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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Gedanken zum Evangelium des 3. Sonntages der Osterzeit im Lesejahr A, (Joh. 21, 1-14) Diakon Heil

Liebe Leser*innen,
 
längst ist auch in diesem Jahr zwei Wochen nach dem Osterfest der Alltag wieder eingekehrt. Der hat vielfach ein anderes Gesicht, wie gewohnt; das ist der Corona-Krise geschuldet. Die täglichen Aufgaben beschäftigen die Menschen. Die Arbeit – oft im Homeoffice. Die Schule via PC und die dazu nötige Hilfestellung der Eltern. Der Haushalt, für den gesorgt werden muss. Die Gedanken, die um die Gesundheit von Angehörigen kreisen. Schließlich das Strukturieren des Tages, der sich noch weitgehend zu Hause abspielt und noch viel mehr.
„Ich gehe fischen“ (Joh. 21, 3), sagt Petrus damals. So schaut der Alltag bei den Jüngern nach der Auferstehung Jesu aus. Und in diesem Alltag machen sie eine bittere Erfahrung. Bei ihrer nächtlichen Ausfahrt auf den See Tiberias fangen sie nichts. Ihre Stimmung ist düster. Die Enttäuschung ist groß. Ähnliches geschieht auch im heutigen Leben. Es ist Nacht und Dunkel in mir, obwohl es heller Tag ist. Vom Osterlicht ist keine Spur zu sehen. Enttäuschungen, Ängste, Ärger, Krankheit oder der Tod eines lieben Menschen - die Nacht, das Dunkel hat viele Namen, hat viele Gründe. Das ist der Alltag nach Ostern. Von Osterfreude ist wenig, manchmal gar nichts zu spüren. Bei Petrus und den anderen Jüngern ist es ähnlich.
Und dennoch bleibt nicht alles beim Alten. „Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer“ (Joh. 21, 4a), erzählt das Evangelium weiter, „doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war“ (Joh. 21, 4b). Die Bibel spricht mit diesen Worten über mehr, als eine Zeit-oder Ortsbestimmung. Sie sagt damit Grundsätzliches über den Auferstandenen aus. Er ist nicht erst da, wenn die Menschen in Hochstimmung sind. Er ist bereits da, wenn es noch Nacht ist und die Sorgen des Alltags bedrängend sind. Er ist schon da, auch wenn die Menschen mit den Lasten des Alltags so viel zu tun haben, dass sie von ihm zunächst nichts spüren. Dort, wo Jesus ist, da ist festes Ufer; dort fängt es bereits an zu Dämmern; da ist der helle Morgen nicht mehr weit. Das ist nicht nur Alltag nach Ostern, das ist mehr. Das ist Ostern im Alltag - das ist mitten am Tag ein Fest der Auferstehung.
Das kann für mich bedeuten, dass Ostern im Alltag beginnt, wenn ich mich den dunklen Erfahrungen des Lebens stelle. Ich brauche nicht vor ihnen zu flüchten, sondern kann daran wachsen und reifen. Das verschafft festen Boden unter den Füßen. Die Möglichkeit eines neuen Anfangs ist nicht mehr ausgeschlossen, auch wenn das augenblicklich sehr unwahrscheinlich erscheint. Ostern im Alltag beginnt schließlich, wenn ich beginne, mich aus meinen Lähmungen und Blockierungen zu lösen.
Auferstehung hat auch etwas mit Aufstehen zu tun, mit eigenem Handeln. „Ich gehe fischen“, das ist für Petrus der erste Schritt aus seinem Dunkel. Bei mir kann der erste Schritt aus dem Dunkel darin bestehen, mich zu erinnern, was mir an Gutem und Lichtvollem bereits geschenkt worden ist. Schöne Erlebnisse, gute, wichtig und wertvoll Beziehungen, ein Lob oder ein herzliches Dankeschön von einem Mitmenschen, Kraft und Ausdauer die mir geschenkt waren, als es Schwierigkeiten gab und vor allem Hoffnung und Zuversicht durch den Glauben. Es gibt sicher noch viel mehr an Lichtvollem, als ich in diesen Tagen manchmal wahrnehmen kann.
Die Botschaft des heutigen Evangeliums möchte dafür sensibel machen. Die Frohe Botschaft will Sie im Glauben bestärken: Jesus, der Auferstandene ist da - mitten im Alltag nach Ostern.