Pfarrverband Fürstenfeld

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Trauer um Martin Bickl Pfarrer von St. Bernhard von 2005 bis 2010

Martin Bickl als Pfarrer von St. Bernhard im Bild


Die Pfarrei St. Bernhard trauert um ihren früheren Pfarrer Dekan Martin Bickl,
der am Sonntag, 4. September 2022, im Alter von 55 Jahren verstorben ist.
Nur fünf Jahre war Martin Bickl Pfarrer in St. Bernhard, schon 12 Jahre ist es her, dass ihn die Pfarrei im Brucker Westen herzlich verabschiedet hatte, und trotzdem waren viele Gemeindemitglieder sehr betroffen, als sie von seinem Tod erfahren haben.
Geboren am 10.06.1967 in München, studierte er von 1986 bis 1992 in München Theologie, ein Jahr davon in Rom, wo er bereits Touristen zu Sehenswürdigkeiten und durch die Katakomben führte. Nach seine Weihe zum Priester am 26. Juni 1993 in Freising hatte er bis 1999 mehrere Kaplanstellen und war gleichzeitig im Landkreis Freising Landkreisjugendseelsorger und Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ. 1999 übernahm er die Leitung des Pfarrverbands Buch am Erlbach mit zwei Pfarreien, 2003 auch zusätzlich die Leitung von drei weiteren Pfarreien, die später alle zu einem Pfarrverband zusammengeführt wurden. Am 1. September 2005 übernahm er schließlich unsere Pfarrei Fürstenfeldbruck-St. Bernhard.
Bereits an seinem ersten Dienst-Tag in St. Bernhard unterschrieb Pfarrer Bickl den schon von der Kirchenverwaltung vorbereiteten Antrag zur Innen- und Außenrenovierung der St. Bernhard-Kirche, einschließlich der Sanierung der Bausubstanz, und legte ihn persönlich dem Erzbischöflichen Baureferat vor. Diese Kirchenrenovierung sollte Bickl seine ganze Zeit als Pfarrer von St. Bernhard beschäftigen. Doch damit nicht genug: 2008 stellte sich heraus, dass das Gebäude des Pfarrkindergartens dringend generalsaniert und deshalb der Kindergarten total ausgelagert werden muss.
Martin Bickl erwies sich in all den Jahren und in allen Situationen in St. Bernhard nicht nur als guter Seelsorger, sondern auch als akribischer Manager. Beides tat er mit großem Engagement. So organisierte er z. B. auch die Aktion „Platz schaffen hilft“, bei der die Gemeindemitglieder aufgefordert wurden Keller und Speicher nach Gegenständen abzusuchen, die dann bei eBay zugunsten der Kirchenrenovierung versteigert werden konnten.
Einen besonders guten Draht hatte er zur Pfarrjugend. Bereits kurz nach seinem Dienstantritt besuchte er sie auf der Minifahrt und regelmäßig fand er den Weg in die Jugendräume, wenn man dort gesellig beisammensaß. Auch in  deren Theatergruppe „bernhardbühne“ wirkte er in mehreren Inszenierungen persönlich als Darsteller mit. Zur Aufführung kamen meist recht anspruchsvolle Stücke von Autoren wie Oskar Wilde, Woody Allen und William Shakespeare.
Martin Bickl hatte ganz privat zwei große Leidenschaften: Die eine war der TSV 1860 München, dessen Fußballspiele er wenn irgendwie möglich besuchte und den er verbal immer verteidigte, selbst als es in den Tabellen immer weiter abwärts mit ihm ging. Er war ein „Blauer“ durch und durch!
Seine zweite Leidenschaft war das Reisen. Sein Ziel, im Lauf der Jahre privat alle europäischen Hauptstädte zu besuchen, könnte er noch geschafft haben. Mit oft humorvollen Grußkarten informierte er seinen Freundeskreis. Für das Bayerische Pilgerbüro war er viele Jahre als Reiseleiter oder geistlicher Begleiter tätig. So reiste er auch mit Gemeindemitgliedern von St. Bernhard: Im Jahr 2006 nach Rom, 2007 in die Toskana und nach Assisi, 2008 nach Paris und Umgebung, 2009 nach Andorra, Lourdes und Barcelona, 2010 nach Mailand, Padua, Venedig und Verona.
Als im Jahr 2008 das von Kardinal Marx ins Leben gerufene „Zukunftsforum“ den Pfarreien Strukturreformen, d. h. Pfarreizusammenlegungen bringen sollte, wehrte sich Martin Bickl, der inzwischen Dekanstellvertreter war, dagegen, dass aus den beiden Pfarrgemeinden in Fürstenfeldbruck eine Stadtkirche gebildet werde. Im Erzbischöflichen Ordinariat brachte er gemeinsam mit den Pfarreigremien eigene Vorschläge zur Strukturreform ein und  erarbeitete mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Pfarreiprofil, das er an Kirchweih 2008 der Gemeinde vorstellte.
Doch Entscheidungen, auf die er keinen Einfluss hatte, führten dazu, dass 2010 die beiden Brucker Pfarreien mit der Pfarrei Pfaffing-Biburg unter die Leitung des neuen Pfarrers von Fürstenfeldbruck-St. Magdalena, Dekan Albert Bauernfeind, gestellt wurden, ein Jahr später auch noch die Pfarrei Emmering. So wurde der Pfarrverband Fürstenfeld gebildet. Dekan Bauernfeind kam aus Eichenau. Nun wurde Martin Bickl Pfarrer der verwaisten Gemeinden Eichenau und Alling.
Die Pfarrei St. Bernhard hatte Martin Bickl nur ungern ziehen lassen. Am 27. Juni 2010 verabschiedeten wir ihn mit einem Festgottesdienst in der für den bekennenden „Sechziger-Fan“ mit weißen und blauen Blumen geschmückten Pfarrkirche und einem anschließenden Empfang im Pfarrheim.
Möge Gott ihm alles vergelten, was er Gutes als Arbeiter in seinem Weinberg getan hat.
Friedrich Deschauer
Pfarrchronist