Pfarrverband Kirchanschöring

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Nachruf Alois Holzner

Nachruf Pfr. Alois Holzner Ein Ruhestandspriester, der Spuren in unseren Herzen hinterlassen hat!

Pfarrer Holzner
Unser Pfarrer Alois Holzner wirkte als unermüdlicher Ruhestands-Seelsorger in unserem Pfarrverband. Mit seiner fröhlichen Art hat er vielen Menschen den Glauben näher gebracht und ist uns als väterlicher Ratgeber zur Seite gestanden. Viele Menschen werden sich daran erinnern, dass er mit ihnen Gottesdienste feierte, Taufen und Hochzeiten gestaltete und in traurigen Stunden mit der Hoffnung auf ewiges Leben zur Seite stand.

Das, was Pfr. Msgr. Alois Holzner uns in den vergangenen zwölf Jahren seines Ruhestandes hier im Pfarrverband Kirchanschöring als Vermächtnis hinterlassen hat, kann trefflich mit einem Vers aus der Bibel umschrieben werden: „Denn ich weiß und glaube: Alles, was Gott verheißen hat, wird vollendet und wird Wirklichkeit. Keines seiner Worte wird hinfällig.“ (Buch Tobit 14,4)

Auf seinem gesamten Lebensweg war der Glaube an Gott das tragende Element. Geboren wurde er 1937 in Niederham bei Pittenhart und ist  als ältestes von insgesamt sieben Geschwistern im landwirtschaftlichen Anwesen seiner Eltern Alois und Cäcilia Holzner aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volksschule von Pittenhart war er von 1949 bis 1958 im Studienseminar St. Michael in Traunstein und besuchte das dortige Gymnasium bis zum Abitur. Nach dem Eintritt ins Priesterseminar Freising erfolgte das Studium der Philosophie und Theologie an der Hochschule auf dem dortigen Domberg.

Nach Abschluss der Studien wurde er am 29. Juni 1964, am Fest Peter und Paul, im Freisinger Dom von Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in seiner Heimatpfarrei Pittenhart am 12. Juli 1964.
Von 1964 bis 1972 war er Kaplan in der Stadtpfarrei St. Nikolaus in Bad Reichenhall und anschließend bis zum 1. Dezember 1973 Kaplan in der Stadtpfarrei St. Nikolaus in Rosenheim. Eben zu diesem Termin erfolgte seine Ernennung zum Pfarrer der Stadtpfarrei Neumarkt-St.Veit. Zudem war er von 1979 bis 1987 Dekan für das Dekanat Mühldorf und in dieser Zeit Mitbegründer der Caritas-Sozialstation Mühldorf mit ambulantem Pflegedienst und der Aktion „Essen auf Rädern“ sowie geborenes Mitglied des Hospizvereins Mühldorf. Mit Urkunde vom 6. Oktober 1987 wurde ihm von Papst Johannes Paul II. der Titel Monsignore (damit war er Mitglied der päpstlichen Familie und Kaplan seiner Heiligkeit) verliehen, mit dem er aber nie angesprochen werden wollte.

Zum 1. September 2008 erfolgte die Versetzung in den dauernden Ruhestand. Christa Stadler, seine Haushälterin, die ihm fast sein ganzes Priesterleben zur Seite stand, folgte ihm auch zu seinem Alterswohnsitz, den er bei uns im Pfarrverband Kirchanschöring fand. Hier war er zur „Seelsorgsmithilfe“ angewiesen, war aber Tag und Nacht für die Gläubigen des Pfarrverbands im Einsatz, also Pfarrer im Un-Ruhestand. Ob Jung oder Alt, jedem schenkte er ein offenes Ohr.
 
Mit Begeisterung feierte er in allen vier Pfarreien des Pfarrverbands mit uns Eucharistie und versuchte den Menschen das Geheimnis des Glaubens näher zu bringen. Gerade die Weitergabe des Glaubens an die Kinder war ihm wichtig, freudestrahlend erzählten auch die Kinder von seinen Predigten mit der Geschichte am Schluss. Für die Ministranten hatte er immer eine kleine Süßigkeit in der Tasche, was ihm bei den Jungen den Spitznamen „Schoko-Pfarrer“ einbrachte. Aber auch die Senioren des Pfarrverbands freuten sich immer, wenn er bei den Seniorennachmittagen dabei war. Gespannt lauschte dann die „ältere“ Generation seinen Geschichten.

Wenn Pfr. Holzner mit seinem Oldtimer-Traktor unterwegs war, konnte er nur selten mit beiden Händen fahren, da er unentwegt mit dem Grüßen seiner „Pfarrkinder“ beschäftigt war. Eine feste Einrichtung war dann auch die Fahrzeugsegnung beim Gewerbefest Kirchanschöring, selbstverständlich von seinem Traktor aus.

An allen wichtigen biografischen Lebenswenden der Gläubigen war er als Beistand beteiligt, vom Anfang des Lebens bei der Taufe über die Gründung einer Familie zur Hochzeit und am Ende des Lebens zur Beerdigung und damit zur Auferstehung zum Ewigen Leben. Wie oft er wohl nicht nur zur Krankenkommunion, sondern auch nachts zum Begleiten der Sterbenden unterwegs war? Egal zu welcher Tageszeit man mit einer Bitte an ihn herantrat, er war sofort zur Stelle. Montags übernahm er für die hauptamtlichen Seelsorger die Telefonbereitschaft und entlastete sie damit erheblich.

All die Jahre war er auch bei den Bittgängen nach St. Koloman, den Kommunion- und Firmbeichten, frühmorgens im Advent den Engelämtern, den feierlichen Maiandachten und natürlich bei der Aussendung der Sternsinger dabei. Auch der Adventmarkt des Eine-Welt-Kreises Kirchanschöring wurde durch eine seiner Leidenschaften unterstützt, dem Krippenbauen. In seinem Keller stehen noch einige Krippen, die nicht vollendet sind. Aber das ist kein Problem für ihn, denn er hat uns immer wieder gelehrt, dass echte Vollendung erst nach dem Leben stattfinden kann.

So möchten wir als Pfarrverband unserem Pfr. Alois Holzner von ganzem Herzen ein herzliches „Vergelt`s Gott“ sagen für den Glauben, den er uns weitergegeben und vertieft hat. Möge Gott ihm schenken, an was er sein gesamtes Leben geglaubt hat: Ewiges Leben im Herrn.

Und seiner guten Seele, Frau Christa Stadler, danken wir, die ihm 46 Jahre bis zu seiner Sterbestunde im Krankenhaus Fridolfing treu uns sorgend zur Seite stand.

Für den Pfarrverband Kirchanschöring
Pfr. Ludwig Westermeier