Pfarrverband Maria Königin der Engel

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St. Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux

Reliquien


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Das Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux

Bernhard stammte aus einer Ritterfamilie in Burgund (Frankreich). Eine vorzügliche Ausbildung an Wissen und im Ritterideal öffnete ihm eine hoffnungsvolle weltliche Karriere.
Er wählte den Ordensberuf. Seine Zeit war unruhig und konfliktgeladen. Es gab erbitterte Machtkämpfe zwischen Papst und Kaiser, Fürsten und Bürgern, Bischöfen und Adeligen. Viele hatten die Kriege und Gewalttätigkeiten satt. Sie besannen sich auf das Evangelium. Bernhard gehörte zu ihnen. Um 1110 trat er in den neu gegründeten Zisterzienserorden ein. Er nahm 30 junge Gleichgesinnte mit sich ins Kloster Citeaux („helles Tal“) und wurde sein erster Abt. „Ganz Gott dienen und ganz für die Menschen da sein“ – dies war das Programm der jungen dynamischen Gemeinschaft. Dies ist das Geheimnis der religiösen Erneuerung sowie der großen kulturellen und sozialen Leistungen, die unter seiner klugen Anleitung von den Mönchen ausging. Er gründete 243 Klöster, darunter Hirsau und Maulbronn in Deutschland. Unter seiner Anleitung gründete Bischof Otto von Freising, ein Zisterzienser, 1133 das Kloster Heiligenkreuz im Wienerwald.
Bernhard wurde bald berühmt durch seine hohe theologische Bildung und Beredsamkeit. Er war gesucht als Prediger, als Berater von Königen, Fürsten, Orden und Päpsten. Er stiftete erfolgreich Frieden zwischen streitenden Parteien, er entschied eine strittige Papstwahl mit zwei Päpsten.
Papst Eugen III., seinen ehemaligen Schüler, ermahnte er, ein demütiger Diener der Menschen zu sein und nicht der Macht zu verfallen.
Als hochgebildeter Theologe verfasste er zahlreiche Schriften. Sein Hauptthema war Christus, seine Menschwerdung, sein Leiden und die Kirche. Er war Mystiker des Leidens Christi, Verehrer seiner fünf Wunden - deshalb der fünfeckige Grundriss unserer Pfarrkirche. Er verbreitete die Verehrung der Muttergottes.
Bernhard gab den Templer-Rittern das Format einer geistlichen Gemeinschaft zum Schutz der Pilger und der heiligen Stätten Jesu.
Auf Befehl des Papstes musste er den zweiten Kreuzzug (1147-49) ausrufen. Berühmt ist seine Predigt im Dom von Speyer, durch die er Kaiser Konrad für den Kreuzzug gewann. Das Scheitern des Unternehmens wurde zum Kreuz seines Lebens, an dem er schwer trug.
Er war im Dienst der Kirche und der Welt viel auf Reisen und wäre doch am liebsten bei seinen Mönchen geblieben, die ihm sehr zugetan waren. Vergebens trug man ihm die Bischofsstühle von Mailand, Genua und Troyes an. Deshalb wird er oft mit drei Hirtenstäben dargestellt. Er lehnte ab. Er suchte als demütiger Mönch die „Karriere nach Unten“.
Bernhard war ein Mann klarer Entscheidungen und eines konsequenten christlichen Lebens. Das brachte ihm begeisterte Zustimmung, aber auch erbitterte Feindschaft ein. Er war „umstritten“ im besten Sinn. Am Ende seines Lebens musste er viele Misserfolge und Leid ertragen: eine schwere Erkrankung (Magenleiden), die Verweltlichung seines Ordens, Irrlehren in der Kirche und Spaltungen. Er starb erschöpft und ausgezehrt mit 63 Jahren am 20.August 1153, umgeben von zweihundert Ordensbrüdern und Bischöfen.
1157 wurde er heiliggesprochen.
Bei der Französischen Revolution wurde sein Kloster säkularisiert und später in ein Zuchthaus umgewandelt, bis heute. Seine Reliquien wurden zerstreut. Sein Haupt und Teile seiner Reliquien wurden gerettet.
Unsere Pfarrkirche besitzt eine Reliquie (Knochen und Kleidungspartikel). Sie ist in der Nische rechts neben dem Altar aufbewahrt, als ein Geschenk vom Münchner Prälaten Bernhard Egger (+ 2008).

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Gott suchen, das ist Anfang und Ziel der Kultur der Seele
Hl. Bernhard von Clairvaux