Pfarrverband Kraiburg

Marktplatz 33, 84559 Kraiburg a. Inn, Telefon: 08638-88570, E-Mail: PV-Kraiburg@ebmuc.de
Fastenkalender

Fastenkalender<br/>Abschluss

Das war's für heuer...

Liebe Leserinnen und Leser!

Das war unser Fastenkalender im Jahr 2022! Das gesamte Seelsorgsteam der Pfarrverbände Flossing und Kraiburg wünscht ihnen und  euch gesegnete Ostern ... und dass sie und ihr im Alltag (und auch in einem Song im Radio oder beim Feiern) den Auferstandenen ganz nah an eurer Seite entdecken könnt.

Michael Seifert, Pfarrer


Fastenkalender<br/>Ostermontag

Ostermontag 18. April: Marteria – Welt der Wunder

Denn wir leben auf einem blauen Planeten, der sich um einen Feuerball dreht, mit nem Mond der die Meere bewegt. Und du glaubst nicht an Wunder?
 
Der deutsche Rapper Marteria konfrontiert uns in seinem Lied „Welt der Wunder“ mit der Unfassbarkeit der Schöpfung, die uns eigentlich jedes Wunder plausibel macht.
 
Aber oft erkennen wir die Wunder in unserer Umgebung nicht. Wie die Emmausjünger wandern wir blind umher, verstehen gar nicht, was Gott schon in unserem Leben getan hat oder gerade tut.
 
Manchmal sind wir so sehr in dem Schlechten gefangen, was uns umgibt – verständlich bei den vielen schlechten Nachrichten. 
 
Auch Jesus konfrontiert die Jünger: Was seid ihr doch schwer von Begriff! Warum rafft ihr euch nicht endlich auf zu glauben, was die Propheten gesagt haben? (Lk 24,25 GNB)
 
Es lohnt sich, bei sich selbst zu überlegen:
Wann habe ich schon Auferstehung erlebt? Aus welchen Lebenstiefen bin ich wieder herausgekommen? Wann war Gott an meiner Seite und hat mir geholfen?
 
Das Wunder der Auferstehung betrifft uns alle. Augen, Ohren und Herz auf – jetzt!
 
Frohe Ostern! 

Lena Schreiner, Pastoralassistentin
"
Denn wir leben auf einem blauen Planeten,
der sich um einen Feuerball dreht,
mit nem Mond der die Meere bewegt.
Und du glaubst nicht an Wunder?
aus: Marteria – Welt der Wunder

Osternacht<br/>Fastenkalender<br/>Kraiburg<br/>2022

Ostersonntag 17. April: Dune – The Power of Love

Was Liebe nicht alles möglich macht? Da springen Leute todesmutig an einem Bungee-Seil in die Tiefe, weil sie einen anderen Menschen beeindrucken wollen. Allein wären sie nie nur in die Nähe eines solchen Abgrunds gegangen.
Da lässt sich ein der Ordensmann Maximilian Kolbe im KZ Auschwitz für einen polnischen Familienvater in den Hungerbunker sperren – mit dem sicheren Tod vor Augen, den er auch erleiden musste.
Da werden die größten Party-Königinnen und –könige zu Couch-Potatoes, weil ein winziges,  unbedarftes Baby ihre Liebe und Unterstützung braucht…
Ja, die Macht der Liebe!
Und die hat sich in diesen letzten Tagen – von Gründonnerstag bis Ostersonntag – in einzigartiger Weise gezeigt.
Aus Liebe ist Gott in den Tod gegangen. Aus Liebe hat er seinen Freunden verziehen, die alles falsch gemacht haben, was man in diesen dramatischen Stunden falsch machen kann. Aus Liebe hat er die Ketten des Todes gesprengt. Und so feiern wir sie heute weltweit:  Gottes unendlich große Liebe zum Leben, zu den Menschen, zu dir und mir. Die Macht der Liebe! Die auch mich verwandeln kann…

Frohe und gesegnete Ostern euch und ihnen allen!

Michael Seifert, Pfarrer
"
Die Macht der Liebe - eine Kraft von oben!
aus: Dune - The Power of Love

Karsamstag<br/>Fastenkalender<br/>Stille
(c) Michael Wittenbruch, in: Pfarrbriefservice.de

Karsamstag 16. April: Simon & Garfunkel - The Sound of Silence

„Hallo Dunkelheit, mein alter Freund.“ – „hello, darkness, my old friend.“ Mit diesen Zeilen beginnt eines der bekanntesten Lieder der Geschichte. Simon & Garfunkel erschufen vor bald 60 Jahren einen Song, der auch heute noch berührt. Es ist ein stilles Lied, die Stimmen bleiben leise und ganz zart spielt im Hintergrund eine Gitarre. Das Musiker-Duo zeigt, dass es für ein tolles Lied nicht immer ein volles Orchester, dröhnende Bässe oder lauten Gesang braucht.
 
Stille umfängt auch den heutigen Karsamstag. Es ist der Tag, an der wir der Grabesruhe Jesu und sein Hinabsteigen zu den Toten gedenken. Nach dem gestrigen Karfreitag ist Pause angesagt. Heute wird weltweit keine Messe gefeiert, die Kirche und wir alle dürfen, ja sollen Luft holen. Wer heute ein Heiliges Grab in einer Kirche besucht, wird auch von Stille umfangen. Stille muss man aushalten können. Stille sind wir nicht gewohnt, wir müssen uns erst an sie gewöhnen. Stille kann stören, aber auch heilen.
 
Gestern haben wir die Todesschreie Jesu am Kreuz gehört, danach aber ist es still geworden.
Dunkelheit und Schweigen.
Ein Luftholen vor der Auferstehung.
Denn die kommt - ganz sicher.

Markus Nappert, Pfarrvikar
"
Hallo Dunkelheit, mein Freund,
Wir müssen reden, hast du Zeit?
aus: Simon & Garfunkel - Sound of Silence

Karfreitag<br/>Fastenkalender

Karfreitag 15. April: Jaeson Ma feat. Bruno Mars – Love

Jaeson Ma singt in seinem Lied „Love“ über die wahre Liebe und benennt Jesus Christus als Definition dieser Liebe.
 
Er zitiert aus dem Hohelied der Liebe (1 Kor 13), in das ich deshalb heute den Namen Jesu einfüge:
Jesu Liebe ist langmütig, Jesu Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Jesu Liebe handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Jesu Liebe freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Jesu Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Seine Liebe hört niemals auf.
 
Jaeson Ma will uns verdeutlichen, dass wir Menschen oft glauben, die Liebe schon zu kennen. Doch die Liebe, die wir hier auf Erden erfahren, ist nur ein Vorgeschmack auf die Liebe, die Gott für uns bereithält.
 
Eine Freundin hat mir im letzten Jahr von der Trennung ihrer Schwester erzählt, wie schlimm diese Trennung auch für sie war.
Ihre Schwester so zerstört zu erleben, den liebgewonnenen langjährigen Partner der Schwester plötzlich vielleicht nie wieder zu sehen, viele Gespräche mit ihrer Schwester, Nächte voller Tränen, all das hat auch sie tief beschäftigt und bewegt.
Echtes Mitfühlen und Mitleiden kostet den Mitfühlenden immer etwas.
 
Und Jesus ist der Mitfühlende schlechthin – seine Liebe erträgt alles, hofft alles, hält allem stand und hört niemals auf, wie wir oben gelesen haben.
Kaum vorstellbar, wenn er am Kreuz unser aller Leid trägt, wie hart das gewesen sein muss, unabhängig davon, dass der Kreuzestod auch so schon schlimm genug war.
 
Er steigt für uns in den Abgrund, um uns aus jedem Abgrund herauszuholen.
Sein Mitfühlen, Mitgehen und Mitleiden ist uns sicher.

Lena Schreiner, Pastoralassistentin
"
Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.
aus Jaeson Ma feat. Bruno Mars – Love

Retter<br/>Fastenkalender

Gründonnerstag 14. April: Mike Linney - Save Me

Wie einfach ist es doch Freunde zu haben, wenn man ins Schema passt. Also: Rocker zu Rocker, Party People zu Party People,  Bäuerin zu Bauer, Stadtmensch zu Stadtmensch.

Was aber nun, wenn ich aus dem Rahmen falle? Wenn ich für die Maskenpflicht war und der Rest meiner Crew total dagegen? Wenn’s mir mies geht – und alle anderen Party machen wollen? Dann wird’s schon schwerer. Aus welch lapidaren Gründen sind nicht schon Freundschaften zerbrochen?

Und wie schön ist es, wenn man dann jemanden hat, der trotzdem zu einem steht – obwohl man nicht (so ganz) zum Schema passt. Einen, dem es um MICH geht, nicht um das Schema. Einen, der Brücken baut über alle Gräben hinweg. Einen, der an mir festhält, der mich rettet, auch wenn ich ihn enttäuscht habe. So wie es Mike Linney Anfang der 90ger Jahre singt.
Genau das feiern wir in diesen heiligen drei Tagen, die wie einer sind: Gründonnerstag – Karfreitag – Ostern. Gott überbrückt in Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen alle Gräben – aus Liebe zu mir. Er steht zu mir! Uneingeschränkt. Einzige Voraussetzung: ich muss es auch wirklich wollen!

Herzliche Einladung dazu, sich retten zu lassen!
 
Michael Seifert, Pfarrer
"
Der HERR hat mich einfach gerettet.
Du bist gekommen und
hast mich gerettet.
Obwohl ich dich
enttäuscht habe.
Du hast an mir festgehalten.
aus: Mike Linney - Saved Me

Autobahn<br/>Highway<br/>Fastenkalender
Foto: Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de

Karmittwoch 13. April: AC/DC - Highway To Hell

Ich weiß es jetzt nicht wirklich so genau, war trotz meines Alters ja doch nicht dabei… hat Judas, der Verräter, auch diesen Song gesungen: „Ich bin auf der Autobahn zur Hölle. Keine Stopp-Schilder, kein Tempolimit, keiner bremst mich ein.“?

Ich glaub’s eher nicht. Denn Judas ist ja auch nicht als Verräter geboren. Auch nicht als Verräter Apostel geworden. Nein: es ist doch erstaunlich. Man meint ja immer - wie es Romano Guardini einmal schreibt -, wenn man in der unmittelbaren Nähe Gottes ist, „könne man nicht anders als gut werden. Ein Teufel kann man werden.“ Und das haben wir ja nicht nur bei Judas so gesehen, der in unmittelbarer Nähe Jesu zum Verräter wurde, sondern auch bei den vielen Missbrauchstätern in unserer Kirche.

Es gibt keinen Automatismus zum Himmel wie es keinen zur Hölle gibt. Nicht für „Fromme“ und nicht für andere. Nicht bei Judas und nicht bei mir. Jede Autobahn kennt Ein- und Ausfahrtmöglichkeiten. Immer wieder aufs Neue. Und das sind die kleinen wie großen Entscheidungen, die ich tagtäglich treffe. Mögen wir immer wieder gute Menschen haben, di e uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – und bei falschen den Weg zurück zu finden. Judas hatte das offenbar nicht. Ich bin jedenfalls froh um solche Menschen, die mich auch mal kritisieren oder hinterfragen – wenn sie’s gut mit mir meinen. Das bewahrt mich davor, einfach stur auf der Autobahn zu bleiben, die am Ende doch ins „Verderben“ führen könnte.

Michael Seifert, Pfarrer
"
Ich bin auf der Autobahn zur Hölle
aus: AC/DC - Highway To Hell

Taufkirchen<br/>Palmsonntag<br/>Fastenkalender

Kardienstag 12. April: Alle Farben – H.O.L.Y.

Wieder mal… ein Liebeslied. Aber ein ganz besonderes. Der deutsche DJ „Alle Farben“ bedient sich dabei nämlich ganz kräftig und an vielen Stellen der Glaubenssprache. Es ist da von Engeln, von Halleluja, „von getauft werden“ die Rede. Und vom „Heilig, heilig, heilig“, das wir ja in jeder Messe singen.
Er beschreibt dabei einen Menschen, der aus tiefer Dunkelheit rettet, vom Gefühl allein zu sein, von Hoffnungslosigkeit. Und dieser Mensch hat sich irgendwie einen Weg gebahnt, um dieses Elend zu durchbrechen. Und deshalb nennt er ihn „heilig“.
Das ist doch in kurzen Worten genau das, was wir in dieser Karwoche, ja in jeder Feier der Eucharistie bekennen:  da hat sich Gott in Jesus Christus einen Weg gebahnt, um uns Menschen aus dem Dunkelheit, aus der Einsamkeit, aus der Hoffnungslosigkeit zu retten; einen Weg, der alles andere als „billig“ war.
Ja, Gott ist heilig! Um das zu ahnen, wünsche ich euch einen geliebten Menschen an der Seite, der euch immer wieder rausreißt! So wie Gott es tut.
"
Ich saß in der Dunkelheit, mit gebrochenen Herzen
Es gab keinen Tag, an dem ich mich nicht allein gefühlt habe
Ich wollte nie weinen, hab begonnen, die Hoffnung zu verlieren
Irgendwie… bist du durchgebrochen und hast mich gerettet

Du bist heilig, heilig, heilig
aus: Alle Farben - H.O.L.Y

Polling<br/>Fastenkalender<br/>Erstkommunionkinder
mit freundlicher Genehmigung der Erstkommunioneltern

Karmontag 11. April: Lauren Daigle – You say

Ab der 1. Klasse beginnen wir uns in Noten einzuteilen. Auch später hört der Leistungsdruck bei vielen nicht auf. Problematisch wird es z.B. dann, wenn wir auch krank nicht aufhören können zu arbeiten, weil wir uns nicht zugestehen, eine Pause zu brauchen bzw. Menschen zu sein.

Lauren Daigle setzt einen Song dagegen:
Ich kämpfe immer wieder mit Stimmen in meinem Kopf, die sagen ich bin nicht genug, ich werde nie mithalten können.
Gott sagt mir aber, dass ich geliebt werde, auch wenn ich gerade nichts fühlen kann.
Gott sagt, ich bin stark, wenn ich denke, dass ich schwach bin.
Er sagt, ich werde von ihm gehalten, wenn ich zu kurz komme.
Und wenn ich mal nicht dazugehöre, sagt er, dass ich immer zu ihm gehören werde.

Einen Vorgeschmack auf Gottes Annahme können wir uns untereinander geben. Die Erstkommunionkinder haben das z.B. letzten Freitag und Samstag getan, als sie sich gegenseitig ganz aufmerksam durch einen Parkour geführt haben.

Lena Schreiner, Pastoralassistentin
"
Du sagst, dass ich geliebt werde, auch wenn ich gerade nichts fühlen kann.
Du sagst, ich bin stark, wenn ich denke, dass ich schwach bin.
Du sagst, ich werde von dir gehalten, wenn ich zu kurz komme.
Und wenn ich mal nicht dazugehöre, sagst du, dass ich immer zu dir gehören werde.
aus: Lauren Daigle - You Say

Taufkirchen/Vils<br/>Kaplan<br/>Fastenkalender
Antrittsartikel in Taufkirchen / Vils 2008

8. April: Shouse – Won’t Forget You

Ein Eintrag bei Wikipedia über einen NS-Kriegsverbrecher und ein paar Todesanzeigen, in denen dick mein Name prangt (schon spooky) , später… mehr oder weniger aktuelle Artikel und Bilder über „Michael Seifert“ in den Weiten des Internet: Ein „Mädchen-für-alles“-Antrittsartikel in Taufkirchen / Vils von 2008 und andere Peinlichkeiten. Wahrscheinlich weiß das Internet auch ganz gut, was ich in den letzten Jahren so alles bei Google gesucht, bei diversen Händlern bestellt habe… Ja, in der Tat scheint es so zu sein: Das Internet vergisst nie!

Das ist mir irgendwie als erstes in den Sinn gekommen, als ich in den letzten Wochen immer mal wieder dieses Lied von Shouse mit dem eingängigen Refrain im Radio gehört habe: „Ich werde dich nie vergessen!“ Dabei meinen es die Australier ja gar nicht so beängstigend-negativ. Da will jemand seinen Liebsten nicht vergessen. Nicht mehr und nicht weniger.

Auch das begegnet mir immer wieder: bei Beerdigungen. Wie oft wird da aus dem Baukasten „Wie mache ich eine originelle Trauerrede“ aus dem untersten Eck die Floskel herausgekramt: „Wir werden dich nie vergessen!“ Das ist natürlich gut gemeint. Aber es wird nur selten der Realität entsprechen. Wer Menschen vergessen durchaus…  Und manchmal durchaus schnell: „Aus dem Auge, aus dem Sinn!“ Da muss ich noch nicht mal gestorben sein. Da reicht’s, wenn ich nicht mehr so mobil – oder weggezogen bin. Und spätestens, wenn die nächste Generation gestorben ist, ist’s aus mit dem ewigen Erinnern.

Und doch sehnen wir Menschen uns danach, nicht vergessen zu werden – nicht einfach ad acta gelegt zu werden. Ja, durch diesen Wunsch wurden die genialsten Erfindungen gemacht – aber er hat vielleicht auch einen gewissen Vladimir P. aus M. im Osten Europas dazu verleitet, Krieg führen zu müssen.

„Ich vergesse dich nicht!“ (Jes 49, 15) Niemals! Das ist sagt Gott mir zu! Und meint es nicht im Sinn des Internet und auch nicht im Sinn des Grabredners. In ihm bleibe ich, wie ich bin, lebendig, geschätzt, geliebt. Den Weg dafür hat er von Palmsonntag bis Ostern frei gemacht. In ihm habe ich einen Namen: gestern, heute und in hunderten Jahren: „Ich werde dich nicht vergessen!“ Grenzenlos. Denn „ohne dich bin ich erledigt“

Michael Seifert, Pfarrer
"
Nein. Ich werde dich nicht vergessen, werde dich nicht vergessen.

Ohne dich bin ich erledigt.
aus: Shouse - Won't Forget You

Marktplatz<br/>Kraiburg<br/>Fest<br/>Fastenkalender

6. April: Diana King – I say a little prayer

Es ist noch gar nicht lange her. Vor ein paar Wochen. Da hab ich gerade mein Auto auf dem Kraiburger Marktplatz geparkt und bin noch kurz im Auto sitzen geblieben, weil mein Handy wieder „Nachrichten-Terror“ gemeldet hatte. Da bemerkte ich ein Auto, das langsam an der Kirche vorbei fuhr. Und der oder die mir unbekannte Fahrerin (das hab ich ehrlicherweise gar nicht so recht mitbekommen) hat sich beim Vorbeifahren an unserer stattlichen Marktkirche tatsächlich…. bekreuzigt.

Das gefällt dem durchschnittlichen Pfarrer natürlich! Mich hat’s daher natürlich sehr gefreut und erstaunt, weil ich sowas noch nie beobachtet hatte: Schön, wenn da jemand mitten am Tag auf dem Weg von A nach B an den Herrgott denkt und nicht nur an den nächsten Termin (der natürlich pressiert), die Schnarchnasen vor mir, den Ärger von der Arbeit…

Und dazu kann ich nur immer wieder einladen: Mitten im Alltag zu beten! Weil Gott ja nicht nur auf ein paar Quadratmeter (Kirchengebäude) und ein paar Minuten (Gottesdienst) beschränkt ist, sondern mitten in meinem Leben seinen Platz haben will. Mitten drin beim Handycheck, der Shoppingtour, dem Schminken (jetzt nicht so ganz mein Thema, auch wenn man so manche Altererscheinung vielleicht wegschminken könnte), dem Liebesabenteuer, dem Feuerwehreinsatz und der sechsten Halbe, weil mir grad alles zu viel wird, bei der Party im Bauwagen: Da ist Gottes Platz!
Die jamaikanische Sängerin Diana King kleidet in ihrer Version eines älteren Klassikers diese Einladung in ein frisches Gewand: „Bei der Arbeit nehm ich mir einfach Zeit und während meiner ganzen Kaffeepause bete ich ein kleines Gebet für dich!“

Gott von den (immer engeren) Rändern in die Mitte meines Lebens holen… Ihn einladen, mitten drin zu sein! Im Alltag zu beten – für dich und für mich! Wenn wir das wieder neu lernen, wird er auch wieder größere Bedeutung haben für mein Leben. Denn es liegt nicht an Gott, dass er so gern am Rande sitzen würde: wir stellen ihn da nur sehr gern ab. Oder?

Michael Seifert, Pfarrer

"
Vom Moment, wenn ich aufwache,
bevor ich mein Makeup anlege
bete ich ein kleines Gebet für dich.

Bei der Arbeit nehme ich mir einfach Zeit
und während meiner ganzen Kaffeepause
bete ich ein kleines Gebet für dich.
aus: Diana King - I say a little prayer

Fastenkalender<br/>Keine Sorgen

01. April: Swedish House Mafia ft. John Martin – Don’t You Worry Child

„Auf dem Hügel gegenüber vom blauen See, dort wo mein Herz das erste Mal gebrochen wurde. Ich erinnere mich noch daran, wie sich alles geändert hat“ berichtet uns ein junger Mann im heutigen Lied von unserem Fastenkalender.
 
Verlassen, Verlassen werden und Liebeskummer können einem völlig den Boden unter den Füßen wegziehen, sei es, weil ein Mensch stirbt oder weil ein Mensch sich dafür entscheidet zu gehen. In solchen Situationen spielt uns der Tod vor, dass es ab jetzt nichts anderes mehr in unserem Leben gibt als dieses Ereignis und dieses große Gefühl der Schwere und Zerrissenheit. 
 
Die Phasen der Trauerbewältigung laufen immer ähnlich ab, wenn ein Mensch aus unserem Leben scheidet: Nicht-Wahrhaben-Wollen, Aufbrechende Emotionen (Wut, Schmerz, Zorn, Schuldgefühle usw.), Suchen und Sich-Trennen, als letztes neuer Selbst- und Weltbezug.
 
Das Lied „Don’t you worry child“ vermittelt für mich Lebendigkeit und Leichtigkeit, die uns mitteilen will, dass alles wieder gut werden wird. Aber nicht, weil das so einfach wäre, sondern weil Gott einen Plan für uns hat. „Mach dir keine Sorgen mein Kind, schau, der Himmel hat einen Plan für dich“, heißt es da im Lied. Als ich den Song vor ein paar Jahren mal gehört habe, musste ich gleich an Psalm 139,16 denken: „Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann!“ (HFA)
 
Natürlich wird es dauern, bis wir wieder zurück ins Leben finden und natürlich wird es ein steiniger Weg, aber Gott ist dabei und hat alles fest im Griff, auch wenn wir es gerade nicht haben und vielleicht auch nicht glauben können, dass es je wieder anders wird.
 
Gerade mit dem Blick auf Ostern, dürfen wir unserem Gott, der den Tod überwunden hat, das zutrauen. Lena Schreiner, Pastoralassistentin
"
Mach dir keine Sorgen mein Kind. Schau, der Himmel hat einen Plan für dich!
aus: Swedish House Mafia ft. John Martin – Don’t You Worry Child

Warten<br/>Fastenkalender

30. März: One Republic - Prodigal

Die Bibel!

Und schon hab ich’s geschafft, dass die einen die Augen verdrehen, die anderen gähnen und die dritten schnell weiterscrollen (ausgenommen natürlich du;-)) Wenn ich heute jemanden außerhalb der Kirchenmauer verschrecken will, dann fang ich mit der Bibel an. Und auch innerhalb der Kirchenmauern wollen viele lieber nette G‘schichterln hören als das ewig alte Zeug der Hl. Schrift.
Zu recht? Ich glaube nein. Das hat uns unser alter Englischlehrer schon immer eingetrichtert: „In der Bibel stehen sexy G‘schicht’n drin!“
Und auch One Republic aus Colorado zeigen mir, dass das vermeintlich Langweilige, uns nicht Betreffende der Bibel kein Naturgesetz ist. Haben wir letzten Sonntag das Gleichnis vom barmherzigen Vater – früher besser bekannt als: vom verlorenen Sohn – im Gottesdienst gehört, singen sie heute ganz modern und fresh vom „Prodigal“, naja… eben: vom verlorenen Sohn!

Ob man das jetzt als direkte Nacherzählung dieser genialen Gottesgeschichte sehen mag oder als Liebesgeschichte, egal: Da ist jemand, der seinen oder ihren eigenen Weg sucht und davonläuft, der so „zerbrechlich ist wie ein Knochen“. Und da ist  jemand, der auf mich wartet, auch wenn ich noch so deutlich zu verstehen gebe: „Warte gefälligst nicht auf mich!“

Wer’s nachlesen mag: Lukas 15, 11-32

Und wer einfach nur mit einem schönen Zitat von One Republic in diesen Tag gehen will: „Es gibt keinen Ort, zu dem ich gehen könnte, an dem du nicht da bist!“

Michael Seifert, Pfarrer

"
Renne weg, renne weg
wie ein verlorener Sohn
Warte gefälligst nicht auf mich
Warte gefälligst nicht auf mich
Schäm mich so, schäm mich so
Aber ich brauch dich so
Und du wartest auf mich .
aus: One Republic - Prodigal

Maria Verkündigung<br/>Fastenkalender
Brigitte Stenzel, Maria, 2018

25. März: John Williams - The Force Theme

„Möge die Macht mit dir sein.“ Ein kurzer Satz, den wohl jeder sofort mit „Star Wars“ verbindet. Die Weltraumsaga begeistert seit mehr als 40 Jahren Menschen auf der ganzen Welt. Aus den Filmen, Serien, Büchern und Comics ist mit der Zeit ein eigenes Star Wars Universum mit zahlreichen Verbindungen und Analogien zu unserer realen Welt geworden. Star Wars Erfinder Georg Lucas hat sich bei der Erschaffung von Star Wars ganz offensichtlich bei verschiedenen Religionen und Philosophien bedient, so sind auch viele Verbindungen zum Christentum zu finden: Die Jedi-Ritter leben in einem Orden und sind dem Zölibat verpflichtet. Der „Außerwählte“ wird in jahrhundertealten Prophezeiungen vorhergesagt. Die helle Seite kämpft gegen die dunkle Seite – beide Seiten ziehen ihre Stärke aus der „Macht“, einem unsichtbaren Energiefeld, welches die ganze Galaxis verbindet und das Unmögliche möglich machen kann. Der junge Luke Skywalker lernt diese Macht kennen und ihr zu vertrauen und wird dabei in den Filmen vom phänomenalen Soundtrack des weltberühmten Komponisten John Williams begleitet.
 
An dieser Stelle wage ich es, eine Verbindung zwischen Star Wars und dem heutigen Hochfest „Verkündigung des Herrn“ zu ziehen:
 
Maria trifft auf eine Macht, die größer ist als alles andere – Gott selbst. Gott spricht durch den Engel Gabriel zu ihr und Maria wird das eigentlich Unmögliche prophezeit: „Du wirst Gottes Sohn zur Welt bringen.“ Maria kann es nicht glauben – wie soll das geschehen? Der Engel antwortet: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Für Gott ist nichts unmöglich.“
 
Maria vertraut auf Gott, der das Unmögliche möglich machen kann. Sie lässt sich von seiner göttlichen Macht umgeben und berühren. Mit dem Vertrauen Mariens auf Gott nimmt die Heilsgeschichte Jesu in unserer Welt ihren Anfang. Aus freien Stücken spricht Maria ihr „Ja, ich bin bereit.“ zu Gott.
 
Das Wort des Engels gibt ihr Vertrauen und Mut: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“
 
„Möge die Macht mit dir sein.“ – Eigentlich ein auch Segenswunsch, oder?

Markus Nappert, Pfarrvikar
"
Vergiss nicht, die Macht wird mit dir sein, immer.
Obi-Wan Kenobi zu Luke Skywalker, in: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Kreuz<br/>Danke<br/>Fastenkalender

23. März: Sido - Danke

Mehr Beten ist immer ein guter Vorsatz, gerade für die Fastenzeit. Aber manchmal stehen wir uns selbst im Weg: Welche Gebete soll ich denn beten? Wie komme ich da in einen guten Rhythmus? Soll ich das Stundengebet der Kirche beten? Oder den Rosenkranz? Etwas aus dem Gotteslob? Oder irgendetwas eigenes?
 
Der Song von Sido motiviert mich ganz einfach zu starten mit einem „Danke!“. Oft hilft das schon, um wieder mehr in Kontakt mit Gott, seinen Mitmenschen und sich selbst zu sein. Durch das Danken bekommen wir wieder mehr Weitsicht auf unser Leben, werden uns bewusst, was wir schon haben und was gelingt.
 
Und noch eins zeigt mir der Song: Ich fühle mich eingeladen, mal wieder mehr über den Tellerrand hinauszuschauen, wer überhaupt in meinem Umfeld gläubig ist. Bei einem Rapper wie Sido würde man wahrscheinlich nicht vermuten, dass er Gott ein Lied widmet. Sido bringt Gott ins Gespräch, in leichter Sprache, inmitten der deutschen Rapszene. Dann können wir das auch bei uns, im Verein, in der Nachbarschaft, in der Arbeit, in der Familie. Die Verbundenheit im Glauben kann einer Bekanntschaft, Freundschaft oder Beziehung oft ganz neuen Aufschwung geben.
 
Wer hätte gedacht, dass uns ein Rapper so ein Glaubenszeuge sein kann.

Lena Schreiner, Pastoralassistentin
"
Das hier ist Dein Song. Ja, ich weiß ich hab oft gesagt ich glaub nicht - doch jeder Mensch braucht Dich - Ja, auch ich.
Das hier ist kein Gebet, ich will nur Danke sagen
Dafür, dass du mir 'nen Engel schickst an manchen Tagen
Dafür, dass Du mir das Leben zeigst
Für Dein Vertrauen dank ich auch - Danke, dass du an mich glaubst
Dafür, dass du mir zeigst: Ich brauche keine Angst zu haben
Dafür, dass du mir das Leben zeigst
Bitte halt mir einen Platz frei in der Ewigkeit.
aus: Sido - Danke

Tragen<br/>Fastenkalender

18. März: Rudimental – Lay it all on me

Viel haben wir manchmal zu tragen: die Verantwortung im Job, die Sorge um die Kinder, den Ärger in der Partnerschaft, die Angst um einen geliebten Menschen oder die Zukunft; oder z.B. perfekt gestylt sein zu müssen, obwohl man sich alles andere als perfekt fühlt – der Schein nach außen muss ja schließlich gewahrt sein. Und darüber hinaus lastet uns die allgemein schlechte Stimmung unserer Tage auch noch große Bürden auf. Die Last ist manchmal riesig. Und dann erwartet „man“ auch noch, dass ich all das allein trage. Und dieses „man“ reicht von der Verwandtschaft über die Gesellschaft bis hin zu mir selber: „Stell dich nicht so an!“
Ob die Londoner Band Rudimental die Psalmen kennt, weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Aber ihr „Lay it all on me – wirf es alles auf mich!“ erinnert mich doch ganz stark an die Stelle: „Wirf deine Sorgen auf den HERRN!“ (Ps 55, 23)
Ja: Wir haben jemanden an unserer Seite, einen Freund, eine Schulter, an der wir uns anlehnen dürfen, der mich nie allein lässt. Und diesem jemand dürfen wir alles, was uns belastet, alles was uns beschäftigt, was uns Angst macht, was uns niederdrückt draufschmeißen. Vor ihm dürfen wir „schwach“ sein – oder auch einfach nur „normal“. Denn es ist nicht normal, alles im Leben selber tragen zu müssen!
Und: dieser „jemand“ ist Gott, der uns nicht nur heute einlädt: „Erinnere dich an mich – wirf alles auf mich!“
Michael Seifert, Pfarrer
"
Falls du Angst hast, wenn du allein unterwegs bist
Dann erinnere dich an mich
Denn ich werde dich nicht verlassen, dich allein lassen
Wirf es alles auf mich
…Du hast in mir einen Freund
Ich werde deine Schulter sein, wann immer du sie brauchst.
aus: Rudimental - Lay it all on me

Frau<br/>Laterne<br/>Fastenkalender
(c) Peter Weidemann, aus: Pfarrbriefservice.de

16. März: Mumford & Sons - I Will Wait

Manchmal warten wir vergebens: Der sehnlichst erwartete Rückruf bleibt aus. Die zerbrochene Freundschaft lässt sich nicht mehr reparieren. Alle Bemühungen waren umsonst.
Warten kann anstrengend sein, ja uns sogar manchmal verrückt machen. Warten heißt oft: Selbst ohnmächtig sein und nichts tun können, weil ich auf andere angewiesen bin.
Da braucht es Geduld und Vertrauen, dass alles gut gehen wird. Dass das Warten nicht umsonst ist und ich die Antwort erhalte: Endlich klingelt das Telefon. Es wird nochmal einen Versuch geben – die Hoffnung erhält neue Kraft. Das Warten war nicht umsonst!
 
Glauben bedeutet auch oft Warten. Gott lässt sich Zeit mit uns und liefert uns meistens nicht sofort die Antwort, die wir von ihm gerne hätten.
Ein mir bekannter Pfarrer hat in einer Predigt mal gesagt: „Gott ist kein Automat, wo ich oben meinen Wunsch einwerfe und unten kommt sofort die Lösung herausgefallen.“
Wie wahr! Gott fordert mich heraus, indem er mich warten lässt. Manchmal möchte ich daran verzweifeln …
 
Da fallen mir die Worte Jesu ein: „Bittet, dann wird euch gegeben. Sucht, dann werdet ihr finden. Klopft an, dann wird euch geöffnet werden.“
Das heißt für mich: Auf Gott zu warten, ist nicht umsonst. Er lässt mich nicht zappeln, weil er etwa Spaß daran hätte.
Warten auf Gott ist keine verlorene Zeit, auch wenn es manchmal sehr anstrengend werden kann.
Gott wird mir antworten, das ist sicher. Nicht immer so, wie ich es gerne hätte. Aber er ist da und hört mir zu.
 
Ich werde warten – i will wait.

Markus Nappert, Pfarrvikar
"
Ich hebe meine Hände,
färbe meinen Geist golden,
ich neige meinen Kopf,
lasse mein Herz langsam schlagen.

Denn ich werde warten, warten auf dich.
aus: Mumford & Sons - I will wait

Kurze Stunden<br/>Little Wonders<br/>Fastenkalender

11. März: Rob Thomas – Little Wonders

Um was machen wir uns nicht alles Sorgen?
Banale – und weniger banale: Was soll ich bloß anziehen heute? Hab ich die richtigen Worte für das wichtige Gespräch in der Arbeit? Reicht’s für den Vierer in der Probe? Bin ich gut genug für die Aufgaben, die ich habe… als Mutter, als Pfarrer, als Schüler? Falle ich dem hübschen Mädel schon auf – positiv natürlich, wenn’s leicht geht? Reicht das Geld für das Nötigste? Kommt Krieg?...
Ja, bei all diesen Sorgen können wir unser Leben auch verplempern. Denn seien wir uns mal ehrlich: einen Grund zur Sorge gibt es IMMER! Und IMMER wird es jemanden geben, der oder die etwas besser kann als ich, der oder die mehr hat. Ich kann mich 24 Stunden am Tag mit solchen Fragen beschäftigen. Aber ist das Leben? Leben wie Gottes es uns geschenkt hat?
Rob Thomas weist uns darauf hin, nicht nur auf das halb leere Glas zu schauen. Schau auf „diese kleinen Wunder“, auf „diese kurzen Stunden“, die uns zeigen: es gibt mehr als Sorgen und Not. Es gibt mehr als Angst und Schrecken. Es gibt mehr als unsere begrenzte Welt. Ich würde sie auch „göttliche Stunden“ nennen, in denen wir in einem kurzen Augenblick merken: wir sind angenommen, wir leben ganz, wir sind glücklich. Und Gott ist mitten dabei!
Das kann in den Armen eines geliebten Menschen sein, im Anblick der Schönheit der Natur, im Sitzen in einer Kirche – wenn niemand was von mir braucht oder mag oder fordert. In einer Feier.
DIESE kurzen Stunden, diese Wunder, in denen sich Gottes Leben zeigt: sie bleiben bestehen! Genießen wir sie! Lassen wir von ihnen her unser Leben prägen. Dankbar.
Michael Seifert, Pfarrer
"
Unser Leben entsteht
in diesen kurzen Stunden
Diese kleinen Wunder
Diese Wendungen des Schicksals
Zeit ist relativ
Doch diese kurzen Stunden
bleiben bestehen.
aus Rob Thomas - Little Wonders

Tanz<br/>Fastenkalender<br/>GodisaDJ
(c) Christa Weingarten
In: Pfarrbriefservice.de

9. März: Florence and the Machine - Shake it out

Ein Lied, wie gemacht für die aktuelle Lage: Der Krieg in der Ukraine und keine Aussicht auf Frieden – wen bedrückt das nicht gerade? Es scheint, als sei unsere Welt seit vielen Jahren aus der Bahn geworfen: Klimakrise, Kriege in vielen Ländern, Corona, und, und, und … Nicht nur auf der großen weltpolitischen Bühne gibt es viel Anlass zu Sorge, Niedergeschlagenheit und Depression. Auch im Kleinen erleben wir immer wieder Rückschläge: Ärger in der Schule, Unzufriedenheit im Job, Lustlosigkeit in der Beziehung, finanzielle Sorgen – auch diese Liste könnten wir noch lange weiterschreiben.
Wie gehen wir mit unseren „Dämonen“ um? Was kann ich tun, wenn mir alles zu viel wird und kein Licht am Ende des Tunnels sehe?
Da klingt die Lösung im heutigen Lied eigentlich zu schön, um wahr zu sein: „Shake it out! – Lass es los! Schüttle es ab!“ Nicht immer klappt das so einfach. Viele Probleme tragen wir lange mit uns herum und für manche Konflikte gibt es keine Lösung.
Trotzdem macht mir dieses Lied Mut: Auch wenn es schwer fällt, ist es wichtig, auch einmal alles abzuschütteln und aufzustehen. Kleine Schritte können auf diesem Weg helfen: Sich seiner Stärken bewusst werden (und die hat jeder Mensch!), Freunde auf seine Seite holen, Gewohnheiten ändern, die kleinen Freuden am Leben wieder sehen, ja vielleicht gehört ja das Tanzen mit dazu – Shake it out!
 
Die kirchliche Fastenzeit will uns das Leben nicht noch zusätzlich schwerer machen. Im Gegenteil, auch hier gilt das Motto: „Shake it out!“ – Lass los, was dich niederdrückt, auch wenn es nur ein paar Momente der Freiheit und des Aufatmens sind. Das ist erlaubt, auch wenn gerade Krieg herrscht. Denn es gibt nicht  nur Schlechtes auf der Welt, sondern auch viel Schönes und Gutes – gottseidank!

Markus Nappert, Pfarrvikar
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Und ich war ein Narr und ich war blind.
Ich kann die Vergangenheit nie hinter mir lassen.
Ich kann keinen Weg sehen, ich kann keinen Weg sehen.

Es ist immer am dunkelsten vor der Morgendämmerung.

Schüttle es aus, Schüttle es aus.
Und es ist schwer zu tanzen mit einem Teufel auf dem Rücken.
Also schüttle ihn ab.
aus: Florence and the Machine - Shake it out

Osterkerze<br/>Kraiburg<br/>Apologize<br/>Barmherziger Vater
Osterkerze aus Kraiburg - Barmherziger Vater

4. März: Apologize - One Republic

Ein altes Lied… und ich meine jetzt nicht den Song von One Republic an sich. Ich meine das „alte Lied“, das die Amerikaner besingen: zwei Menschen haben sich gern – aber irgendwann ist der Wurm drin. „Du sagst, dass du mich brauchst, aber dann gehst du um machst mich fertig.“ Irgendwann wird die Liebe kalt („blau“). Und das zig-malige „Entschuldigung“ kann man nicht mehr wirklich ernst nehmen. Irgendwann kommt der Punkt, dass es „zu spät [ist], um sich zu entschuldigen“.
Zigtausendmal kommt das genau so vor in unserer Welt: In Liebesbeziehungen, in Familien, in Freundschaften.  Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass gerade irgendwo jemand diesen Satz hört: Es ist zu spät!
Das Schöne, das Strahlende, das Wunderbare an unserem Glauben ist aber doch, dass genau das bei Gott anders ist. Bei ihm ist es eben NIE „zu spät…, sich zu entschuldigen.“ NIEMALS. Es ist immer möglich, wenn bei uns der Groschen fällt, zu Gott zu kommen. Und er wird immer verzeihen. Er wird sich immer freuen darüber. Er wird uns immer wieder eine neue Chance geben. Ich bin ehrlich: so geduldig bin ich leider nicht. Aber umso mehr freue ich mich, dass ER es ist! Für dich – und auch für mich.

Michael Seifert, Pfarrer
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"Ich liebte dich mit rotem Feuer, doch jetzt wird es blau
Und du sagst Entschuldigung wie der Engel, von dem der Himmel mich glauben ließ, dass du es wärst
Aber ich befürchte…
dass es zu spät ist, um sich zu entschuldigen. Es ist zu spät!"
aus One Republic - Apologize

Fastenkalender<br/>Heal the world

2. März: Heal the world - Michael Jackson

„Heile die Welt!“
Mit diesem Lied von Michael Jackson und diesem Aufruf starten wir in die Fastenzeit 2022. Denn nicht erst, aber vielleicht ganz besonders in diesen für Europa so schweren Tagen, haben wir wieder gemerkt, wie  bitter nötig das ist. Wie „unheil“ unsere Welt doch ist. Wieder einmal sind wir aus der Illusion aufgeweckt worden, dass wir alles im Griff haben und alles schon so irgendwie passt.
„Heile die Welt! Mach es zu einem besseren Ort für dich und für mich und die ganze Menschheit!“
Um nichts anderes geht es in der Fastenzeit! Drei klassische Hilfsmittel empfiehlt uns die Kirche dafür:
Im Gebet bitten wir Gott, dass ER die Welt heilen möge, wo wir an unsere Grenzen stoßen, wo wir es nicht schaffen.
Das Fasten ist weniger dafür da, uns selbst zu kasteien, sondern zunächst einmal zu merken, wie wir doch oft abhängig sind von Dingen. Wir sind eingeladen, darüber nachzudenken, ob das wirklich immer so gut ist. Und dann auch das „Gesparte“ an Geld, an Zeit einzusetzen für eine „heilere“ Welt.
Und damit hat auch das letzte Hilfsmittel zu tun: Almosen – oder sagen wir weiter gefasst: der Einsatz für den Nächsten, der Hilfe braucht, der „wahrgenommen“ werden will, geschätzt, geliebt!
Machen wir uns auf den Weg und versuchen wir (nicht nur) in diesen nächsten Wochen unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen, denn „es ist doch offensichtlich, dass die Welt himmlisch ist.
Sei Gottes Glanz!“

Michael Seifert, Pfarrer
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"Heile die Welt! Mach es zu einem besseren Ort für dich und für mich und die ganze Menschheit!
Es sterben Menschen.
Wenn du dich genug um die Lebenden sorgst:
Mach einen besseren Ort für dich und für mich!

Es ist doch offensichtlich, dass die Welt himmlisch ist.
Sei Gottes Glanz!“
Heal the world - Michael Jackson