsere Kinder gut durch diese „Corona-Krise“! 

Trotz der ganzen Einschränkungen und Auflagen versuchen wir, täglich unser bestes zu geben, behalten unseren Humor und versuchen, viel zu  lachen und Freude im Alltag zu verbreiten. Wir haben aufgezeigt bekommen, was wesentlich und wertvoll ist.

Dass der Alltag bei uns im Haus so gut gelingt, begründen viele glückliche Umstände. Wir haben ein sehr schönes und gut ausgestattetes Haus mit wunderschönem Garten, einen Träger, der den Kindergarten mit Wohlwollen „trägt“, Eltern, die verständnisvoll sind und  ich habe ein wunderbares engagiertes, flexibles, spontanes, kreatives Team an meiner Seite. Ein großes Dankeschön dafür!

Birgit Gebhard
Kindergartenleitung St. Martin
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Der Winter steht vor der Tür ...

... und die Türen stehen noch offen
Offene Türen möchten wir gerne als Einstellung unserer Pfarreiengemeinschaft verstehen – jeder ist willkommen!
Offene Türen sind aber auch – wegen der Covid-19 Pandemie – ein wesentlicher Teil unseres Hygienekonzepts, um in den Kirchen die bestmögliche Durchlüftung zu gewährleisten und die Besucher zu schützen. Deswegen empfehlen wir allen Gottesdienstbesuchern, sich für den Gottesdienst besonders warm anzuziehen.

Die Türen bleiben bis auf weiteres noch offen – bei Wind und Wetter. Uns ist bewußt, dass der Winter kommt und dieses Konzept bei zu niedrigen Temperaturen nicht mehr verantwortbar sein wird.  Bevor wir aber während des Gottesdienstes komplett einfrieren, werden wir dann doch das kalkulierte Risiko eingehen, die Heizungen so einzustellen, dass es möglichst keine Verwirbelung gibt und die Türen während des Gottesdienstes schliessen. Gelüftet wird dann vor und nach dem Gottesdienst. Um so wichtiger ist es, dass wir die Mund-/Nasenschutz Pflicht über den „Corona-Winter“ beibehalten.  

Danke für Ihr Mittun und Ihr Verständnis!

Wie wird es zu Advent und Weihnachten? Wir informieren Sie rechtzeitig auf der Webseite, in den Pfarrbriefen und und im nächsten Newsletter über Details.
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Erntedank, Gott sei Dank

Thanks
 
In unserem Erdteil ist Herbst die Erntezeit und die Zeit des damit verbundenen Erntedankfestes. Es ist Tradition – in fast allen Kulturen –, dem Schöpfer für die lebenswichtigen Früchte der Erde und die Früchte der Arbeit zu danken. Das Füllhorn wird oft als Symbol auf den Altären und den Festtafeln verwendet und zeigt die wunderschöne Vielfalt und Fülle eines langen Jahres der Mühe. Dies stammt aus einer Zeit, in der volle Kühlschränke nicht selbstverständlich waren, und in der die Landwirtschaft nicht nur zentral für die Nahrungsversorgung war, sondern auch mehrheitlich eine Lebensart.  
 
Im deutschen katholischen Kalender fällt das Erntedankfest zusammen mit dem Fest des Heiligen Franziskus von Assisi. Der ihm zugeordnete Sonnengesang endet mit dem Satz: „Lobet und preiset meinen Herrn, dankt ihm und dient ihm in Demut“. Dies ist ein etwas anderes Bild vom Dank als das vom Füllhorn, eher ein schlichtes Bild.
 
Wie passen Fülle und Schlichtheit zusammen? Auf die Spitze getrieben kann man gegenfragen, wie es früher war, in Jahren, als die Ernte schlecht war? Hat man Erntedank deswegen ausfallen lassen? Sicherlich nicht. Der Kern des Erntedankfestes ist Dankbarkeit zu zeigen für das, was man hat. Innehalten, bewußt Bestand aufnehmen, das Erschaffene wertschätzen. Dies schafft auch Zuversicht. In manchen Zeiten gibt es viel, in anderen weniger, eine harte aber tröstliche Wahrheit. Gerade jetzt in Coronazeiten, in der viele eine gefühlte Leere erleben, kann man dies gut nachvollziehen – es tun ein wenig Dankbarkeit und Zuversicht ganz gut.  Beim Erntedank wird bewußt das Erarbeitete, aber auch das, was man nicht kontrollieren kann – die Natur – gewürdigt. Es gilt beim Erntedank und bei Franz von Assisi der Dank an Gott den Schöpfer.
 
Und wie relevant ist das Fest Erntedank heute, wo die Mehrheit von uns nicht  landwirtschaftlich tätig ist und in der Regel mehr als genug zu essen hat? Und in einer säkulären Gesellschaft, in der immer weniger in die Kirche gehen und viele nicht an Gott glauben? Aus sozialer Sicht erhöht Dankbarkeit die Zufriedenheit und schafft Raum für Großzügigkeit gegenüber denen, die nicht so viel haben. Sie ist auch eine Grundlage des caritativen Wirkens in der Gesellschaft.  Aber mit Gottesbegriff und in einer Gemeinschaft, in der geteilt und gefeiert wird, wirkt ein Fest des Dankes besonders bereichernd.

Hier zeigt sich die Relevanz der Kirche zum Erntedank, bei dem Brauchtum und Glaube zusammenkommen. Lob und Dank sind ein Teil unseres kirchlichen Lebens in der Liturgie und in der Gemeinde. Es ist keine Verpflichtung, kein Verhandeln, keine saisonale Erscheinung, sondern es ist eine Einstellung und Grundsatz unseres Glaubens. Bei aller Skepsis und Kritik gegenüber den Strukturen der katholischen Amtskirche leuchtet die Dankbarkeit als eine ihrer lebensnahen und lebenswerten Facetten. 
 
Wir sagen es im täglichen Umgang unzählige Male, aber am Erntedankfest sowie am Tag des Heiligen Franziskus von Assisi wird es bewußt gedacht und gefeiert: „Gott sei Dank!“
 
Vielen Dank,
Vielen Dank für die Sonne.
Dank für den Himmel,
Dank für die Wolken und den Regen,
Dank für das Flüstern des Windes.
Vielen Dank, vielen Dank für die Vögel im Frühling.
Dank für das leuchtende Mondlicht und die hellen Sterne.
 
Vielen Dank, vielen Dank für das was ich fühle, für das Wunder in mir.
Dank für die Tiere, für das Land,
Dank für die Menschen überall.
Dank für alles was ich habe,
Vielen Dank für alles was ich habe.
 
Text des Kinderlieds "Thanks a Lot" von Raffi Cavoukian, Sänger und Komponist (übersetzt aus dem Englischen)
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Aktuelles über Gottesdienste und Veranstaltungen in der Pfarreiengemeinschaft finden Sie auf www.pv-allach-untermenzing.de.

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Herausgeber:

Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing, München
Pfarrei Maria Himmelfahrt, Höcherstr. 14, 80999 München
Pfarrei St. Martin, Pfarrer-Grimm-Str. 2a, 80999 München

Redaktion

Dr. Elizabeth Schroeder-Reiter, Peter Hillebrand
Beitragende: Ilona Böhm, Dr. Konrad Maria Weber, Wolfgang Sedlmair, Birgit Gebhard

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Bildnachweise

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KirtahutschnName: Kirtahutschn
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