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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Predigt Ostern 2020 Alexandra Scheifers, Seelsorgerin im PV

Garten_Gethsemane
Foto Garten Gethsemane ( A.Scheifers)
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
 
diese Nacht heute ist eine besondere. Wir feiern den Kerngedanken unseres Glaubens, die Auferweckung Jesu durch einen liebenden und lebensschaffenden Gott.
Dieser Gott ist die Quelle auch unseres Lebens.
Wie der Mensch und die ganze Schöpfung Wasser zum Leben brauchen, so brauchen wir Gott mehr denn je.
Auf meiner Reise durch Israel konnte ich erleben, wie feindlich sich die Gläubigen der unterschiedlichen Religionen gegenüber stehen. Statt sich in friedlicher Toleranz zu üben, bekriegt man sich.
Jede Religion auf dieser Erde ist ein Weg, ein Weg zu sich selbst und zu Gott.
Jede hat ihre eigene Berechtigung und es kann nicht angehen, dass nur eine einen unbedingten Wahrheits- und Alleinanspruch hat.
Und wie oft wurde und wird der Name Gottes missbraucht zur Rechtfertigung kriegerischer Auseinandersetzung, zur Durchsetzung von Macht und Gier, zur Unterdrückung von Menschen.
Wie oft wurde und wird im Namen Gottes getötet.
Doch das neue Jerusalem sieht anders aus. Hier können alle Religionen miteinander in Frieden leben.
Und hier wohnt Gott in unserer Mitte.
Und dieser Gott ist ein Gott der Liebe und des Lebens.
 
Als Christen und Christinnen haben wir von Jesus eine klare Botschaft erhalten.
So heißt es im Mathäusevangelium: Geht schnell zu den Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Besser formuliert: er wurde von Gott auferweckt.
 
Wie im Johannesevangelium Jesus Maria Magdalena begegnet, so begegnet er hier bei Matthäus den Frauen als erstes. Sie, die zum Grab kamen, trotz aller Gefahr, ihnen erscheint der Auferstandene mit mut machenden Worten.
Hier begegnen sich Himmel und Erde und etwas Neues geschieht, Begegnung mit dem, der auferweckt wurde.
Hier greift Gott in die Geschichte ein. Sein Geist bewirkt Veränderung, Verwandlung. Aus Trauer wird Freude bei den Frauen!
 
Gottes Geist verändert- Frauen werden zu Zeuginnen, zu Apostelinnen der Apostel.
Gottes Geist möchte auch uns verändern. Unsere Einstellung anderen Menschen, Völkern und Religionen gegenüber.
Wie beeindruckend war in Jerusalem ein abendlicher Besuch an der Klagemauer in Jerusalem.
 
Wie bewegend war das Bild einer ins Gebet vertieften Gruppe von Moslems in der Nähe des Felsendomes.
Wie spürbar nah, war das weltumspannende unseres christlichen Glaubens, wenn du Christen und Christinnen aus aller Herren Länder in Israel begegnest.
Auf den Spuren Jesu und gemeinsam unterwegs.
 
Gottes Geist verändert Menschen, die offen sind, sich von seiner Liebe verändern zu lassen.
 
Tragen wir diese Botschaft weiter, erzählen wir unseren Kindern und Jugendlichen davon, werden wir selber zum Vorbild, mit einer Ausstrahlung, die andere ansteckt und mitbegeistert.
 
Österliche Menschen sind wir, das hat etwas mit Freude zu tun. Lassen wir andere unsere Freude auch spüren.
Der neue Mensch will geboren werden an jedem neuen Tag. Das ist wie die Schlange, die sich häutet um neu zu werden oder die Raupe, die ihren Kokon ablegt um zu einem Schmetterling zu werden.
Es wird Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden, Zeit altes, verbrauchtes hinter sich zu lassen um neu zu werden.
Das Bild vom Schmetterling gefällt mir in Bezug auf die Auferstehungsbotschaft recht gut. Schweres fällt endlich von mir ab, ich darf leicht werden, wieder froh sein und glücklich.
Um diese innerliche Verwandlung geschehen zu lassen braucht es Vertrauen, Vertrauen in die guten Kräfte meiner Seele, diesen Anteil, diesen Funken Gottes in mir.
Dazu möchte ich Sie heute morgen ermutigen, lassen sie sich wie Jesus verwandeln um ein neuer Mensch zu werden.

Ihre Seelsorgerin Alexandra Scheifers

Massada_Israel
Foto Massada Israel 2011 (A.Scheifers)