Was macht (Kirchen-)Musik „modern“?
Samstag, 24.01.2026, 14.00 - 17.00 Uhr
Über das Ende des Konsonanzprinzips in der Mitte des 20. Jahrhunderts und die Folgen für die (Kirchen-)Musik bis heute
„Das einzige, was für unsere Musik“ – gemeint ist die abendländische Mehrstimmigkeit – „von ihren Anfängen bis zum Beginn“ des 20. „Jahrhunderts wirklich verbindlich geblieben ist, ist das Konsonanzprinzip. Konsonanzprinzip bedeutet, daß der konsonante Zusammenklang Maß und Bezugspunkt aller Musik, und Dissonanz nur in Relation zu Konsonanz vorstellbar ist“ (Roswitha Schlötterer-Traimer). Die Aufgabe der Verbindlichkeit dieses Prinzips, ja seine bewußte Verneinung (zum Beispiel in der Zwölftonmusik) haben das Auseinanderdriften von E- und U-Musik (die unbekümmert am Konsonanzprinzip festhält und deshalb ihren großen Siegeszug im alltäglichen Musikkonsum angetreten hat) massiv befördert und eben auch in der Kirchenmusik unübersehbare Spuren hinterlassen – NGL und Popkantoren sprechen da eine überdeutliche Sprache. Immer wieder wird nun in diesem Zusammenhang – leider ziemlich undifferenziert – mit der Vorstellung von „Hörgewohnheiten“ argumentiert, und es ist Gegenstand der Überlegungen der hier angekündigten Veranstaltung, sich genau darüber Gedanken zu machen: Was definiert „Hörgewohnheiten“ wirklich? Wie können wir aus der Falle einer – wie ich behaupte – falschen Gegenüberstellung von „modern“ und „konservativ“ – die sich ja in oft problematischer Weise auch in der Gestaltung der gesamten Liturgie widerspiegelt – wieder herauskommen?
Pfarrheim Ebersberg-St. Sebastian
Baldestr. 18
85560 Ebersberg
Kirchenmusik