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Herzlich willkommen beim
Pfarrverband Assling

Ja, da schau her!


Jetzt sieht man sie schon und sie werden sich in den nächsten Tagen und Wochen noch vermehren: die Weihnachtsplätzchen – von Vanillekipferl bis Betmännchen, von Dominosteinen bis Spekulatius, von Spritzgebäck bis
Spitzbuben, von Butterplätzchen in Sternen-, Tannenbaum-, Nikolaus-, oder Rentierform ausgestochen ganz zu schweigen, verbunden mit Marmelade kunstvoll aufgetürmt, mit bunten oder Schokostreuseln verziert, kleine Kunstwerke mit unendlicher Kreativität, Leidenschaft und Geduld geschaffen. Und alle miteinander ergeben ein buntes Bild, das Lust macht.

Nach einer forsa-Umfrage gehen 42 % der Befragten davon aus, dass die selbstgebackenen Plätzchen besser schmecken als die gekauften. Würde man mich fragen, wäre meine Antwort ein ganz klares: Jein. Selbstgebacken ja, aber nicht von mir. Aber bei den diversen Weihnachtsmärkten gibt es ja immer wieder Plätzchen, die zugunsten von guten Zwecken von kreativen, leidenschaftlichen und geduldigen Menschen gebacken werden. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich backe wirklich gerne. Aber Weihnachtsplätzchen sind so etwas wie eine natürliche Grenze meiner Backkunst. Während ich hier sitze und schreibe, fällt mein Blick immer wieder auf eine Spruchkarte. Freunde haben sie mir vor Jahren geschenkt. Darauf ist zu lesen: Herr, gib mir Geduld – aber zackig! Die Freunde scheinen
mich gut zu kennen. Mir fehlt, was das angeht, einfach die Geduld. Und ohne Geduld hilft die größte Leidenschaft nichts.
Meine Gedanken wandern weiter zu einem Thema, das mich, seit ich im pastoralen Dienst bin, beschäftigt und in den letzten Jahren und Monaten mehr und mehr umtreibt: unsere Kirche, die vor Herausforderungen steht, die nicht alle ganz neu sind, aber vielleicht stärker in den Fokus geraten sind: Es sind so viele Menschen, die zu uns gehören, ganz unterschiedliche, eine ganz bunte Vielfalt. Und wir sind gesandt zu allen Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit, in ihrer bunten Vielfalt. Wie gesagt: Ganz neu ist das nicht. Es gab sie schon immer: die, die was von Kirche erwarten und die, die nichts (mehr) von ihr erwarten; die, die sich mit Traditionen schwer
tun und die, die mit neuen Ideen daherkommen; die, denen das schmeckt, was ihnen Kirche bietet und die, die nichts (mehr) damit anfangen können, die BewahrerInnen und die ReformerInnen. Alte Rezepte – ich merke gerade, dass ich schon wieder in der Backwelt gelandet bin – funktionieren nicht mehr
so ohne Weiteres. Da braucht es Kreativität, Leidenschaft und viel Geduld.

Weihnachten ist auch eine Zeit des Wünschens. Ich wünsche mir so eine Kirche – bunt und vielfältig wie ein Plätzchenteller, eine Kirche, auf die Menschen einfach Lust haben. Aber ich weiß, dass es mit Wünschen nicht
getan ist, und Kaufen funktioniert hierbei auch nicht. Da müssen wir schon selber ran – mit Kreativität, Leidenschaft und Geduld. Und wieder fällt mein Blick auf meine Spruchkarte: Herr, gib mir Geduld – aber zackig!
Ich wünsche Ihnen und Euch gerade mit Blick auf die vor uns liegende Weihnachtszeit, dass Ihnen und Euch schmeckt, was sie zu bieten hat, was wir als Kirche zu bieten haben. Ich wünsche Ihnen und Euch die Freude am guten Geschmack von Weihnachten.

Und sollte er verloren gegangen sein, wünsche ich Ihnen und Euch, wieder auf den Geschmack zu kommen – nicht zuletzt an der frohen Botschaft: Euch ist der Heiland geboren.
 
Ihre/Eure Pastoralreferentin
Maria Gleißl