Chroniken - der Pfarrei Christus Erlöser 

Pfarrei Christus Erlöser
München - Neuperlach
Büro St. Stephan / St. Jakobus
Lüdersstr.12, 81737 München

St. Monika in Neuperlach
am 1. September 1969 gegründet

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Behelfskita und -kirche
Es waren in erster Linie junge Familien, die ab August 1969 in den Bauabschnitt NORDOST von Neuperlach zogen. Jeder war glücklich, aus beengten Verhältnissen in eine Neubauwohnung zu kommen, denn in München herrschte großer Wohnungsmangel. Die Straßen waren noch nicht befestigt und rundherum wurde fleißig weitergebaut. Die Straßenbahn fuhr anfangs nur bis zum Michaelibad und musste schnellstens bis zur Heinrich-Wieland-Straße verlängert werden. Es gab eine Einkaufsbaracke an der Quiddestraße und später noch eine am Karl-Marx-Ring. Die beiden Schulen am Strehleranger und an der Albert-Schweitzer-Straße mit Kindergarten und Hort waren für die vielen Kinder nur kurzfristig ausreichend. Es gab weder Bäume noch Grünflächen, für die Kinder waren die umliegenden Erdhügel der schönste Abenteuerspielplatz. Und – es gab auch eine Kirche: „St. Jakobus“ im Bauabschnitt NORD, die wir Katholiken von NO erst für eine Baubaracke hielten, meistens gut besucht und im Winter ziemlich kalt, sodass wir anfangs nach St. Maria Ramersdorf oder St. Michael Perlach ausgewichen sind.
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Einweihung St. Monika
Am 1. September 1969 erfolgte die Errichtung der Kuratie St. Monika und Abtrennung von der Mutterpfarrei St. Michael Perlach. Kurat Anton Merkle, der mit dem Aufbau der Gemeinde beauftragt worden war, lud am 8. 2.1970 zum ersten Gottesdienst im Behelfskindergarten an der Kurt-Eisner-Str. 5 ein. Einige Monate später, am 4. Advent, konnten wir dann in der Behelfskirche, Kurt-Eisner-Straße 7, den ersten Gottesdienst feiern. Es entwickelte sich schnell ein reges Gemeindeleben, aber aus Platzmangel trafen sich die verschiedenen Gruppen zunächst noch in Privatwohnungen. Als dann am 4. Juni 1972 unser Behelfsanbau mit Pfarrsaal, Küche und Nebenräumen fertig war, fanden dort viele gemeinsame Veranstaltungen, die Kinder- und Jugendarbeit, Ministrantenunterricht und Sakramentenkatechese ein zwar beengtes, aber lebendiges Zuhause. Dazu kamen viele ehrenamtliche Helfer, die die Kirche als Heimat erlebbar machten. Es entstanden Familienkreise, von denen einer noch bis heute besteht. Auch zwei Frauenkreise fanden sich, die seit 1984 und 1991 existieren.
Den Altardienst übernahmen anfangs Männer und Frauen aus der Gemeinde. Dieser Kreis bemühte sich, gemeinsam mit Pfarrer Merkle, Liturgie bewusst zu feiern. Später übernahmen dann Jugendliche den Ministrantendienst, und nur der Lektoren- und Kommunionspenderdienst wurde von den Erwachsenen weitergeführt.
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Grundriss von St. Monika

Eine helle, einladende Kirche

Die erste Kirchenverwaltung (KV) nahm im Juli 1973 ihre Arbeit auf, die Wahl für den ersten Pfarrgemeinderat (PGR) erfolgte dann im März 1974. Die Zusammenarbeit zwischen PGR und KV war besonders konstruktiv, da sich Kirchenpfleger und PGR-Vorsitzender jeweils auch in das andere Gremium wählen ließen. Bereits seit 1972 bestand ein Baukreis, der Mitte 1974 unter der Leitung von Dr. Ziegler zum Bauausschuss wurde. Den Vorsitz im PGR übernahm Dr. Paul Langemeyer, dessen reiche Erfahrungen in der Gremienarbeit damals besonders wichtig waren. Für den Neubau des Kirchenzentrums bestand folgender einvernehmliche Wunsch: „Eine leichte, helle und luftige Kirche aus natürlichen Materialien, Holz, Glas und Stein, sowie eine einladende Öffnung zum Vorplatz hin, als Kontrast zu den sonstigen Bauten in Neuperlach.“
Nach der Besichtigung von verschiedenen Kirchen wählten wir –  in Abstimmung mit dem Ordinariat – Prof. Wiedemann als unseren Architekten. Die gesamte Planung des Kirchenzentrums zog sich dann allerdings von Mitte 1975 bis zum Baubeginn im Juni 1979 hin. Schließlich wurde 1981 unser Pfarrzentrum St. Monika und ein halbes Jahr später der neue Kindergarten fertiggestellt. Damit waren unsere Vorstellungen Wirklichkeit geworden. Bei der Einweihung der Kirche am 1. Advent 1981 sagte Kardinal Joseph Ratzinger: „Wir weihen hier eine Kirche aus Steinen, Ihr aber sollt eine Gemeinde aus lebendigen Steinen sein“ (1 Petr 2,2-10).
Zur Stärkung der Geselligkeit wurde auch eine Kegelbahn gebaut. Um Kosten zu sparen, haben „Die Kegelbahnbauer“ von St. Monika mit viel handwerklichem Einsatz den Ausbau durchgeführt. Die Bahn wurde und wird bis heute zur Freude aller Kegler gerne genutzt.
Bei einer seiner Visitationen fragte Weihbischof Tewes, warum die Gemeinde keinen Turm geplant habe. Als wir finanzielle Gründe nannten, erklärte er, sich dafür einzusetzen, dass die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt würden. Und das gelang: seit dem 23. Januar 1982 läuten in diesem Turm die Glocken mit den Namen der damals vier Gemeinden: Monika, Jakobus, Philipp Neri und Stephan.
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Herr Georg Eixenberger

Turmfalken und Weihnachtssterne

Die verschiedenen Gruppen und Kreise sowie Initiativen, welche von haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern der Pfarrei getragen wurden, können hier nicht alle aufgezählt werden. Hervorzuheben ist die Jugendarbeit von Walter Stuprich, aus der die Theatergruppe „Turmfalken“ entstand, die besonders gut bei der Gemeinde ankam. Das gilt auch für die seit ca. 40 Jahren mit feinster Fingerfertigkeit von Georg Eixenberger hergestellten Weihnachtssterne, welche inzwischen in vielen Münchner Kirchen, sogar im Münchner Liebfrauendom zu bewundern sind.
Unser Gründungspfarrer, Anton Merkle, war in der Gemeinde sehr beliebt. Als begeisterter Anhänger der Fokolarbewegung wollte er diese auch in unserer Gemeinde integrieren, was aber nur sehr reserviert aufgenommen wurde. Durch Fastenpredigten im Jahr 1974 wurde das Thema versachlicht und der Konflikt friedlich gelöst. Nach 19 Jahren, im September 1988, verabschiedeten wir ihn nach Unterschleißheim; er starb im Jahr 2008.
Von September 1988 bis Sommer 1998 leitete Pfr. Julian Tokarski unsere Gemeinde. Während seiner  Amtszeit wurde auf dem restlichen Kirchengrundstück an der Kurt-Eisner-Straße eine Wohnanlage im Erbbaurecht vom Kath. Siedlungswerk errichtet, ein besonderes, durch großzügige Zuschüsse aus Kirchensteuermitteln ermöglichtes Modell, bei dem die Mieten sozial abgestuft und individuell je nach Einkommen berechnet werden.
Nur in der Anfangszeit problematisch war das Zusammenleben mit der polnischen Gemeinde, die ab 1989 in St. Monika mit einem ebenfalls polnischen Priester ihren zweiten Standort in München fand.
Um die Leistung der ca. 100 Ehrenamtlichen für die Gemeinde zu würdigen, wurde ein Neujahrsempfang eingeführt, der später unter Pfr. Krist als „Fest der Ehrenamtlichen“ auf Maria Lichtmess verlegt wurde, den Tag, an dem bayerische Knechte und Mägde früher ihre Dienstherren wechselten.
Nach dem Weggang von Pfr. Tokarski war uns in der Übergangszeit Pfr. Herbert Rauchenecker von Sept. 1998 bis Aug. 1999 ein guter Gemeindepfarrer. Seine kurzen und trotzdem gehaltvollen Predigten waren sehr geschätzt. Ihm folgte bis zum Aug. 2012 Pfr. Herbert Krist, der mit seiner verbindlichen Art und seinen klaren Aussagen sofort von der Gemeinde angenommen wurde. Seine Predigten waren immer hörens- und lesenswert.
St.Monika-Logo
Logo von St. Monika

St. Monika wird Teilgemeinde

Das wohl einschneidendste Ereignis in seiner Amtszeit war das Projekt „Stadtteilkirche“ mit der Zusammenlegung der fünf Neuperlacher Pfarreien. Von 2007 bis 2009 koordinierte Pfr. Krist erfolgreich, und ohne sich selbst zu schonen, eine eigentlich unlösbare Mammutaufgabe. Und doch: Seit September 2009 ist „Christus Erlöser“ als gemeinsame Pfarrgemeinde Realität! Ab diesem Zeitpunkt lautet die Bezeichnung für uns „Kirchenzentrum St. Monika“.
Pfr. Krist und sein damaliges „Leitungsteam“ haben die Weichen gestellt, wir müssen diese Spur weiter verfolgen und die neue Pfarrgemeinde Christus Erlöser gemeinsam mit Leben füllen. Der Abschied im August 2012 von H. Pfarrer Krist fiel uns allen sehr schwer; aber für ihn war es sicher die richtige Entscheidung.
Seit 2011 hatten wir das große Glück, mit Frau Patrica Ott eine begnadete Kirchenmusikerin in unserer Gemeinde zu haben, die uns kirchenmusikalisch und mit kulturellen Veranstaltungen auf Höhenflüge mitnahm. Leider mussten wir sie im September 2017 auf eigenen Wunsch verabschieden.
Pfr. Bodo Windolf hat seit September 2012 mit seinem Pastoralteam die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, den Werdegang von Christus Erlöser weiter zu gestalten. Wir Gemeindemitglieder von Christus Erlöser wollen ihm durch unser Mitgehen und unser Gebet bei dieser Aufgabe zur Seite stehen. Aller Neuanfang ist schwer, aber manches Vertraute aufzugeben und aufgeschlossen für Neues zu sein, gibt uns Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft. Auf dem Weg zur Gemeinschaft in der Vielfalt der Teilgemeinden dürfen wir auf den weiteren Beistand durch den Hl. Geist hoffen.

Gisela Baier