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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Hinführende Gedanken zur Karwoche und zum Osterfest 2020 von unserer Pastoralreferentin Maria Lutz

Dass man die Feier des Osterfestes ausfallen lässt aus Angst vor einem Virus, das erscheint einem gläubigen Christen zutiefst paradox.
Klar ist: Wir treten ein für das Leben. Wir glauben an einen lebendigen Gott, der auch moralisch der einzige Herr über Leben und Tod bleiben soll. Klar ist ferner: Wir stehen ein für einen verantwortlichen Umgang mit der Gesundheit und mit dem Leben anderer Menschen. Wir wünschen den Kranken Gesundheit und unterstützen die Ärzte/Ärztinnen und Krankenpfleger/-innen. Wir wünschen uns für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft und für jeden Menschen an den Rändern seines eigenen Lebens besonderen Schutz und Aufmerksamkeit.
Aber ist nicht auch folgendes klar? Wir sterben alle einmal und dann… „war es das?“. Unvermeidlich, unausweichlich ist die Infragestellung unseres Lebenssinnes im des Ganzen von daher. Und es trifft auch einen jeden von uns, mögen wir zeitlebens auch noch so mächtig sein. – Ist uns hierbei dann aber nicht gerade unser tiefer christlicher Glaube an die Auferstehung der Toten Trost in allem Kummer? Besteht nicht darin erst eine denkbare Geborgenheit für unsere so berechtigte Angst um das Leben? Denn wenn uns dieser Glaube nicht gegeben ist, ist der sichere Tod, die letztliche Vernichtung unserer individuellen Existenz doch eines jeden Menschen Los.
Brauchen wir also nicht gerade in unseren Tagen der erhöhten Angst um das Leben den Osterglauben ganz besonders? Aus meiner Sicht ja. – Gottlob laden uns unsere Bischöfe und der Heilige Vater in Rom zur Feier der Karwoche und des Osterfestes ein.  Gott sei Dank, dass wir auch in unseren vier Wänden zuhause mit ihnen und den Christen in unserem Land wie in der ganzen Welt dies größte Geheimnis unseres Glaubens feiern dürfen!
Wir feiern es auch in unserer Geschichte nach rückwärts, mit all unseren Toten und denen, die uns in diesem Leben schon vorausgegangen sind.
In der Apostelgeschichte 2,46 lesen wir: „Tag für Tag kamen die Gläubigen einmütig im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu den gemeinsamen Mahlzeiten“.
Bereits die Urchristen gingen zum Gebet in den Tempel, so lange der noch stand (bis 70 nach Christus). „Das Brot“ aber „brachen“ sie nacheinander in ihren Familien zuhause, d.h. in der einen Hausgemeinschaft nach der anderen. Dies alles taten sie in Erinnerung an Jesus, wie der es bei seinem letzten Abendmahl den Jüngern aufgetragen hatte. „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“.
Die kleine Feier der Apage, wie sie zur Tradition des Ostermorgens gehört, nämlich als Osterfrühstück in unseren Familien, geht zurück bis auf die Urchristen!  
Feiern wir also das größte Fest unseres Glaubens, die Wiederauferstehung allen Lebens mit ganzem Herzen in unseren Familien! Allen eine gesegnete Karwoche und Osterzeit!