Stade Zeit – Advent und Weihnachten

Pfarreiengemeinschaft Maria Himmelfahrt, Allach - St. Martin, Untermenzing

Kirche in Zeiten der Krise
Jetzt haben wir Advent, auf altbayerisch die stade Zeit, immer schon eine willkommene Zeit der Entschleunigung, Besinnung und Erwartung. In diesem Advent drängen sich corona-bedingt weitere Stimmungsfaktoren auf wie Schutz, Gebot, Angst und Distanz. Weihnachten naht und wer hätte das gedacht, dass wir uns fast ein ganzes Jahr im Griff einer Pandemie befinden würden? Dass wir aus Rücksicht gegenüber unseren Mitmenschen gezwungen sind, genau dann fern zu bleiben, wenn wir normalerweise Nähe, Liebe und Geborgenheit zelebrieren? Auch eine Nähe zur Kirche, mit den Festen und Traditionen und als ein Standort des Glaubens, wird für viele in der Advents- und Weihnachtszeit fehlen. Wenn wir uns in diesem Advent auf unsere Beziehung zu Gott, Kirche und unsere Welt besinnen, werden wir unweigerlich auf die Frage stoßen: ist die Kirche (noch) für meinen Glauben relevant?

Die Kirche. In einer weiten Perspektive Richtung Rom könnte man manchmal für die katholische Kirche Hoffnung schöpfen, gerade wenn man die Einstellung unseres Papstes betrachtet. In diesem Newsletter wird über die neue Enzyklika Fratelli Tutti berichtet. Sie gibt eine Übersicht von einer tadellosen, aber herausfordernden Vision des Papstes für unsere Welt – eine Welt, die barmherzig, demütig, tolerant und solidarisch sein soll. Eine Welt, in der es nicht immer ums Neue, Starke, (Erfolg)Reiche geht, sondern auch um die Armen, um die Einfachen, um die Hilfesuchenden, um die Kranken, um die Gebrechlichen – die „Anderen“, die „Risikogruppen“. Diese Vision ist aber von der eigenen Amtskirche betrübt; es findet nicht nur in unserer Gesellschaft eine signifikante „Entsolidarisierung“ statt, sondern auch in unserer „Heiligen katholischen Kirche“ fehlte und fehlt es häufig an Barmherzigkeit! Wir können uns nicht auf Rom verlassen, wenn wir den Prüfstein für unseren Glauben finden wollen.
 
Legt man den Fokus etwas näher in die deutschen Nachbardiözesen, ist es noch schwierig, Verbundenheit mit „der“ Kirche zu spüren. Gerade wenn man über manchen Kardinal liest, der nicht bereit ist, Transparenz über Missbrauchsgeschehen in den eigenen Reihen zu zeigen, oder nicht mal bereit ist, über Veränderungen längst veralterter kirchlicher Normen für Frauen, Familie, Sexualität, Berufung, Ökumene zu diskutieren, fragt man sich: Was hat so etwas mit meinem Glauben, mit der Lehre Jesu zu tun?

Da ist es eher erbaulich, den Blick in die Pfarreien zu werfen, die Kirche nah an zu Hause. In diesem Newsletter sind auch Beiträge über Geschehnisse in den Pfarreien – über gepflegte Traditionen bei den Senioren in der Pfarreiengemeinschaft, über das Sinnbild und den Namenspatron Sankt Martin, zu Veranstaltungen im Advent und an Weihnachten sowie zu aktuellen Themen wie gesellschaftliche Toleranz. Hier kann man ein wenig stolz sein, dass es (bei allen Hürden und Schwierigkeiten) so viele Beispiele von kreativem Engagement und Seelsorge –  auch eine Art Zeugnis des Glaubens – gibt. Aus dieser Perspektive ist es fast egal, was die Bischöfe und Kardinäle von sich geben. Der Glaube ist nicht nur Sache der Amtskirche; er lebt in uns. „Wir sind die Kirche“!

Die Weihnachtsgeschichte um Christi Geburt fand nicht in einer Pandemie statt, aber in Judäa damals waren es harte Zeiten. Die Hauptfiguren waren zwei arme Vertriebene, ein Mann und eine schwangere Frau, die dann zu Flüchtlingen wurden, um den neugeborenen Sohn – der verkündete Hoffnungsträger eines neuen Zeitalters – vor dem Erlass eines brutalen Herrschers zu retten. Schlüsselfiguren waren die Mutter, die unter widrigen Umständen einen Jungen gebärt, der neue Vater, der gesetzwidrig mit Frau und Kind flüchtete, um seine Familie zu schützen, und die Zeugen, die ihrem Gewissen folgten und gegen den Befehl des Herrschers gehandelt haben. Die Weihnachtsgeschichte als eine Art friedlichen Widerstandes! Vielleicht müssen wir uns auch an den eigenen stillen Widerstand besinnen, nach diesem besten Beispiel und aus Liebe zur Kirche.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – aller „Widerstände“ wünschen wir im Namen der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Pfarreiengemeinschaft eine friedvolle und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit!

Elizabeth Schroeder-Reiter and Peter Hillebrand, PGR Mitglieder

Inhaltsverzeichnis

  1. Fratelli Tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft
  2. Unsere Senioren im Blick
  3. Sankt Martin
  4. Macht hoch die Tür!
  5. Online Adventskalender
  6. Herbergssuche in unserer Zeit ... und plötzlich klopft's an deiner Tür
  7. Wer klopfet an?
  8. Ihr Kinderlein kommet
  9. Anders Weihnachten
  10. Gebet zum Schöpfer aus Fratelli Tutti

Fratelli Tutti – Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft

Enzyklika von Papst Franziskus

Erde
 
aus Vatican-News, bearbeitet von Monika Neidhardt
 
Bereits in seiner letzten Enzyklika, der vor fünf Jahren veröffentlichten „Laudato Si“, nahm Franziskus direkten Bezug auf Texte seines Namensgebers. Damals lag der Schwerpunkt auf dem Umwelt- und Klimaschutz und der „Sorge um das gemeinsame Haus“.

In seiner nun vorgelegten Enzyklika beschäftigt sich Franziskus mit dem Klima zwischen den Menschen. Der Papst fordert darin nichts anderes als eine neue Gesellschaftsordnung: eine, die den Menschen und seine unveräußerliche Würde in den Mittelpunkt allen politischen und wirtschaftlichen Handelns stellt.
 
Ausgehend vom biblischen Gleichnis vom Barmherzigen Samariter, der als fremder Ungläubiger einem Verletzten am Straßenrand half, während die Frommen und die Landsleute vorübergingen - erklärt der Papst seine Vision von der Nächstenliebe, die keinen Unterschied mache. Franziskus interpretiert das Gleichnis  auch politisch: Nächstenliebe müsse Prinzip der Politik werden. Immer wieder nimmt Franziskus auch Bezug auf sein Treffen mit Großimam Ahmad Al-Tayyib im Februar 2019 in Abu Dhabi. Damals hatten beide eine Erklärung über die „Geschwisterlichkeit aller Menschen“ unterzeichnet. Denn laut Franziskus gilt Gottes Liebe für jeden Menschen gleich.
 
In diesem Sinne wendet sich Franziskus scharf gegen die Ausgrenzung von Flüchtlingen und gegen Nationalismus. Er kritisiert Abschottung und die „soziale Aggressivität, die im Internet Raum findet“.
 
Einige Kernsätze aus der Enzyklika:
(Auswahl von Stefan von Kempis - Vatikanstadt)
Zur Globalisierung:„Wir sind einsamer denn je in dieser durch Vermassung gekennzeichneten Welt, welche die Einzelinteressen bevorzugt und die gemeinschaftliche Dimension der Existenz schwächt.“ (12)
Zur Demokratie: „Was bedeuten heute … Begriffe wie Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit, Einheit? Sie sind manipuliert und verzerrt worden, um sie als Herrschaftsinstrumente zu benutzen, als sinnentleerte Aufschriften, die zur Rechtfertigung jedweden Tuns dienen können.“ (14)
Zur Gerechtigkeit:„Teile der Menschheit scheinen geopfert werden zu können zugunsten einer bevorzugten Bevölkerungsgruppe, die für würdig gehalten wird, ein Leben ohne Einschränkungen zu führen.“ (18)
Zur Corona-Pandemie: „Wir haben gesehen, was mit den älteren Menschen an einigen Orten der Welt aufgrund des Corona-Virus geschehen ist. Sie sollten nicht auf diese Weise sterben.“ (19)
Zum Rassismus: „Die verschiedenen Ausprägungen des Rassismus erfüllen uns erneut mit Scham, denn sie zeigen, dass die vermeintlichen Fortschritte der Gesellschaft nicht so real und ein für alle Mal abgesichert sind… Rassismus ist ein Virus, der leicht mutiert, und, anstatt zu verschwinden, im Verborgenen weiter lauert.“ (20.97)
Zu Migranten und Flüchtlingen: „Niemand wird behaupten, dass sie keine Menschen sind, in der Praxis jedoch bringt man mit den Entscheidungen und der Art und Weise, wie man sie behandelt, zum Ausdruck, dass man ihnen weniger Wert beimisst, sie für weniger wichtig und weniger menschlich hält.“ (39)
Zur digitalen Welt: „Alles wird zu einer Art Schauspiel, das belauscht und überwacht werden kann. Das Leben wird einer ständigen Kontrolle ausgesetzt… Die digitale Vernetzung genügt nicht, um Brücken zu bauen; sie ist nicht in der Lage, die Menschheit zu vereinen.“ (42-43)
Zum Engagement in der Gesellschaft: „Jeder Tag bietet uns eine neue Gelegenheit, ist eine neue Etappe. Wir dürfen nicht alles von denen erwarten, die uns regieren; das wäre infantil. Wir haben Möglichkeiten der Mitverantwortung, die es uns erlauben, neue Prozesse und Veränderungen einzuleiten und zu bewirken… Mögen andere weiter an die Politik oder an die Wirtschaft für ihre Machtspiele denken. Halten wir das am Leben, was gut ist, und stellen wir uns dem Guten zur Verfügung.“ (77)
Zur religiösen Gewalt: „Es gibt Gläubige, die meinen, ihre Größe bestünde darin, anderen ihre Ideologien aufzuzwingen, sei es in der gewaltsamen Verteidigung der Wahrheit, sei es in großen Machtdemonstrationen. Wir Gläubige müssen alle dies erkennen: An erster Stelle steht die Liebe…“ (92)
Zum Individualismus: „Die bloße Summe von Einzelinteressen ist nicht in der Lage, eine bessere Welt für die gesamte Menschheit zu schaffen.“ (105)
Zur Menschenwürde: „Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben und sich voll zu entwickeln, und kein Land kann dieses Grundrecht verweigern. Jeder Mensch besitzt diese Würde, auch wenn er wenig leistet, auch wenn er mit Einschränkungen geboren oder aufgewachsen ist; denn dies schmälert nicht seine immense Würde als Mensch, die nicht auf den Umständen, sondern auf dem Wert seines Seins beruht.“ (107)
Zur Werte-Weitergabe: „Jede Gesellschaft muss für die Weitergabe von Werten sorgen, denn wenn dies ausbleibt, werden Egoismus, Gewalt und Korruption in ihren verschiedenen Formen sowie Gleichgültigkeit verbreitet, ein Leben letztlich, das jeder Transzendenz verschlossen ist und sich in individuellen Interessen verschanzt.“ (113)
Zur Weltoffenheit:„...andere Kulturen sind keine Feinde, gegen die man sich verteidigen muss, sondern spiegeln auf verschiedene Weise den unerschöpflichen Reichtum menschlichen Lebens wider.“ (147)
Zum internationalen Finanzsystem: „Der Markt allein löst nicht alle Probleme, auch wenn man uns zuweilen dieses Dogma des neoliberalen Credos glaubhaft machen will. Es handelt sich um eine schlichte, gebetsmühlenartig wiederholte Idee, die vor jeder aufkeimenden Herausforderung immer die gleichen Rezepte herauszieht.“ (168)
Zur Gewissenserforschung von Politikern: „Denn wenn wir nach einigen Jahren über die eigene Vergangenheit nachdenken, wird die Frage nicht lauten: ,Wie viele haben mir zugestimmt, wie viele haben mich gewählt, wie viele hatten ein positives Bild von mir?' Die vielleicht schmerzlichen Fragen werden sein: ,Wie viel Liebe habe ich in meine Arbeit gelegt? Wo habe ich das Volk vorangebracht? Welche Spur habe ich im Leben der Gesellschaft hinterlassen? Welche realen Bindungen habe ich aufgebaut? Welche positiven Kräfte habe ich freigesetzt? Wie viel sozialen Frieden habe ich gesät? Was habe ich an dem Platz, der mir anvertraut wurde, bewirkt?'“ (197)
Zum sozialen Frieden: „Der soziale Frieden erfordert harte Arbeit, Handarbeit. Es wäre einfacher, die Freiheiten und Unterschiede mit ein wenig List und verschiedenen Ressourcen im Zaum zu halten. Aber dieser Frieden wäre oberflächlich und brüchig, und nicht die Frucht einer Kultur der Begegnung, die ihn stützen sollte. Unterschiede zu integrieren ist viel schwieriger und langsamer, aber die Garantie für einen echten und beständigen Frieden.“ (217)
Zum Krieg:„Jeder Krieg hinterlässt die Welt schlechter, als er sie vorgefunden hat. Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen… Fragen wir die Opfer.“ (261)
Zur Stimme der Religionen in der Gesellschaft: „Wir dürfen nicht zulassen, dass nur die Mächtigen und die Wissenschaftler eine Stimme in der öffentlichen Debatte besitzen. Es muss einen Raum für die Reflektion geben, der auf einen religiösen Hintergrund zurückgeht, der die jahrhundertelange Erfahrung und Weisheit sammelt.“ (275)

Lesen Sie die ganze Enzyklika Fratelli Tutti
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Unsere Senioren im Blick

Grün in Advent
 
Einmal im Monat – immer an einem Mittwoch – treffen sich ungefähr 30  Seniorinnen und Senioren im Pfarrsaal unserer Pfarrei Maria Himmelfahrt. Das Alter der Teilnehmer umfasst eine Spannbreite von 20 Jahren: der Älteste ist 1927 geboren, die beiden Jüngsten 1947, abgesehen vom Team, das diese Nachmittage vorbereitet und die Senioren mit einem abwechslungsreichen Programm und bester Laune betreut – da sind die Ältesten über 80 und die Jüngste gerade erst 50 Jahre alt!
 
Die Inhalte unserer Treffen sind sehr abwechslungsreich:
Es gibt interessante Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, farbenprächtige Filme über Reisen in die weite Welt, vielfältige musikalische Darbietungen von ausgebildeten Musikern bis zu den Kindergartenkindern, die alle immer das Herz jedes Besuchers höher schlagen lassen, ab und zu besucht uns eine Theatergruppe oder ein Märchenerzähler, auch die Klinik-Clowns haben uns schon ihr Programm dargeboten und von ihrer Arbeit berichtet. Im Oktober feiern wir alljährlich unser „kleines Oktoberfest“ mit zünftiger Musik und bayerischer Brotzeit, wir halten uns geistig fit mit spielerischen Gedächtnisübungen und auch der religiöse Aspekt kommt nicht zu kurz durch eine meditative Besinnung in der Fastenzeit und einen alljährlichen Gottesdienst mit Spendung der Krankensalbung.
Ein weiteres Glanzlicht ist der Seniorenausflug im September mit ca. 50 Teilnehmern: in den letzten Jahren haben wir ein „Gartenparadies“ und die Insel Frauenchiemsee besucht sowie Kirchen und kulturelle Sehenswürdigkeiten in Gersthofen, Neuburg an der Donau, Dorfen, Erding und Holzkirchen.
Im Februar findet immer ein buntes Faschingstreiben statt, das wir traditionell zusammen mit den Seniorinnen und Senioren unserer evangelischen Nachbarpfarrei Epiphanias feiern, wobei der Veranstaltungsort abwechselnd bei uns und im darauf folgenden Jahr in deren Pfarrheim ist.
Ganz wichtig ist das gemütliche Gespräch bei Kaffee und Kuchen, das diese Treffen umrahmt und den Zusammenhalt unseres Seniorenkreises stärkt. Dabei dürfen unsere Besucher an liebevoll gedeckten und dekorierten Tischen Platz nehmen, sich bedienen und verwöhnen lassen.
Für diesen November war ein Besuch der Theatergruppe der Polizei Moosach geplant, die spielerisch über Verbrechen wie „Enkeltrick“ und vieles mehr aufklären und Präventionsmaßnahmen vorstellen wollten.
 
Leider ist die Durchführung unserer Treffen in diesen schwierigen Zeiten, in denen „Corona“ unseren Alltag bestimmt, nicht erlaubt, denn die Gesundheit von uns allen hat oberste Priorität. Wenn ich mich mit der Einen oder dem Anderen aus unserem Seniorenkreis nach dem Gottesdienst kurz unterhalte, höre ich allseits Bedauern über die abgesagten Termine. Auch wir Damen vom Vorbereitungsteam vermissen die Treffen und vor allem die herzliche Verbundenheit mit allen.
 
Natürlich plane ich bereits für das nächste Jahr in der Hoffnung, dass wir uns dann wieder problemlos im Pfarrsaal zusammensetzen dürfen. Bitte merken Sie sich schon jetzt die Termine für die Monate Januar bis März vor:
  • Mi, 13. Januar, 14h Neujahrsantrunk und spielerische Gedächtnisübungen
  • Mi, 03. Februar, 14h Faschingstrubel mit Texten von Loriot und kurzen Musikstücken aus dem „Karneval der Tiere“
  • Mi, 10. März, 14h Meditative Besinnung
Wir freuen uns auf das Wiedersehen – bis dahin bleiben Sie gesund!
Im Namen des Vorbereitungsteams des Seniorenkreises:
Birgitt Siegle

Sehen Sie bitte auch den Beitrag über den Seniorenkreis in St. Martin, Untermenzing im Advent/Weihnacht 2020 Pfarrbrief
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Sankt Martin

Gedanken zum Patrozinium in St. Martin, Untermenzing

Sankt Martin Figur
 
Auch der Heilige Martin machte sich als Bischof von Tours im 4. Jahrhundert nach Christus Gedanken über die Erneuerung der Kirche. Eigentlich war er ja Sohn eines Tribuns, Soldat zu Pferde, in Gallien im Krieg eingesetzt und wurde erst mit 18 Jahren getauft. Umso überraschender ist es, dass er als Bischof später gerade eine christliche Gruppe unterstützte, die strengste Askese und Fasten für Kleriker und Laien befürwortete, damit sich die Kirche im Heiligen Geist erneuern könnte. Auch ein Ansatz. Als Bischof saß er nicht auf dem Bischofstuhl, sondern auf einem Bauernschemel, verschenkte seine Röcke, teilte seinen Mantel und putzte seine Schuhe selbst. Höchste Beamte und Arme kamen zu ihm. Seine geschwisterliche Gemeinschaft war das Zentrum der Mission in Gallien: Fratelli tutti.

Heute im Geist von Papst Franziskus besteht die Gewalt nicht mehr in Waffengewalt, sondern indirekt im aktuellen Wirtschaftssystem. Der Markt allein löst keine Probleme, im Gegenteil: Soziale Ungerechtigkeit wird belohnt. Solidarität heißt nun das Schwert, das den ungerecht Behandelten hilft. Nur so klappt es mit dem Glauben daran, dass Gott „alle Menschen mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und gleicher Würde geschaffen und sie dazu berufen hat, als Brüder und Schwestern miteinander zusammenzuleben“ (FT 5). In der Pfarrei, im Verband, in der Weltkirche. Dann klappt es auch mit der verheißenen Fülle des Lebens: Nachdem der Esel vom Heiligen Martin die Blätter von Rebstöcken gefressen hatte, erstarkten die Weinstöcke und das Weinanbaugebiet um die Loire wurde berühmt. Die Folge dieses Wunders war Gratis-Wein für alle Besitzlosen.

Dr. Hannes Bräutigam
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Macht hoch die Tür!

Advent in die Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing

advent groß
 
Advent ist eine Zeit des warmen Kerzenlichts, Besinnung, Hoffnung und Zuversicht – was wir in diesen schwierigen Zeiten gut brauchen können!  Auch wenn viele unserer traditionellen Veranstaltungen dieses Jahr nicht möglich sind, möchten wir Ihnen einige Adventsangebote sowie die regulären Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft ans Herz legen.
Wir laden Sie ein, auch unter der Woche zu den Gottesdiensten zu kommen – Zeit zu finden, um auch in diesem Corona-Jahr Advent besonders besonders besinnlich und bestärkend wahrzunehmen.

„Zündet ein Licht an!“  Wir möchten unseren Stadtteil in der dunklen Jahreszeit heller erstrahlen lassen. An den vier Adventssonntagen seid Ihr eingeladen eine Laterne vor die Haustür oder eine Kerze ins Fenster zu stellen, wenn es dunkel wird. Auf diese Weise bleiben wir als Gemeinde verbunden und freuen uns gemeinsam auf Weihnachten und die Ankunft von Jesus.

Gottesdienste an den vier Adventssonntagen:
08:00 Uhr in der alten Pfarrkirche St. Peter und Paul
10:00 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
11:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin

„Engelamt/Rorate“-Gottesdienste unter der Woche:
Mittwochs, 18:00 Uhr, in St. Martin
Dienstags, 07:30 Uhr in Maria Himmelfahrt
Freitags, 07:30 Uhr in Peter und Paul

Abendgottesdienst mit Lobpreismusik:
Donnerstag, den 03. Dezember um 19:00 Uhr in Maria Himmelfahrt
Donnerstag, den 17. Dezember um 19:00 Uhr in Maria Himmelfahrt

Kindergottesdienste am Fest des Heiligen Nikolaus, Sonntag, 6.12.
11:00 Uhr auf der Pfarrwiese Maria Himmelfahrt
11:00 Uhr auf der Wiese hinterm Pfarrheim St. Martin
16:00 Uhr Nikolaus online – Jeder zu Hause aber doch alle zusammen (Anmeldung bitte bei kigo-online@gmx.de)

Allacher Friedensgebet „Herbergssuche“ (siehe extra Beitrag unten):
Sonntag, 6.12., 19:00 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Bußgottesdienste:
Freitag,18 .12., 19:00 Uhr in St. Martin
Dienstag, 22.12., 19:30 Uhr in Maria Himmelfahrt
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Online Adventskalender

adventskalender icon
 
Für jeden Tag eine kleine Überraschung – eine bunte Mischung, zusammengestellt mit Freude und mit besten Wünschen von Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft!
https://www.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-allach-untermenzing/adventskalender

Besuchen Sie auch Einkehr – ein musikalisch-besinnlichen Adventskalender von Robert Benkert.

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Herbergssuche in unserer Zeit ... und plötzlich klopft's an deiner Tür

Zimmer belegt
 
Eine besondere Herbergssuche gibt es am 2. Advent, den 6. Dezember 2020 im Rahmen des Friedensgebets um 19 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

In unserer christlichen Tradition gibt es den adventlichen Brauch der  sogenannten „Herbergssuche“. Er erinnert an jene Tage, in denen Josef mit der hochschwangeren Maria in Betlehem nach einer Unterkunft suchte. Aufgrund einer Anordnung des Kaisers Augustus waren sie gezwungen, sich auf den Weg nach Betlehem zu machen, weil Josef aus einem Geschlecht stammte, das in Betlehem verzeichnet war.

Maria stand kurz vor der Geburt, so mussten sie sich eben auf den beschwerlichen Weg dorthin machen, in der Hoffnung auf Verwandte, Bekannte oder irgendwelche Menschen guten Willens zu treffen, die sie aufnehmen würden, wenn für Maria die Zeit der Geburt kommt.
 
Der Brauch der Herbergssuche schildert in stilisierter Form die Erfahrungen zweier Menschen, die in „bedrängter“ Stunde dringend nach einer angemessenen Herberge suchten. Das Nachspielen dieser Erfahrungen erleben wir in den Krippenspielen der Kinder in der Kindermette. Nicht selten begegnet der Brauch der „Herbergssuche“ auch in besinnlich-musikalischen Veranstaltungen der vorweihnachtlichen Zeit.
 
Bei uns in Maria Himmelfahrt findet die Herbergssuche in einer aktuellen Form statt, denn sie nimmt auch Geflüchtete in den Blick und zeigt die Verantwortung auf, die wir ihnen als Christen schulden.

Herzliche Einladung!
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Wer klopfet an?

Ankunft der Heiligen Familie vor der Herberge in Bethlehem
 
Weihnachtslied - Krippenspiel
Melodie und Text: aus Oberbayern um 1800


 Wer klopfet an?

O zwei gar arme Leut!
Was wollt ihr dann?
O gebt uns Herberg heut!
O, durch Gottes Lieb' wir bitten,
öffnet uns doch eure Hütten!
O nein, nein, nein!
O lasset uns doch ein!
Es kann nicht sein.
Wir wollen dankbar sein!
Nein, nein, nein, es kann nicht sein,
Da geht nur fort, ihr kommt nicht 'rein

Wer vor der Tür?
Ein Weib mit ihrem Mann.
Was wollt ihr denn?
Hört unser Bitten an!
Lasset heut bei euch uns wohnen,
Gott wird euch schon alles lohnen!
Was zahlt ihr mir?
Kein Geld besitzen wir!
Dann geht von hier!
O öffnet uns die Tür!
Ei, macht mir kein Ungestüm,
Da packt euch, geht woanders hin!

Was weinet ihr?
Vor Kält erstarren wir.
Wer kann dafür?
O gebt uns doch Quartier!
überall sind wir verstoßen,
Jedes Tor ist uns verschlossen!
So bleibt halt drauß!
O öffnet uns das Haus!
Da wird nichts draus.
Zeigt uns ein andres Haus.
Dort geht hin zur nächsten Tür!
Ich hab nicht Platz, geht nur von hier!

Da geht nur fort!
O Freund, wohin? Wo aus?
Ein Viehstall dort!
Geh, Joseph, nur hinaus!
O mein Kind, nach Gottes Willen
musst du schon die Armut fühlen.
Jetzt packt euch fort!
O, dies sind harte Wort'!
Zum Viehstall dort!
O, wohl ein schlechter Ort!
Ei, der Ort ist gut für euch,
ihr braucht nicht viel. Da geht nur gleich!

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Ihr Kinderlein kommet

Christkind
 
... aber natürlich auch alle Erwachsenen!
Wir möchten all diejenigen, die coronabedingt an keinem Weihnachtsgottesdienst teilnehmen können oder möchten, die Möglichkeit  geben, trotzdem zur Krippe zu kommen.

Wir werden in der Woche vor Heiligabend in der Kirche Maria Himmelfahrt eine Krippe aufbauen, an der Sie einfach verweilen und sich das Friedenslicht mit nach Hause nehmen können. Außerdem wird die Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen für Kinder sowie ein Text für die Erwachsenen bereit liegen. Wir hoffen, Ihnen so die Botschaft von Weihnachten mitgeben zu können.

Frohe und gesegnete Weihnachten!
Ihre Firmlinge Hannah und Julia

Anders Weihnachten

Krippe
 
Corona wird uns keine normalen Weihnachts-Gottesdienste erlauben und mit den vorgeschriebenen Abständen haben nur sehr wenige Personen in unseren Kirchen Platz. Trotzdem wollen wir mit Ihnen gemeinsam Weihnachten feiern und werden deshalb die Gottesdienste hauptsächlich nach draußen verlagern und als kürzere Wortgottesdienste feiern. Zur Zeit planen wir den Heiligen Abend am 24. Dezember folgendermaßen:

15:30 Kindergottesdienst Online (Anmeldedaten finden Sie zeitnah auf der Homepage)

Maria Himmelfahrt Allach
16:30 Uhr Kinderkrippenfeier für Kinder auf der Wiese vor der Kirche
18:00 Uhr Christmette als Eucharistiefeier in Peter und Paul (wegen begrenzter Besucherzahl nur mit Anmeldung – an den ersten beiden Adventssonntagen nach der 8:00 Uhr Messe in Peter und Paul)
23:00 Uhr Weihnachtsandacht auf der Wiese vor der Kirche

St. Martin Untermenzing

Alle Gottesdienste finden auf der Wiese hinter dem Pfarrheim statt:
15:00 Uhr Kindergottesdienst für Kindergarten-Kinder 
16:00 Uhr Christmette für Jugendliche
16:30 Uhr Kindergottesdienst für Grundschulkinder (auf der Wiese hinter dem Pfarrhaus)
18:00 Uhr Christmette als Eucharistiefeier (mit Übertragung ins Pfarrheim)
23:00 Uhr Weihnachtsandacht (mit Möglichkeit des Kommunionempfanges)

Bitte beachten Sie die Webseite für mögliche Aktualisierungen und weitere Weihnachtsgottesdienste: www.pv-allach-untermenzing.de
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Gebet zum Schöpfer aus Fratelli Tutti

Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt
ohne Hunger und Armut, ohne Gewalt und Krieg.

Gib, dass unser Herz sich
allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen,
das du in sie eingesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen. Amen.

Gegeben zu Assisi, beim Grab des heiligen Franziskus, am 3. Oktober,
Vigil vom Fest des „Poverello“, im Jahr 2020, dem achten des Pontifikats.
Franziskus
Aktuelles über Gottesdienste und Veranstaltungen in der Pfarreiengemeinschaft finden Sie auf www.pv-allach-untermenzing.de.

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Herausgeber:

Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing, München
Pfarrei Maria Himmelfahrt, Höcherstr. 14, 80999 München
Pfarrei St. Martin, Pfarrer-Grimm-Str. 2a, 80999 München

Redaktion

Dr. Elizabeth Schroeder-Reiter, Peter Hillebrand
Beitragende: Monika Neidhardt, Birgitt Siegle, Dr. Hannes Bräutigam

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Bildnachweise

advent großName: advent groß
Bildnachweis: © Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing
ErdeName: Erde
Bildnachweis: NASA Visible Earth
Grün in AdventName: Grün in Advent
Bildnachweis: Markus Spiske on Unsplash
Sankt Martin FigurName: Sankt Martin Figur
Bildnachweis: St. Martin Untermenzing
Zimmer belegtName: Zimmer belegt
Bildnachweis: EBMUC Arbeitshilfe
adventskalender iconName: adventskalender icon
Bildnachweis: Weihnachtsikonen frei von Pixabay, modifiziert v. E. Schroeder-Reiter
KrippeName: Krippe
Bildnachweis: Pfarrei Maria Himmelfahrt
Ankunft der Heiligen Familie vor der Herberge in BethlehemName: Ankunft der Heiligen Familie vor der Herberge in Bethlehem
Bildnachweis: Joseph von Führich: Ankunft der Heiligen Familie vor der Herberge in Bethlehem, 1838 © Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie / Klaus Göken
ChristkindName: Christkind
Bildnachweis: Pfarrei Maria Himmelfahrt