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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Mein Leben als Gottesdienst begreifen, zurück zu den Wurzeln oder Krise als Chance Alexandra Scheifers, Seelsorgerin

Liebe Leserin/ lieber Leser,

ich weiß nicht wie es Ihnen derzeit geht damit, dass nach wie vor leider keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden dürfen, Baumärkte und Gartencenter aber wieder öffnen dürfen. Gerade in dieser Zeit erfahren wir wie kostbar ein Grundrecht auf Religionsfreiheit ist. Und wie kostbar es ist, miteinander die Auferstehung zu feiern in einem gemeinsamen Gottesdienst. Jetzt wo wir darauf so schmerzlich verzichten müssen, wird uns das Geschenk bewusst, dass wir sonst erfahren dürfen. Und trotzdem bietet sich jetzt mehr als sonst die Chance, in der Krise auch eine Chance zu sehen. Mein Leben als Gottesdienst betrachten, das würde meinen Blick einmal weiten. Meine innere Haltung und Einstellung, mit der ich auch jetzt meinen Alltag in dieser Krise meistere, der Blick der auf meine Nachbarn, auf meine Familie, auf Menschen gerichtet ist, die gerade suchen und zweifeln, die erschöpft sind und ängstlich, die sich wie ich nach Normalität sehnen. Hierhinein richte ich meinen Blick auf mein Leben. Mein Leben ein Gottesdienst, ein Leben, das ganz aus der Quelle herauslebt und gestaltet werden möchte. Und so kam Ostern in diesem Jahr auf leisen Sohlen. Leise Töne bestimmten die Feiertage und doch war etwas zu spüren von Gottes Geist und der Auferstehung in diesen Tagen. Es müssen nicht immer die lauten, die aufsehenerregenden Dinge sein, die wir ins Scheinwerferlicht heben, oft tut es gut, den Blick auf die kleinen fast unscheinbaren Dinge zu richten. Die Bäume sind grün geworden in der letzten Woche, die Vögel beginnen schon früh am morgen ihr Lied und die Sonne lockt nach draußen ins Leben. Gerade in diesen Zeiten können wir unser Leben bedenken und zum Wesentlichen zurückkehren. Das ist einen riesen Chance.
Ich möchte uns in diesen Tagen ermutigen, wie eine offene Schale zu sein, in die Gott selbst etwas hineingießen kann an Liebe, Hoffnung, Kraft, Mut, Stärke und Glauben.
Hörende zu sein, um Gott mitten im Leben zu erkennen, als Quelle der Hoffnung.  Und das eigene Leben in diesem Licht auch zu feiern, es ist das kostbarste Geschenk, dass wir haben.
Und nicht aufhören, uns zu verschenken, unser Mitgefühl, unser Lächeln, unsere Solidarität, unser Herz, weil das alles mehr wird, wenn wir es verschenken. Die Entschleunigung tut uns allen auch gut. Sie trägt dazu bei, hinzuschauen, was wirklich wichtig ist.
„Dein Weg
Worauf wartest du
Hol deine Träume hervor
Nimm die weiße Muschel vom Schrank halte sie dir ans Ohr
Worauf wartest du
Hörst auf den Sehnsuchtston
Jahre vergehen wie Tage die Sonne senkt sich schon
Worauf wartest du.
Der Horizont ist weit
Ort deines Herzens
Geh! Es wird Zeit“
( aus :Kluge Frauen leben bunter)
 
Leben wir unser Leben als Gottesdienst. Fangen wir gleich damit an. Herzlichst Ihre Alexandra Scheifers ( Seelsorgerin im PV Mariahilf, St. Franziksus)