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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Zum letzten Abendmahl Jesu Maria Lutz, Pastoralreferentin

Werfen wir einen Blick in die Bibel.
 
Es ist das Paschafest. Viele Juden pilgern zum Fest nach Jerusalem hinauf. Das Fest wird mehrtägig gefeiert und erinnert sie an die Befreiung ihrer Vorfahren aus dem Sklavendasein in Ägypten. Sie feiern damit ihren Gott, der sich ihnen darin zum ersten Mal offenbart hat als Befreiergott – sein Name JAHWE = „ich bin (für euch) da“. Man erinnert sich auch an Mose, den Gott in seiner Vorsehung am Schilfmeer schon als kleines Kind gerettet und über Umwege der ägyptischen Prinzessin anvertraut hat, um ihn als  möglichen Befreier für sein Volk aufzubauen.
Auf seinem Weg in die Freiheit wird das Volk sich an diese große Befreiungstat Gottes, als Auftakt seiner Beziehung zu ihm, erinnern. Es wird sich daher auch getrauen, einen Bund mit Jahwe zu schließen, worin sich das Volk auch selbst zur Bundestreue verpflichtet und zum Halten der Gebote. Um ihm, dem Volk die Freiheit zu erhalten, wie Gott sagt.  
 
Es ist traditionell der Sederabend, mit dem das Fest alljährlich beginnt, ein im Ablauf festgelegtes rituelles Mahl in der Familie.
Jesus lädt dieses Mal seine Wahl-Familie ein, die Menschen, die – wie er andernorts sagt (Mk 3,34; Mt 12,50) – den Willen Gottes tun.
 
Und er setzt noch weitere, ungewöhnliche Akzente. Die Füße wäscht er ihnen und scheut als ihr Herr und Meister damit nicht davor zurück, sich die Hände schmutzig zu machen und den Dienst des geringsten Knechts im Hause vorzunehmen. Hintergründig wäscht er ihnen und uns damit ja auch den Kopf: „Wer unter euch der Größte sein will“ – wer wollte das nicht gern (?) „der sei aller Diener“. Aha!?
Das Brot, schon lange vor Jesus Zeichen für das Lebensnotwendige in Israel und Zeichen dann auch für den schnellen Aufbruch in die Freiheit, das teilt Jesus mit ihnen – hinweisend auf sein eigenes Leben dabei, das er so bald schon hingeben wird – aus (s)einer Liebe heraus. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13). Die Schlinge der Verfolger hat sich um die Jesusbewegung schon gezogen. Und sie suchen den Kopf der Bewegung.
 
Ein neuer Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk ist plötzlich da, dieses Mal mit Gottes Sohn als zweitem Mose. Jesus sagt:
„Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ (Lk 22,20).
 
In welche Freiheit ziehen wir, das zweite Bundesvolk Gottes, denn mit Jesus? Wir, die Jünger/Jüngerinnen und Wahlfamilie Jesu, deren „Vorfahren“ anwesend waren bei seinem Letzten Abendmahl – als zweites Volk symbolisiert auch in 12 Aposteln, die für die 12 Stämme Israels stehen…
 
Wir sind Kinder Gottes und Geschwister Jesu. Vergessen wir das nie mehr und lösen wir es auch immer wieder von Neuem ein in unserem Leben! Was gilt es ferner einzulösen im Hinblick auf die Freiheit?
 
Wir brauchen nicht so viel Furcht mehr zu haben vor dem Tod. Er löscht unsere Existenz nicht aus, ist eher wie eine zweite Geburt für uns.
 
Und wir sollten uns an das erinnern, was Paulus in 1 Kor 7,23 formuliert: „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht eines Menschen Knecht“. Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit…
 
Der Impuls der guten Botschaft Jesu geht nun schon knapp 2000 Jahre lang durch unsere Geschichte und er ebbt nach dem Willen Gottes auch wohl nie mehr ab. Die entscheidende Wende zum Guten hat Jesus, Gottes Sohn selbst schon vollzogen. Wir müssen ihm nur darin folgen. Und es wird sich als heilvoll erweisen zwischen uns Menschen und zwischen uns Menschen und den übrigen Geschöpfen. Wir feiern Jesus Christus, der der Welt ein Retter ist.    
 
Im engeren Sinn feiert unsere Kirche den Gründonnerstag als Geburtsstunde der Eucharistie.
 
Maria Lutz, Pastoralreferentin