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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Gedanken zum Karfreitag im Zeichen der Corona-Krise Diakon Ernst Heil

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Bild: Pfarrarchiv St. Peter u. Paul Trudering, L. Dirscherl
„Seht, da ist der Mensch!“ (Joh. 19, 5) Mit diesen Worten stellt Pilatus Jesus in den Mittelpunkt des Geschehens. Doch da steht kein strahlender Mensch, kraftvoll und mächtig. Bei ihm steht ein gedemütigter und verspotteter Mensch, geschunden und blutverschmiert. Für Christen steht da Gottes Sohn, der Dreh- und Angelpunkt des Glaubens, ihre Hoffnung und Zuversicht.
Pilatus stellt Jesus in den Mittelpunkt für das, was er gesagt und was er getan hat. Jesus hat die Liebe und Güte Gottes verkündet. Er hat sich vorbehaltlos für die Mitmenschen eingesetzt. Er hat damit eine neue Sicht auf Gott eröffnet: Besonders Gescheiterte, Kranke, Sünder sind von Gott angenommen und von ihm geliebt. Darum steht Jesus auf der Seite der Schwachen und Rechtlosen. Er ist an der Seite aller, die vom Leben verwundet sind.

„Seht, da ist der Mensch!“ Hinter diesen Worten dürfen wir heute all die menschlichen Tragödien sehen, die uns tagtäglich durch die Medien erreichen. Aber auch die unzähligen Schicksale, die im Augenblick nicht mehr so bewegend erscheinen, dass sie öffentlich gemacht werden: Menschen im Elend des Krieges oder auf der Flucht; Menschen, die wegen ihrer Volkszugehörigkeit, Religion oder politischen Anschauung verfolgt, gefoltert, missbraucht, getötet werden. Menschen, die in Hunger und Elend leben, weil sie die Güter der Welt nicht nutzen können.

„Seht, da ist der Mensch“: An Covid 19 erkrankt oder vom nahen Tod gezeichnet, von Schmerzen geplagt, alt und allein gelassen, arbeitslos und mit dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, hoffnungslos verstrickt in Probleme und Sorgen. All diesen Menschen ist gemeinsam: Sie warten auf ein Zeichen der Nähe; sie warten auf jemand, der immer da ist, vor allem wenn es dunkel, elend und trostlos ist.

„Seht, da ist der Mensch“, Jesus Christus, „er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes. 53, 4a.5c) Er ist für jeden Menschen da.

(Text Diakon E. Heil)