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Herzlich willkommen beim
Pfarrverband Assling

Zu Dir

Wenn ich sein muss wie ich wirklich bin
Ohne Maske, ohne fakes Grinsen
Ich würd‘ zu dir gehen
Wenn Träume platzen, die Erde bebt
Es um Leben oder Sterben geht
Ich würd‘ zu dir gehen

Wenn ich glücklich bin, fast am Ziel
Ich das teilen muss, weil ich so sehr fühl‘
Ich würd‘ zu dir gehen

Wenn ich nichts mehr hab, nicht einen Cent
Auf der Suche nach ’nem Platz zum Pennen
Ich würd‘ zu dir gehen

Sag, darf ich zu dir?
In den besten Zeiten
Auch, wenn alles vorbei ist
Und ich alles vergeige
Und es ist keiner mehr bei mir
Sag, darf ich zu dir?

In den besten Zeiten
Auch, wenn alles vorbei ist
Und ich alles vergeige
Und es ist keiner mehr bei mir
Darf ich dann zu dir?

Zu dir, zu dir
Mh, mh, mh
Darf ich dann zu dir?
Zu dir, zu dir
Mh, mh, mh
Rettungsring
Quelle: Ulrike Hartdegen
Wenn ich mich schäme, wegen meiner Fehler
Und die Lösung einfach g’rad nicht sehen kann
Ich würd‘ zu dir gehen

Wenn ich feiern will, so wie noch nie
Weil ich das Leben spür’ und Energie
Ich würd’ zu dir gehen

Wenn die Tränen kommen und ich trauern muss
Und ich da einfach durch muss, bis zum Schluss
Ich würd’ zu dir gehen

Wenn die letzte Stunde für mich schlägt
Und ich die Wahl hab, wohin ich mich leg‘
Ich würd‘ zu dir gehen

Sag, darf ich zu dir?
In den besten Zeiten
Auch, wenn alles vorbei ist
Und ich alles vergeige
Und es ist keiner mehr bei mir
Darf ich dann zu dir?

Zu dir, zu dir
Mh, mh, mh
Darf ich dann zu dir?
Zu dir, zu dir
Mh, mh, mh
Sag, darf ich zu dir?
Zu dir, zu dir
In den besten Zeiten
Mh, mh, mh

Auch, wenn alles vorbei ist
Und ich alles vergeige
Und es ist keiner mehr bei mir
Mh, mh, mh
Darf ich dann zu dir?

(Lea)

Ja, da schau her!

Vielleicht kennen Sie ja den voranstehenden Text. Jetzt stellen Sie sich doch bitte mal vor, das wäre nicht der Fall. Nicht wissend, dass es sich dabei um einen Popsong handelt, in dem sich eine junge Frau an ihren Geliebten wendet, könnte man darin doch so ganz andere Szenarien entdecken.

Ich denke da z. B. an die kleine Tochter, die nachts aufschreckt, weil sie schlecht geträumt hat oder den schon etwas größeren Sohn, dem die Ehrenrunde in der Schule droht; ich denke an die junge Frau, deren Beziehung, in die sie so viel Hoffnung gesteckt hat, in die Brüche gegangen ist oder an die Mutter, die um ihren Sohn trauert; ich denke an die Frau, die mit der Diagnose „Brustkrebs“ dasteht und auch an ihren Mann; ich denke an Sie und Dich und mich. Egal wie alt oder wie jung jemand ist, egal ob reich oder arm, Mann oder Frau – jede und jeder von uns hat genau diese
Frage schon gestellt oder wird sie stellen: Darf ich zu dir? Darf ich zu dir mit meiner Angst, mit meinem Kummer, mit meinem Zweifeln, mit meinem Scheitern? Darf ich zu dir, wenn du mit mir bestimmt nicht Party machen kannst, wenn ich dir wahrscheinlich eine schlaflose Nacht bereite, wenn ich dich an den Rand der Belastbarkeit bringe?

Wie viel Hoffnung, wie viel Sehnsucht liegt in dieser Frage: Darf ich zu dir? Es ist die Hoffnung, dass da jemand ist, der mich versteht und akzeptiert, der mir zuhört und das rechte Wort für mich findet oder mich wortlos in den Arm nimmt, der mir verzeiht und mich tröstet, der mich aufrichtet oder einen Schubs gibt. Und von wem kann ich das erwarten? – Halt von dem oder der, dem oder der ich vertraue, bei dem oder der ich mich gut aufgehoben weiß, wo eine tragfähige Beziehung ist oder wenigstens eine Beziehung. Und das beschränkt sich nicht auf Liebesbeziehungen, wie Lea sie in ihrem Lied besingt. Da geht es um Beziehungen in der ganzen Vielfalt – in der Familie,
zwischen Eltern und Kindern, unter Freundinnen und Freunden, in der Nachbarschaft, im Kollegenkreis, in der Kirche.

Obwohl – was Letztgenannte angeht, mag manch einer von einer gewagten These sprechen, wenn es um Beziehung geht und man dann vielleicht auch noch auf die heuer veröffentlichten Ergebnisse der Kirchenbindungsstudie schaut. Unter den verschiedenen Typen, die darin vorgestellt werden, ist mit 26 Prozent der Befragten die größte Gruppe die der „Entfremdeten“, von denen wiederum 39 Prozent sich als kirchendistanziert bezeichnen und 38 Prozent sich als „Kirchenindifferente“ mit der Kirche verbunden fühlen, sich aber mehr und mehr von ihr entfernen. Es ist anzunehmen, dass diese Menschen mit Blick auf Kirche wohl eher weniger fragen: „Darf ich zu dir?“. Aber hoffentlich hören sie von denen, die Kirche erlebbar und erfahrbar machen immer wieder die Botschaft „Du darfst zu mir!“

Dieser Gedanke führt mich noch einmal weiter und gleichzeitig wieder zurück zu nebenstehendem Lied. Denn ohne auch nur ein Wort zu ändern, wird aus dem Lied – ein Gebet.

Es grüßt Sie und Euch herzlichst
Ihre/Eure Pastoralreferentin
Maria Gleißl