Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos
Adelheid Lappy mit Besucherin_2
Foto: Pastoralreferentin Adelheid Lappy (rechts) mit einer Besucherin. Sie spendet ihren Lederrock für den Kleidermarkt.

Seelsorge zwischen Kleiderständern

Seelsorge hört zu. Seelsorger*innen hören auf das, was Menschen bewegt, sie hört auf die Geschichten von Freude, Hoffnung, Trauer und Ängsten. Das dies auch bei ungewöhnlichen Gelegenheiten passiert, illustriert diese Aktion aus Rosenheim:

Von Chanel-Kostümen, Weihnachtsglück und einem Zuckerl
Am 7. und 8. Februar fand im Pfarrzentrum Christkönig in Rosenheim zum zweiten Mal ein kostenloser Kleidermarkt statt – Die Veranstalter konnten sich über große Resonanz freuen
 
„Ist der weich!“ Martina Grandauer streicht über den Angorapullover. „Wie das Fell meiner Katze. Und sonnengelb!“ Es ist 14 Uhr, gerade hat der Kleidermarkt im Pfarrzentrum Christkönig geöffnet. Der Pfarrgemeinderat Christkönig, das Seniorenwohnen Küpferling und der Vinzentiusverein Rosenheim veranstalten ihn unter dem Motto „Kleider machen Leute“. Martina Grandauer ist eine der ersten Kundinnen. Sie ist froh, nach Herzenslust shoppen zu können. Eine Bluse, eine Hose dazu, der Pullover – das würde ihr schmales Budget normalerweise sprengen. Aber hier ist alles kostenlos. „Das ist wie Weihnachten“, sagt die 57-Jährige.
 
Sozial und nachhaltig
Die Röcke und T-Shirts, Kleider, Jacken und Schuhe sind gespendet, ein Wäsche-Hersteller hat Schlafanzüge beigesteuert. Fast alles Second Hand. Es wäre eine Schande, wenn diese guten Sachen nicht mehr getragen würden, meint Martina Czerny. Sie hatte die Idee für die Aktion. Czerny arbeitet als Pflegekraft im Seniorenwohnen Küpferling. „Nachdem eine unserer Bewohnerinnen verstorben war, haben wir in ihrem Schrank Chanel-Kostüme entdeckt. Kaum getragen, weil sie sie schonen wollte.“ Das war die Initialzündung: Seitdem sammeln Czerny und ihre Kollegin Rosi Bursch gut Erhaltenes. Nicht nur, damit Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente etwas davon haben. Martina Czerny geht es außerdem um Nachhaltigkeit: „Es regt mich auf, dass so viel weggeschmissen wird. Mit ‚Kleider machen Leute‘ wollen wir ein Zeichen für umweltfreundliches Handeln setzen.“
 
„Bereicherung für mein Leben“
Kleider machen nicht nur Leute, sie machen auch viel Arbeit: Mitglieder des Vinzentiusvereins unter Leitung von Manfred Hellstern haben die Spenden gesammelt, eingelagert und den Transport zum Pfarrzentrum organisiert. Eine Gruppe von Frauen hat die Ware geprüft und Beschädigtes aussortiert. Zum Schluss haben die Helferinnen die Kleidung im Pfarrsaal auf Tischen und Ständern professionell dekoriert – sortiert nach Damen-, Herren- und Kindermode. Praktisch, dass eine der Damen bei einem großen Kaufhaus gearbeitet hat. Von dort bekommen sie Kleiderständer und Spiegel, kostenlos natürlich.
Was motiviert die Ehrenamtlichen, so viel Zeit und Mühe zu investieren? „Die Begegnung mit den Menschen hier macht einfach Spaß“, sagt Hilde Horn vom Vinzentiusverein. Und ihre Mitstreiterin Regina Dombeck ergänzt: „Es kommt so viel zurück, es ist eine Bereicherung für mein Leben.“
Nach dem Shopping können sich die Besucherinnen und Besucher am Kuchenbüffet stärken, Pfarrgemeinderätin und Köchin  Eva Dirmeier hat es organsiert. Später gibt es noch einen Gemüseauflauf. Eine Frau um die 30 nimmt sich ein Stück Streuselkuchen. „Die Leute hier sind so lieb. Ich bin sehr dankbar dafür, das lässt sich gar nicht in Worte fassen.“
Adelheid Lappy, Pastoralreferentin in der Pfarrei Christkönig, freut sich über das Gemeinschaftswerk. „Ohne den engagierten Einsatz von so vielen Menschen wäre das nicht möglich gewesen“, sagt sie. Was ist ihre Aufgabe bei dem Event? „Ich stehe als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Setze mich beim Kaffeetrinken dazu, bin einfach da.“ Dass sich jede und jeder wohl- und wertgeschätzt fühlt – das ist ihr Ziel.
 
Hilde Horn_Regina Dombeck beide EA_2
Foto: Hilde Horn (links) und Regina Dombeck arbeiten ehrenamtlich beim Kleidermarkt mit: „Die Begegnung mit den Menschen macht einfach Spaß.“
Herausfinden, was Menschen brauchen
Premiere hatte „Kleider machen Leute“ im Frühjahr 2019. Es war ein Erfolg, und auch mit der Resonanz auf die diesjährige Veranstaltung sind die Verantwortlichen zufrieden. „Die vielen Besucherinnen und Besucher zeigen uns, dass wir einen Nerv getroffen haben“, sagt Sebastian Heindl, Pfarrer in Christkönig. In diesem Stadtteil Rosenheims mit eher einkommensschwachen Haushalten brauche es unterstützende, helfende Angebote. Aufgabe von Kirche sei es, immer wieder neu herauszufinden, was Menschen brauchen. Um darauf basierend passende Orte der Begegnung zu schaffen.
„Es tut so gut, zusammenzusitzen und zu ratschen“, bekräftigt Initiatorin Martina Czerny. „Das hier, das ist mein Zuckerl!“                  
Text und Fotos:    Stephanie Steidl                                           





Goodboy-Picture-Company_iStock_Besuchsdienst-Kurs
Foto: iStock.com (Goodboy Picture Company)

Besuchsdienst - Kurs für Ehrenamtliche
Alte Menschen kompetent begleiten


Im Alter kann die Welt sehr klein sein: Wenn man alleine lebt und kaum mehr rauskommt aus den vier Wänden. Wenn die Kinder weit weg wohnen und keine Zeit haben. Wenn Freunde und Bekannte verstorben sind. Das fühlt sich verloren an. Und einsam.
Wie schön, wenn sich jemand findet, der regelmäßig vorbeikommt. Zum Reden und Zuhören, für einen kleinen Spaziergang, zum Vorlesen oder Besorgungen machen. Ein Lichtblick.
Diese Aufgabe möchten Sie übernehmen - Sie haben Lust und Zeit, einen alleinlebenden Menschen zu Hause oder im Heim zu besuchen. Und wollen vorbereitet sein auf dieses Ehrenamt, wünschen sich Rüstzeug und Hintergrundwissen.
 
Mit unserem Einstiegskurs machen Sie sich fit für den Besuchsdienst. Sie erfahren Wissenswertes über die Lebensphase Alter, über Kommunikation, Biografiearbeit und Spiritualität. Neben inhaltlichen Impulsen gibt es Raum zum Austausch - auch über die eigene Motivation.


Module "Alte Menschen kompetent begleiten"

4. Februar 2020, 16 Uhr
"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"
Motivation, Kommunikation, Beziehungsgestaltung

11. Februar 2020, 16 Uhr
"Im Alter kommt der Psalter?"
Alter als Lebensphase, Glaube und Biografie, Minimethoden für Gespräche

18. Februar 2020, 16 Uhr
"Demenz für Anfänger"
Grundlagen, Kommunikation mit demenziell veränderten Menschen

Dauer: jeweils 2,5 bis 3 Stunden

Referentinnen:
Adelheid Widmann
Dr. Maria Kotulek

Anmeldung bitte bis 28. Januar 2020
schriftlich an Pfarrbüro Christi Himmelfahrt
Waldschulstraße 4 in 81827 München

oder
per Email an info@christi-himmelfahrt-muenchen.de

Mitteilungsblatt endlICH leben

Das Mitteilungsblatt der Seniorenpastoral erscheint 3 x pro Jahr zu aktuellen Themen aus Theorie und Praxis

Sind Sie interessiert?
Bitte fordern Sie das Mitteilungsblatt bei uns an.
Seniorenpastoral@eomuc.de
endlICH leben_Jahresband 2019

Seelsorge zwischen Kleiderständern

Seelsorge hört zu. Seelsorger*innen hören auf das, was Menschen bewegt, sie hört auf die Geschichten von Freude, Hoffnung, Trauer und Ängsten. Das dies auch bei ungewöhnlichen Gelegenheiten passiert, illustriert diese Aktion aus Rosenheim:
 
 
Von Chanel-Kostümen, Weihnachtsglück und einem Zuckerl
Am 7. und 8. Februar fand im Pfarrzentrum Christkönig in Rosenheim zum zweiten Mal ein kostenloser Kleidermarkt statt – Die Veranstalter konnten sich über große Resonanz freuen
 
„Ist der weich!“ Martina Grandauer streicht über den Angorapullover. „Wie das Fell meiner Katze. Und sonnengelb!“ Es ist 14 Uhr, gerade hat der Kleidermarkt im Pfarrzentrum Christkönig geöffnet. Der Pfarrgemeinderat Christkönig, das Seniorenwohnen Küpferling und der Vinzentiusverein Rosenheim veranstalten ihn unter dem Motto „Kleider machen Leute“. Martina Grandauer ist eine der ersten Kundinnen. Sie ist froh, nach Herzenslust shoppen zu können. Eine Bluse, eine Hose dazu, der Pullover – das würde ihr schmales Budget normalerweise sprengen. Aber hier ist alles kostenlos. „Das ist wie Weihnachten“, sagt die 57-Jährige.
 
Sozial und nachhaltig
Die Röcke und T-Shirts, Kleider, Jacken und Schuhe sind gespendet, ein Wäsche-Hersteller hat Schlafanzüge beigesteuert. Fast alles Second Hand. Es wäre eine Schande, wenn diese guten Sachen nicht mehr getragen würden, meint Martina Czerny. Sie hatte die Idee für die Aktion. Czerny arbeitet als Pflegekraft im Seniorenwohnen Küpferling. „Nachdem eine unserer Bewohnerinnen verstorben war, haben wir in ihrem Schrank Chanel-Kostüme entdeckt. Kaum getragen, weil sie sie schonen wollte.“ Das war die Initialzündung: Seitdem sammeln Czerny und ihre Kollegin Rosi Bursch gut Erhaltenes. Nicht nur, damit Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente etwas davon haben. Martina Czerny geht es außerdem um Nachhaltigkeit: „Es regt mich auf, dass so viel weggeschmissen wird. Mit ‚Kleider machen Leute‘ wollen wir ein Zeichen für umweltfreundliches Handeln setzen.“
 
„Bereicherung für mein Leben“
Kleider machen nicht nur Leute, sie machen auch viel Arbeit: Mitglieder des Vinzentiusvereins unter Leitung von Manfred Hellstern haben die Spenden gesammelt, eingelagert und den Transport zum Pfarrzentrum organisiert. Eine Gruppe von Frauen hat die Ware geprüft und Beschädigtes aussortiert. Zum Schluss haben die Helferinnen die Kleidung im Pfarrsaal auf Tischen und Ständern professionell dekoriert – sortiert nach Damen-, Herren- und Kindermode. Praktisch, dass eine der Damen bei einem großen Kaufhaus gearbeitet hat. Von dort bekommen sie Kleiderständer und Spiegel, kostenlos natürlich.
Was motiviert die Ehrenamtlichen, so viel Zeit und Mühe zu investieren? „Die Begegnung mit den Menschen hier macht einfach Spaß“, sagt Hilde Horn vom Vinzentiusverein. Und ihre Mitstreiterin Regina Dombeck ergänzt: „Es kommt so viel zurück, es ist eine Bereicherung für mein Leben.“
Nach dem Shopping können sich die Besucherinnen und Besucher am Kuchenbüffet stärken, Pfarrgemeinderätin und Köchin  Eva Dirmeier hat es organsiert. Später gibt es noch einen Gemüseauflauf. Eine Frau um die 30 nimmt sich ein Stück Streuselkuchen. „Die Leute hier sind so lieb. Ich bin sehr dankbar dafür, das lässt sich gar nicht in Worte fassen.“
Adelheid Lappy, Pastoralreferentin in der Pfarrei Christkönig, freut sich über das Gemeinschaftswerk. „Ohne den engagierten Einsatz von so vielen Menschen wäre das nicht möglich gewesen“, sagt sie. Was ist ihre Aufgabe bei dem Event? „Ich stehe als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Setze mich beim Kaffeetrinken dazu, bin einfach da.“ Dass sich jede und jeder wohl- und wertgeschätzt fühlt – das ist ihr Ziel.
 
Herausfinden, was Menschen brauchen
Premiere hatte „Kleider machen Leute“ im Frühjahr 2019. Es war ein Erfolg, und auch mit der Resonanz auf die diesjährige Veranstaltung sind die Verantwortlichen zufrieden. „Die vielen Besucherinnen und Besuchern zeigen uns, dass wir einen Nerv getroffen haben“, sagt Sebastian Heindl, Pfarrer in Christkönig. In diesem Stadtteil Rosenheims mit eher einkommensschwachen Haushalten brauche es unterstützende, helfende Angebote. Aufgabe von Kirche sei es, immer wieder neu herauszufinden, was Menschen brauchen. Um darauf basierend passende Orte der Begegnung zu schaffen.
„Es tut so gut, zusammenzusitzen und zu ratschen“, bekräftigt Initiatorin Martina Czerny. „Das hier, das ist mein Zuckerl!“
Stephanie Steidl
 
Bildunterschriften
Martina Grandauer war eine der ersten Kundinnen bei „Kleider machen Leute“ und freut sich über ihren gerade erstandenen sonnengelben Pullover.
 
Wolfgang Eder war schon vom ersten Kleidermarkt im Frühjahr 2019 begeistert. Er ist Rentner, muss sein Geld zusammenhalten. Deshalb ist er froh über das kostenlose Angebot. Drei Hosen, ein Hemd und zwei Schlafanzüge hat er dieses Mal für sich entdeckt.
 
Hilde Horn (links) und Regina Dombeck arbeiten ehrenamtlich beim Kleidermarkt mit: „Die Begegnung mit den Menschen macht einfach Spaß.“
 
Pastoralreferentin Adelheid Lappy (rechts) mit einer Besucherin. Sie spendet ihren Lederrock für den Kleidermarkt.

Artikel „Demenz (nicht nur) in unserer Pfarrei/unserem Pfarrverband“ zur Rezeption in Pfarrbriefen

Die Fachstelle Demenz stellt einen Artikel zu Demenz für Pfarrbriefe zur Verfügung. Er ist ein Angebot an alle Pfarreien und Pfarrverbände, die sich an der Aktion „gemeinsam unterwegs – Demenz“ beteiligen wollen und kann unter
Seniorenpastoral@eomuc.de
als Word-Dokument (inkl. Signet) angefordert und dann in den eigenen Pfarrbrief ggf. mit Anpassungen übernommen werden. Das Signet (sozusagen als „Gütesiegel“) darf für alle Aktionen verwendet werden, die Menschen mit Demenz inklusiv in das Leben der Pfarrgemeinde aufnehmen.
 
Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Fortbildungen 2020

Fachbereich Seelsorge in stationären Einrichtungen
Veranstaltungshinweise

Fachbereich Seniorenseelsorge
Veranstaltungshinweise für Seniorenteams

[mehr...]

Fachstelle Demenz

[mehr...]
Fachstelle kooperative Seniorenarbeit
Veranstaltungshinweise

[mehr...]